Hannibal Marvin Peterson
- musicmakermark
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Amerikanischer Jazz-Trompeter, Sänger, Bandleader, Komponist, Dirchter und Musiklehrer, geboren am 11. November 1948 in Smithville, Texas. Seine erste Trompete erhielt er im Alter von 13 Jahren. Mit 14 Jahren gründete er die Band The Soul Masters, mit der er Jackie Wilson, Otis Redding, Etta James, Lightning Hopkins und T. Bone Walker begleitete.

Aufnahmen mit dem Mitschnitt eines Konzerts vom November 1968 in Denton, Texas, erschienen unter dem Titel "Marvin Peterson And The Soulmasters In Concert" (Century, 1969). Zwischen 1967 und 1969 besuchte er die North Texas State University.
Erste Aufnahmen als Sideman hatte er im März 1968 als er als Mitglied einer Band von Elvin Jones im "Village Vanugard" in New York gemacht. Der Mitschnitt erschien erst später unter dem Titel "Live At The Village Vanguard" (Enja, 1974). Peterson machte nur auf einem längeren der vier Tracks mit.
1970 zog Peterson für mehrere Jahre nach New York City, wo er 1974 das Sunrise Orchestra gründete. Ab 1970 spielte er auch in den Gruppen von Rashaan Roland Kirk, im Roy Haynes Hip Ensemble, im Elvin Jones Quintett sowie bei Pharoah Sanders, Richard Davis, Clifford Thornton und Archie Shepp in den USA, Europa und Japan.
Zwischen 1971 und 1973 war er als Solist im Gil Evans Orchestra, zu hören vor allem auf der LP "Gil Evans Plays The Music Of Jimmy Hendrix" (RCA, 1975) sowie auf rund 14 weiteren Evans-Alben in den 1970er und 1980er Jahren.
Weiter machte er Aufnahmen mit George Adams, Andrew Cyrille, Billy Hart, Don Pullen, Herry "Sweets" Edison, Grachan Moncur III, Masabumi Kikuchi, Frank Foster, Was (Not Was), Pharoah Sanders, Leonard Lonergan, Eric Kloss und Grachan Moncur III.
"Children Of The Fire" (Sunrise, 1974) war seine erste Aufnahme als Leader. Darauf präsentierte er eine fünfteilige Suite, gespielt vom fast 20-köpfigen Sunrise Orchestra, das auch Streicher und Sängerinnen/ Sänger umfaste.
Auf "Hannibal" (MPS, 1975), der zweiten Aufnahme des Sunrise Orchestras, wurde er von Michael Cochrane (p), Diedre Murray (cello), Stafford James (b), Thabo Michael Carvin (dm, perc) und Chris Hart (perc) begleitet.
"In Berlin" (MPS, 1977) zeigte Peterson bei einem Auftritt am 3. November 1976 am Jazzfestival Berlin mit Cochrane und Murray sowie mit George Adams (ts), Steve Neil (b), Allen Nelson (dm). Am 20. Juli 1977 entstand in Südfrankreich mit "Hannibal In Antibes" (Enja, 1977) eine weitere Liveaufnahme.
Das Lineup von Petersons Gruppen erfuhr von Aufnahme zu Aufnahme Veränderungen. Der Mitschnitt eines Auftrittes im Februar 1976 in der Schweiz erschien als japanische Produktion unter dem Titel "Live In Lausanne" (Baystate, 1978).
Eine weitere japanische Produktion war "Naima" (East World, 1978) mit Kenny Barron (p), Cecil McBee (b) und Billy Hart (dm) sowie in einem der beiden Tracks mit Diedre Murray (cello). Weitere japanische Produktionen hiessen in jener Zeit "The Light" (Baystate, 1978) und "Tribute" (Baystate, 1979).
Von "The Tribe" erschienen 1978 lediglich Testpressungen, ehe die mit zehn Musikern/Musikerinnen eingespielten Aufnahmen offiziell (Kindred Spirits, 2013) veröffentlicht wurden. Eine Aufnahme mit Leonard Lonergan (ss) als Co-Leader sowie zehn weiteren Musikern hiess "The Universe Is Not For Sale" (Smackdab, 1980).
Für "The Angels of Atlanta" (Enja, 1981) zog Peterson neben sechs Musikern den Harlem Boys Choir bei. "Poem Song" (Mole, 1981) entstand live in London mit englischen Musikern. "More Sightsings" (Enja, 1984) war eine Aufnahme, die unter dem Gruppennamen George Adams, Hannibal & Friends auf den Markt kam.
Dann wurde es mehrere Jahre lang ruhig um Hannibal. Mit "Visions Of A New World" (Atlantic, 1989) tauchte er wieder auf. Es handelte sich um eine Einspielung mit Dee Dee Bridgewater (vcl) sowie rund über 20 weiteren Musikern/Musikerinnen.
Bei "Kiss On The Bridge" (Ear-Rational, 1990) und "Crossings" (Ear-Rational, 1990) handelte es sich um zwei Livemitschnitte vom selben Auftritt am 28. Januar 1990 in Berlin, als Hannibal von der deutschen Formation Serene begleitet wurde.
Auf seiner letzten jazznahen Aufnahme "One With The Wind" (Muse, 1994) spielte Peterson in Begleitung von Joe Ford (as, ss), Michael Cochrane (p), Lonnie Plaxico (b), Cecil Brooks III (dm) und Jeff Haynes (perc).
Fortan wandte sich der inzwischen in Bastrop, Texas, niedergelassene Peterson vollständig seiner Tätigkeit als Komponist neoklassischer Werke zu. Er begann sich Hannibal Lokumbe zu nennen und schrieb eine ganze Reihe von Werken für Streichquartett bis grosse Orchester.
"African Portraits" war ein Oratorium über die Wurzeln der Afro-Amerikaner, das 1990 in der Carnegie Hall in New York vom American Composers Orchestra uraufgeführt und seither fast 60 Mal gespielt wurde.
In der Fassung des Chicago Symphony Orchestra unter Daniel Barenboim liegt das Werk auch in einer CD-Einspielung (Teldec, 1995) vor. Ein weiteres gross angelegtes Werk hiess "Dear Mrs. Parks", das in einer Version des Detroit Symphony Orchestras unter Thomas Wilkins auf einer CD (Naxos, 2009) erschien.
Es handelte sich um ein Werk für Orchester, Chor und vier Stimmen. In die gleiche Richtung ging "Can You Hear God Crying?" (Naxos, 2014), eingespielt vom Chamber Orchestra of Philadelphia mit dem The Music Liberation Orchestra. Bei letzterer Gruppe handelte es sich um eine jazznahe Formation von Peterson, die nichts mit der gleichnamigen Gruppe von Charlie Haden zu tun hatte. 02/26


