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George Russell in kleineren Formationen

  • musicmakermark
  • vor 1 Stunde
  • 4 Min. Lesezeit

Der Komponist, Orchesterleiter und Pianist George Russell (1923-2009) wurde vor allem für seine Arbeit mit grösseren Ensembles bekannt. Dazu veröffentlichte er viele weitere Aufnahmen mit kleinen oder mittelgrossen Formationen.


 

Seine erste Aufnahme als Bandleader überhaupt war die im Rahmen der "Jazz Workshop"-Serie des Labels "RCA" erschienene "The Jazz Workshop" (RCA, 1957). Diese hatte er mit dem George Russell Smalltet aufgenommen, bestehend aus Bill Evans (p), Art Farmer (tp), Hal McKusick (as, fl), Barry Galbraith (g), Milt Hinton oder Teddy Kotick (b) sowie Joe Harris, Paul Motian oder Osie Johnson (dm).

 

Gut dokumentiert ist seine Arbeit mit dem George Russell Sextet. Auf der LP "George Russell Sextet At The Five Spot" (Decca, 1960) bestand diese Formation neben dem Leader als Pianisten aus Dave Young (ts), Alan Kiger (tp), David Baker (tb), Chuck Israels (b) und Joe Hunt (dm). Die LP bestand nur aus einer Russell-Komposition, dazu aus solchen von Miles Davis, Carla Bley, Dave Baker und John Coltrane.


Das selbe Sextett nahm mit "Stratusphunk" (Riverside, 1961) ein weiteres Album auf. Auf "George Russel Sextet In K.C. – Original Swinging Instrumentals" (Decca, 1961) mit Aufnahmen vom Februar 1961 war Don Ellis der Trompeter an Stelle von Kiger. Don Ellis wurde später selber ein stilbildender Orchesterleiter.

 

Für die nächste Sextett-Studioaufnahme "Ezz-thetics" (Riverside, 1961) waren mit Eric Dolphy (as, bcl) und Steve Swallow (b) zwei neue Musiker zur Band gestossen. Der Rest bestand aus Russell, Don Ellis (tp), David Baker (tb) und Joe Hunt (dm). Auf "The Outer View" (Riverside, 1962) waren Paul Plummer (ts), Garnett Brown (tb) und Pete LaRoca (dm) neu in der Band. Der Rest bestand aus Russell, Ellis und Swallow.

 

"The Stratus Seekers" (Riverside, 1962) war ein Album des George Russell Septets. Dieses bestand neben Russell (p) aus John Pierce (as), Paul Plummer (ts), Don Ellis (tp), Dave Baker (tb), Steve Swallow (b) und Joe Hunt (dm). 1963 liess sich Russell in Europa nieder.

 

Bei einem Konzert am 31. August 1965 in Stuttgart war ein amerikanisch-europäisches Sextett am Werk. Es bestand neben Russell aus Ray Pitts (ts), Brian Trentham (tb) und Bertil Löfgren (tp), dazu aus Cameron Brown (b) und Albert Tootie Heath (dm). Don Cherry (tp) war Gast dieses Sextetts.

 

Die Aufnahmen dieses Konzertes wurden als "At Beethoven Hall I und II" (beide Saba, 1965) erstmals herausgebracht und später unter anderem auf einer Doppel-LP (BASF, 1973) bzw. CD (Saba und MPS, 1998) noch einmal herausgebracht.

 

Tracks aus den drei Sextett-Aufnahmen für "Riverside" wurden auf der Compilation "1 2 3 4 5 6extet" (Riverside, 1969) vereint. Noch umfassender wurde die damalige Arbeit des Sextetts und des Septetts im Rahmen des 4-CD-Sets "Complete 1960-1962 Decca & Riverside Album Collection" (Fresh Sound, 2014) zusammengefasst.

 

In Skandinavien hatte er gleichgesinnte, junge Musiker gefunden. Auf "George Russell Presents The Esoteric Circle – The Esoteric Circle" (Flying Dutchman, 1971) waren mit Jan Garbarek (ts), Terje Rypdal (g), Arild Andersen (b) und Jon Christensen (dm) einige jener Musiker erstmals zu hören, die später den Sound des Labels "ECM" prägten.

 

Noch im Erscheinungsjahr von "The Esoteric Circle" nahmen diese vier Musiker mit Bobo Stenson (p) zum Quintett aufgestockt, die LP "Sart" (ECM, 1971) auf. Für alle fünf Musiker war es die erste von vielen Einspielungen für dieses Label.

 

In Oslo mitgeschnittene Liveaufnahmen von 1969 mit Jan Garbarek (ts), Manfred Schoof (tp), Terje Rypdal (g), Red Mitchell (b) und Jon Christensen (dm) kamen als "Electronic Sonata For Souls Loved By Nature" (Flying Dutchman, 1971) heraus.

 

George Russell wirkte als Pianist mit und steuerte Tonbänder bei, die er im Electronic Music Studios (EMS) des schwedischen Radios in Stockholm vorgefertigt hatte. Ergänzt wurden diese Aufnahmen durch Feldaufnahmen von afrikanischen Gesängen und Lautenklängen, die Cal Floyd 1967 in Nord-Uganda aufgezeichnet hatte.

 

Eine davor eingespielte, dreiteilige Version von "Electronic Sonata For Souls Loved By Nature" wurde gleichzeitig in Skandinavien bzw. später in den USA unter dem Titel "The Essence Of George Russell" (Sonet, 1971 bzw. Concept, 1975) auf einer Doppel-LP heraus gebracht. 

 

Die Rückseite von LP 2 bestand aus dem "Concerto For Self-Accompanied Guitar" mit Rune Gustafsson (g) sowie dem Stück "Now And Then", eingespielt mit einer 26-köpfigen Big Band, bestehend aus skandinavischen Musikern.

 

"Electronic Sonata For Souls Loved By Nature – 1980" (Soul Note, 1980) hiess später auch eine weitere Aufnahme seines Sextetts mit Robert Moore (ts, ss), Lew Soloff (tp), Victor Comer (g), J.-F. Jenny-Clark (b) und Keith Copeland (dm). Auf "Trip To Prillarguri" (Soul Note, 1982) in später veröffentlichten Liveaufnahmen von 1970 waren Garbarek, Rypdal, Andersen und Christensen an seiner Seite, dazu noch Stanton Davis (tp).


Von 1964 stammten die Aufnahmen eines George Russell Sextets auf der Split-CD "1964 Live" (Blu Jazz, 1993). Dieses Sextett mit Joe Farrell (ts), Thad Jones (tp), Garnett Brown (tb), Barre Phillips (b) und Albert Heat (dm) hatte nichts mit den Sextett-Formationen von Russell zu tun, die er ab Anfang der 1960er Jahre geleitet hatte.

 

Auch "Live In Bremen And Paris 1964" (Gambit, 2008) stammte von diesem Lineup. Auf "Things New: Unissued Concerts 1960 & 1964" (RLR, 2007) mit drei Livemitschnitten waren teilweise auch jene Sextett-Formationen am Werk, mit denen Russell damals die ersten Aufnahmen eingespielt hatte. 

         02/26

 

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