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Isaac Hayes

  • musicmakermark
  • vor 3 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Amerikanischer Soul-Singer/Songwriter, Multiinstrumentalist, Bandleader und Schauspieler, geboren am 20. August 1942 in Covington, Tennessee. Er wuchs bei seinen Grosseltern auf. Mit fünf Jahren begann er in der Kirche zu singen. Das Spielen auf dem Klavier, der Hammondorgel, der Flöte und auf dem Saxophon brachte er sich selber bei.


 

Er flog zwar aus der Manassas High School in Memphis, doch er holte den Abschluss mit 21 Jahren nach. Das musikalische Talent bekam mehrere Stipendien von Colleges und Universitäten, aber er entschied sich, gleich ins Berufsleben einzusteigen.

 

Tagsüber arbeitete er in einer Fleisch-Verpackungsfirma in Memphis und am Abend spielte er in Clubs und Juke Joins in Memphis und im nördlichen Teil des Bundesstaates Mississippi. Ende der 1950er Jahre hatte er seine ersten Auftritte als Profimusiker als Sänger im "Curry's Club" in North Memphis, wo er von der von Ben Branch geleiteten Hausband begleitet wurde.

 

Erste Aufnahmen machte er als Sessionmusiker in den frühen 1960er Jahren für verschiedene Künstler des Labels "Stax Records", das in Memphis beheimatet war. Zudem komponierte er mit David Porter mehrere Hits für Sam & Dave, die von Hayes, Porter und von der damaligen "Stax"-Studioband Booker T. & The M.G.'s produziert wurden.

 

Isaac Hayes erstes eigenes Album "Presenting Isaac Hayes" (Enterprise, 1967) dagegen war ein Flop. "Enterprise" war ein Unterlabel von "Stax", auf dem alle frühen Aufnahmen von Hayes erschienen. Im Dezember 1967 verlor "Stax" seinen Star Otis Redding, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.

 

Zudem musste "Stax" den ganzen Backkatalog im Mai 1968 an "Atlantic" abgeben. Deshalb wurde bei "Stax" an Dutzenden von neuen Alben gearbeitet. Das erfolgreichste war "Hot Buttered Soul" (Enterprise, 1968), der Zweitling von Isaac Hayes.

 

Die LP stand bei den US-R&B- und bei den US-Jazz-Alben ganz zuoberst und belegte bei den Billboard 200 Platz 8. Hayes hatte dafür längere Songs komponiert, in denen Klänge von Orgeln, Bläsern und Gitarren dominierten.

 

Dieses Album prägte auch das äusserliche Image von Isaac Hayes, dessen kahlrasierter Schädel, die Goldkette und die Sonnenbrille zu dessen Markenzeichen wurde. Mit seinen nächsten beiden Alben "The Isaac Hayes Movement" und "...To Be Continued" (beide Enterprise, 1970) konnte Hayes den Erfolg von "Hot Buttered Soul" bestätigen.

 

Beiden Alben standen bei den US-R&B- und den Jazzalben erneut auf Platz 1 und belegten die Plätze 8 bzw. 11 bei den Billboard 200. Bei den Singles hatte er lediglich einige Top-50-Songs. 1971 versprach ihm der Regisseur Gordon Parks die Hauptrolle im Blaxploitation-Film "Shaft" und bestellte bei ihm die Filmmusik.

 

Obwohl die Hauptrolle bereits an Richard Roundtree vergeben war, machte sich Hayes an die Arbeit, nachdem er von Parks erstes Rohmaterial des Films erhalten hatte. Hayes komponierte zuerst das später äusserst bekannte Titelstück sowie zwei weitere Titel.

 

"MGM" war damit zufrieden, so dass Hayes weiteres Material schrieb. Die Rhythmustracks spielte er an einem Tag mit der "Stax"-Band The Bar-Kays ein. Später folgten noch die Orchesterspuren und danach die Vokalspuren.

 

Der auf einer Doppel-LP veröffentlichte, fast ausschliesslich aus Instrumentals bestehende Filmsoundtrack "Shaft" (Enterprise, 1971) wurde Isaac Hayes erfolgreichstes Album. Es stand sowohl bei den Billboard 200, als auch bei den R&B- und Jazz-Charts auf Platz 1. Das als Single ausgekoppelte Titelstück kletterte bei den Billboard Hot 100 ebenfalls ganz nach oben auf Platz 1.

 

Dazu gab's für dieses erste Doppelalbum eines R&B-Musikers gleich drei Grammys. Auch der Film wurde Kult. Hayes war im Film dann dennoch zu sehnen, in einer Cameo-Rolle als Barkeeper. Das Album enthielt mit "Do Your Thing" einen 19:38-minütigen Track mit Gesang.

 

Eine 33-minütige Psychedelic Funk-Version kam später zusammen mit einem 11:27-minütigen Rhythm Section-Mix auf der LP "Do Your Thing" (Now-Again, 2016) heraus. Nach "Shaft" folgte mit "Black Moses" (Enterprise, 1971) wieder ein normales Album, das wegen der Länge einzelner Stücke ebenfalls in Form einer Doppel-LP erschien.

 

Damit war Hayes erstmals auch in den UK-Charts vertreten. In den Billboard 200 reichte es zu Platz 10, bei den US-R&B-Alben zu Platz 1, bei den US-Jazzalben zu Platz 2. Dazu veröffentlichte Hayes in jener Zeit mehrere Non-Album-Singles, von denen es einige wenige in die Top-10 der Billboard Hot 100 schafften.

 

Auch das erste Livealbum "Live At Sahara Tahoe" (Enterprise, 1973) war in den Billboard 200 ein weiteres Top-15-Album, dazu ein Nummer-1-Album bei den R&B-Alben. Knapp etwas schlechter schnitt Haynes mit seinem nächsten Studioalbum "Joy" (Enterprise, 1973) ab.

 

Danach lieferte Hayes mit "Three Tough Guys" und "Truck Turner" (beide Enterprise, 1974) zwei weitere Soundtracks für Blaxploitation-Filme ab. In "Truck Turner" spielte Hayes die Hauptrolle. An "Shaft" konnte Hayes damit aber bei weitem nicht anknüpfen, blieben beide Alben bei den Billboard 200 im Bereich von Platz 150.

 

1974 befand sich "Stax" in grossen finanziellen Schwierigkeiten und auch Hayes stand bei der Bank, über die "Stax" ihre Geschäfte abwickelte, mit 5,3 Millionen Dollar in der Kreide. "Stax" entliess Hayes aus dessen Vertrag, so dass die Bank auf die künftigen Einnahmen von Hayes zurückgreifen konnte.

 

Isaac Hayes gründete mit "Hot Buttered Soul" (HBS) ein neues Label dessen Veröffentlichungen von "ABC Records" vertrieben wurden. Mit "Chocolate Chip" (Hot Buttered Soul, 1975),  dem ersten Album auf dem neuen Label, ging Hayes mehr in Richtung Disco.

 

Mit Platz 18 bei den Billboard 200 und Platz 1 bei den R&B-Alben war es allerdings für längere Zeit des letzte erfolgreiche Album von Hayes. Die nächsten Alben "Disco Connection" (Hot Buttered Soul, 1975), "Groove-A-Thon" (Hot Buttered Soul, 1976) und "Juicy Fruit (Disco Freak)" (Hot Buttered Soul, 1976) kamen zwar alle in die Charts, verkauften sich aber bei weitem nicht mehr so gut, wie diejenigen daovr.

 

1977 ging Isaac Hayes bankrott. Er verlor dabei sein ganzes Vermögen und selbst die Rechte an seinen Songs. Auch mit dem 1974 gekaufen Basketball-Team Memphis Tams, das in Memphis Sounds umgetauft wurde, hatte Hayes nur Probleme, so dass er und seine Partner es weiterverkaufen mussten.

 

1977 tauchte Isaac Hayes mit dem Studioalbum "New Horizon" (Polydor, 1977) wieder auf. Gleichzeitig wurde das mit Dionne Warwick eingespielte Livealbum "A Man And A Woman" (ABC, 1977) veröffentlicht, ohne dass sich Erfolg einstellte. Danach folgten "For The Sake Of Love" (Polydor, 1978) sowie "Hotbed" (Fantasy, 1978) mit früheren Non-Album-Singles und bisher unveröffentlichtem Material.


Mit "Don't Let Go" (Polydor, 1979) war Hayes wieder einmal in den Top-40 der Billboard 200. Mit Millie Jackson nahm er "Royal Rappin's" (Polydor, 1979) auf. Dazwischen war er in TV-Serien und in weiteren Filmen in Haupt- und Nebenrollen aufgetreten. Nach "And Once Again" (Polydor, 1980) und "Lifetime Thing" (Polydor, 1981) legte Hayes eine Pause ein.

 

Auf seinen Comebackalben "U-Turn" (Columbia, 1986) und "Love Attack" (Columbia, 1988) verwendete Hayes Synthesizer und Drum-Machines, ohne damit Erfolg zu haben. Danach legte er erneut eine Pause ein. Unter dem Titel "Wonderful" (Stax, 1994) erschien Archivmaterial aus der "Stax"-Zeit, gefolgt vom Comebackalbum "Branded" (Point Black, 1995).

 

Gleichzeitig wie "Branded" erschien mit "Raw and Refined" (Point Black, 1995) eine Sammlung von neuen und älteren Instrumentals, die bisher noch nie veröffentlicht worden waren. Etwas Ruhm und Berühmtheit brachte ihm aber in jener Zeit die "Rolle" als "Chef" in der TV-Zeichentrickfilmserie "South Park" ein, die von 1997 bis 2006 erfolgreich lief.

 

Mit "Chef Aid: The South Park Album" (Columbia und American, 1998) erschien ein Album mit Songs aus dieser Serie. Diese stammten nicht nur von Chef alias Hayes, sondern teilweise auch von Ozzy Osborne, Elton John, Rancid, System Of A Down, 'Ol Dirty Bastard, Wyclef Jean, Devo, Ween sowie Rick James & Ike Turner.

 

Chefs Song "Chocolate Salty Balls" wurde sogar eine Nummer-1-Single in England. Für die Soundtracks der französischen Filme "Rugrats in Paris" (Maverick, 2000) und "Comme un aimant" (361 Records, 2000) lieferte er Tracks. 2002 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

 

"Isaac Hayes at Wattstax" (Fantasy, 2003) war eine weitere Archivaufnahme. Beginnend mit "This Is Isaac Hayes" (Stax, 1971) erschienen im Laufe der Jahre über 70 Compilations. Unter dem Titel "Essential Albums" (Stax, 2011) wurden seine wichtigsten Alben "Shaft", "Black Moses" und "Hot Buttered Soul" zu einer 4-CD-Box vereint.

 

"The Spirit Of Memphis (1962-1976)" (Craft und Stax, 2017) war ein 4-CD-Set, das von einer 7"-Single begleitet wurde. Die vier CD trugen die Titel "Soul Songwriter, Soul Producer", " Volt & Enterprise Singles", "Cover Man & Recorded Live At Operation PUSH Black Expo, International Amphitheatre, Chicago, IL - October 1, 1972" sowie "Jam Master".

 

Die Box enthielt mehrere bisher unveröffentlichte Aufnahmen. "Hot Buttered Singles 1969-1972" (Stax und Ace, 2024) und "Hot Buttered Singles Volume 2 1972-1976" (Stax und Ace, 2025) deckte teilweise den selben Zeitraum ab.

 

Im März 2006 hatte Isaac Hayes einen leichten Schlaganfall erlitten. Am 10. August 2008 starb Hayes 65-jährig in Memphis, Tennessee.      01/26

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