top of page

Henry Cow

musicmakermark
vor 2 Stunden
5 Min. Lesezeit

Englische Experimental Rock-Gruppe gegründet 1968 von Fred Frith (g, vio) und Tim Hodgkinson (org, p, as, cl). Zum allerersten Lineup zählten zudem Andy Spooner (hca), Rob Brooks (g), Joss Grahame (e-b) und David Atwood (dm).


 

Den Gruppennamen entliehen sich die Gruppe vom amerikanischen Avantgarde-Komponisten Henry Cowell (1897-1965). Es kam in einer ersten Phase zu mehreren Besetzungswechseln. Grahame wurde durch Andy Powell abgelöst und dieser später durch John Greaves (e-b, p, vcl). Dann verliessen Spooner, Brooks und Atwood die Band.

 

Als Schlagzeuger kamen nacheinander Sean Jenkins, Frank Perry, Ashley Brown und Martin Ditcham zum Einsatz, ehe die Band mit Chris Cutler den richtigen Drummer fand. Im Mai 1971 gewann Henry Cow einen Wettbewerb, den der Rockjournalist John Peel ausgeschrieben hatte.

 

Im selben Jahr zog die Gruppe nach London und widmete sich voll der Musik. Im Frühling 1972 hatte Henry Cow mit der Bearbeitung von Euripides "The Bacchae" einen ersten Erfolg. Gleichzeitig wurde die Gruppe durch Geoff Leigh (sax, fl, cl) zum Quintett erweitert.


1973 entstand in der Besetzung Frith, Hodgkinson, Cutler, Greaves und Leigh die titellose Debut-LP (Virgin, 1973), die als "Legend" bzw. wegen des Sockens auf dem Cover auch als "Leg End" bezeichnet wurde. Henry Cow steuerte neben Gruppen wie Camel, Global Village Trucking Co. und Gong eine Seite zum Doppelalbum "Greasy Truckers Live At Dingwall's Dance Hall" (Greasy Truckers, 1974) bei.

 

Vor den Aufnahmen zur zweiten, noch experimentelleren Henry Cow-LP "Unrest" (Virgin, 1974) wurde Leigh vorerst provisorisch durch Lindsay Cooper (bassoon, oboe, fl) ersetzt. Zeitenweise trat Henry Cow damals aber auch im Quartett ohne Cooper auf. Leigh machte bei späteren Aufnahmen wieder mit.

 

Bei der Studioarbeit für "Unrest" machte Henry Cow Bekanntschaft mit dem Trio Slapp Happy, das auf Wunsch von "Virgin" ihre zweite LP "Casablanca Moon" noch einmal neu einspielen musste. Nach Diskussionen beschlossen Henry Cow und Slapp Happy gemeinsame Aufnahmen zu machen.

 

Dabei entstand die mehr von Slapp Happy geprägte LP "Desperate Straights" (Virgin, 1975) und danach "In Praise Of Learning" (Virgin, 1975), eine Aufnahme bei der Henry Cow dominierend war. Slapp Happy war mit dem Stammtrio Krause, Anthony Moore und Peter Blegvad vertreten.

 

Henry Cow spielte damals in der Besetzung Fred Frith (g, vio), Tim Hodgkinson (cl, p), Geoff Leigh (fl), Lindsay Cooper (oboe, bassoon), John Greaves (e-b, p) und Chris Cutler (dm, perc).

 

Zu den Aufnahmen wurden unter anderen Gastmusiker wie Pierre Moerlen (perc) von Gong, Nick Evans (tb) und Mongezi Feza (tp) von Brotherhood Of Breath und den Blue Notes beigezogen. Im März 1975 war die Liaison der beiden Bands bereits wieder vorbei.

 

Dagmar Krause wurde festes Henry Cow-Mitglied, Blevgad und Moore verliessen die Band bzw. lösten Slapp Happy auf. Als nächstes erschien die Doppel-LP "Concerts" (Caroline, 1976) mit Liveaufnahmen von 1974 und 1975. Das Material wurde später zusammen mit weiteren Liveaufnahmen wiederveröffentlicht.

 

1976 verliess Greaves Henry Cow. Er wurde durch Georgie Born (b, cello) ersetzt, nachdem sich auch Uli Trepte von Guru Guru und Steve Beresford um diesen Posten beworben hatten. Zu jener Zeit stritten sich Henry Cow und das Label "Virgin" um Tantiemen und Honorare.

 

"Virgin" verkaufte zwar rund 50'000 Henry Cow-LPs, rechnete der Band aber dafür Studio- und andere Kosten in Höhe von 24'000 Pfund an. Als Folge dieses Rechtsstreites gründete Chris Cutler das unabhängige Label bzw. den Vertrieb "Recommended Records".


Aus dem Label entstanden in mehreren europäischen Ländern Ableger. Dazu kamen ein Vertrieb und Schallplattenläden, die sich vom Hauptlabel ablösten und mit "These Records" bis 2006 ein eigenes Label führten. Mitte der 1990er Jahre verband Cutler sein Label und die Ableger unter dem Dach von "ReR Megacorp".

 

Henry Cow hatte sich nach dem Streit mit "Virgin" vorerst aufgelöst. Im Januar 1978 spielten die Ex-Henry Cow-Mitglieder Frith, Krause und Cutler unter dem Bandnamen Art Bears mit Gästen die LP "Hopes & Fears" (ReR, 1978) ein. Dennoch blieb auch der Name Henry Cow weiter bestehen.


Im Sommer 1978 folgte ein letztes Aufbäumen. Hodgkinson, Frith, Cooper, Born und Cutler führten mit Irene Schweizer (p), Henry Kaiser (g) und Anne-Marie Roelofs (tb, vio) die bei den "Hopes & Fears"-Session begonnen Arbeiten für das nächste Henry Cow-Album"Western Culture" (Broadcast, 1979) zu Ende.

 

Im August 1978 löste sich Henry Cow endgültig auf. Roelofs, Born und Cooper gründeten mit Irene Schweizer und anderen improviserenden Musikerinnen die Feminist Improvising Group. Frith, Cutler und Krause veröffentlichten als Art Bears zwei weitere Aufnahmen.

 

Die Henry Cow-LPs wurden später mit weiterem Material in CD-Form wiederveröffentlicht. Die drei ersten LPs erschienen unter dem Titel "The Virgin Years" (East Side Digital, 1991) zusammen als 3-CD-Box.

 

"The Henry Cow Facsimile Box" (ReR Megacorp, 2006) enthielt auf 7 CDs und einer CD-EP sämtliches Material, das die Band in den Jahren ihrer Existenz veröffentlicht hatte. "Stockholm & Göteborg" (ReR Megacorp, 2008) enthielt eine bisher unveröffentlichte Radiosession von 1977.

 

Diese CD war eine Vorabveröffentlichung bzw. ein Teil einer 9-CD/1-DVD-Box, die zum 40. Geburtstag der Gruppe in zwei Teilen zusammen mit zwei Büchern erschien.

 

Die "40th Anniversary Box # 1 - The Road Vols. 1-5" (ReR Megacorp, 2008) bestand aus den Einzel-CD "Beginnings", "1974-5", "Hamburg" und zwei CDs mit dem Titel "Trondheim". Die "40th Anniversary Box # 2 - The Road Vols. 6-10"  (ReR Megacorp, 2008) enthielt die CDs "Stockholm & Göteborg", "Later And Post-Virgin", "Bremen" und "Late" sowie die DVD "Vevey 1976".

 

Zum Teil das selbe  Material wurde auf die 5 CDs von "40th Anniversary Box - The Studio: Volumes 1-5" (ReR Megacorp, 2008) und auf das 9 CD/1 DVD-Set von "40th Anniversary Box - The Road: Volumes 1-10" (ReR Megacorp, 2009) aufgeteilt.

 

Die Demo- und Raritätensammlung "A Cow Cabinet Of Curiosities" (ReR Megacorp, 2009) rundete diese Pakete ab. Mehrere Teile der umfangreichen Boxes wurden 2017 auch einzeln auf den Markt gebracht. "The World Is A Problem" (Duke University, 2019) hiess ein 500-seitiges Buch von Benjamin Piekut.

 

Gleichzeitig erschien unter dem Titel "The Henry Cow Box Redux: The Complete Henry Cow" (ReR Megacorps, 2019) eine weitere, noch umfangreichere Sammlung über das Schaffen dieser Gruppe. Die Box enthielt 17 CD, eine DVD und eine 250-seitige Dokumentation.   

 

Zu diesem umfangreichen Boxset gab's als Bonus die CD "Ex Box Collected Fragments 1971 – 1978" (ReR Megacorp, 2019). Danach kam dieses Album auch einzeln als Volume 19 der Serie "Cow Box Redux" in den Verkauf.

 

"Glastonbury And Elsewhere" (ReR Megacorp, 2022) enthielt als Volume 20 dieser Serie bis dahin noch nie veröffentlichte Liveaufnahmen aus den Jahren 1971, 1973, 1976,  1977 und 1978.


Liveaufnahmen von 2022 kamen unter dem Titel "Than Again" (Dark Companion, 2025) auf den Markt. Die aus Fred Frith (g, p), Tim Hodgkinson (cl, lap steel-g), John Greaves (e-b, vcl) und Chris Cutler (dm) bestehende Gruppe nannte sich dabei Henry Now.


Die wichtigsten Henry Cow-Mitglieder Fred Frith, Tim Hodgkinson, Chris Cutler, Geoff Leigh, Georgie Born, John Greaves, Lindsay Cooper und Dagmar Krause gaben auch Aufnahmen unter ihren Namen heraus und waren in diverse andere Bands und Projekte involviert.           10/26

 

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page