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Jimmy Giuffre Three

  • musicmakermark
  • vor 9 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanisches Jazz-Trio zwischen Kammerjazz und freier Improvisation, gegründet 1956 in Los Angeles, California, vom Klarinettisten, Tenor und Bartionsaxofonisten Jimmy Giuffre. Bei der Gründung wurde Giuffre von Claude Debussys Sonate für Flöte, Viola und Harfe inspiriert.


 

Giuffres erste Three-Mitmusiker waren Jim Hall (g) und Ralph Peña (b). Mit ihnen nahm Giuffre im Dezember 1956 "The Jimmy Giuffre 3" (Atlantic, 1957) auf. Ziemlich genau ein Jahr später ging Giuffre mit Hall und Jim Atlas (b) an Stelle von Ralph Peña ins Studio, um acht weitere Titel einzuspielen.

 

Zwei davon wurden auf einer CD-Wiederveröffentlichung des ersten Albums (Atlantic, 1988) als Bonustracks beigegeben. In der zweiten Ausgabe der Jimmy Giuffre Three wurde der Bass durch eine Posaune ersetzt. Ab 1958 bestand die Gruppe aus Giuffre, Hall und Bob Brookmeyer (v-tb).

 

Im Januar 1958 spielte dieses Trio "Trav'lin Light" (Atlantic, 1958) ein. Weitere Aufnahmen des Trios vom September 1958 erschienen unter dem Titel "The Four Brothers Sound" (Atlantic, 1960). Darauf spielte Giuffre vier Tenorsaxophonspuren übereinander.

 

Drei weitere Titel waren zuvor auf die selbe Weise ohne seine beiden Begleiter entstanden. Eine dritte LP des Trios Giuffre, Hall und Brookmeyer entstand im Dezember 1959 in einem New Yorker Studio vor Publikum. Sie hiess "Western Suite" (Atlantic, 1960).

 

Radioaufnahmen des ersten Trios mit Hall und Peña von einem Auftritt im Juli 1957 am Newport Jazz Festival sowie solche des zweiten Trios mit Hall und Brookmeyer beim Auftritt am Newport Jazz Festival ein Jahr später, das heisst vom Juli 1958, wurden Jahrzehnte später unter dem Titel "Hollywood & Newport 1957-1958" (Fresh Sound, 1992) auf den Markt gebracht.

 

Ergänzend dazu fanden sich auf dieser CD auch Aufnahmen eines TV-Auftritts des zweiten Trios vom Oktober 1958 in Hollywood. Zuvor hatte das selbe Label unter dem Titel "Hollywood Live Sessions 1957-58" (Fresh Sound, 1989) die Hollywood-Aufnahmen vom Oktober 1958 mit solchen des ersten Trios, aufgenommen im Januar 1957 ebenfalls in Hollywood, gekoppelt.


 

Ende Februar/Anfang März 1959 kehrte Giuffre für die Aufnahmen der Trio-LP "Seven Pieces" (Verve, 1959) wieder zur früheren Formel Blasinstrument, Gitarre und Bass zurück. Neben Jim Hall (g) war nun Red Mitchell (b) Mitglied der Jimmy Giuffre Three.

 

Im Frühling/Sommer 1959 war Giuffre mit seiner Three in Europa auf Konzerttournee, allerdings mit Buddy Clark als Bassisten. Ein Mitschnitt eines Konzerts vom Juni 1959 in Rom wurde später unter dem Titel "Princess" (Fini, 1990) zugänglich gemacht.

 

Im August 1959 gingen Giuffre und Hall mit Ray Brown (b) ins Studio. Diese Aufnahmen erschienen erst Jahrzehnte später unter dem Titel "The Easy Way" (Verve, 2003). Bei Konzerten später im August 1959 in Chicago bzw. Februar 1960 in Paris war Wilfred Middlebrooks der Bassist des Trios.

 

Aufnahmen von diesem Auftritt kamen später als Teil der CD "Olympia, Paris 1960/1965" (Trema, 1999) heraus. Der Rest der CD bestand aus aus einem Konzertmitschnitt des Trios Giuffre, Don Friedman (p) und Barre Phillips (b) vom Februar 1965 im selben Konzertsaal.

 

Die beiden Olympia-Trioauftritte wurden später auch unter Titeln wie "Paris Jazz Concert" (Olivi, 2002) und "Olympia 2rd, 1960 & 27th 1965" (LaserLight, 2002) veröffentlicht. Die wegweisendste, wenn auch kurzlebigste Three-Besetzung bestand 1961/1962 aus Giuffre, Paul Bley (p) und Steve Swallow (b).

 

In dieser Besetzung entstanden im März 1961 "Fusion" und im August 1961 "Thesis" (beide Verve, 1961). Die Aufnahmen wurden später neu abgemischt und als "The Jimmy Giuffre Three, 1961" (ECM, 1992) auf einer Doppel-CD wiederveröffentlicht.

 

Im Herbst 1961 war dieses Trio in Europa unterwegs, wo zahlreiche Konzerte mitgeschnitten wurden. Die beiden LP "Jimmy Giuffre Trio Live In Europe 1961 bzw. Vol. 2" (beide Raretone, 1984) enthielt einen Mitschnitt des Konzerts vom Oktober 1961 in Graz.

 

Später wurden diesen Aufnahmen unter dem Titel "Graz – Live 1961" (Hat Ezzthetics, 2019) wiederveröffentlicht. "Emphasis, Stuttgart 1961" (Hat Art, 1993) mit Aufnahmen eines Konzerts vom 7. November in Stuttgart und "Flight, Bremen, 1961" (Hat Art, 1993) mit dem Konzert vom 23. November 1961 in Bremen wurden auf als Doppel-CD "Emphasis & Flight 1961" (Hatology, 2003) zusammengefasst.

 

Diese Aufnahmen wurden später unter dem Titel "Bremen & Stuttgart" (Emanem, 2016) noch einmal wiederveröffentlicht. Ergänzt wurde das Material mit sechs weiteren Tracks des Bremen-Auftritts und zwei Stücken von "Fusion", die auf der "ECM"-Wiederveröffentlichung keinen Platz gefunden hatten.

 

Mit "Free Fall" (Columbia, 1963) spielte The Three im Oktober November 1962 ein drittes reguläres Studioalbum ein. Ein Teil davon, bestehend aus Solo-, Duo- und Trioaufnahmen, war frei improvisiert.

 

Ende der 1980er Jahre kam es zu einer Reunion dieser Version der Jimmy Giuffre Three, zuerst im Aufnahmestudio, dann auch auf der Bühne. Im Dezember 1989 spielten Giuffre, Bley und Swallow "The Life Of A Trio: Saturday" (Owl, 1990) und "The Life of A Trio: Sunday" (Owl, 1990) ein. Die beiden Alben enthielten auch Solo- und Duotracks.

 

Am dritten Tag dieser Aufnahmesession in New York City nahmen Bley und Swallow auch das Duoalbum "Partners" (Owl, 1990) auf. Nach diesen ersten Reunionalben fand sich das Trio zu zwei weiteren Aufnahmen zusammen. Im April 1992 wurde "Fly Away Little Bird" (Owl, 1993) aufgenommen und im Mai 1993 "Conversations With A Goose" (Soul Note, 1996).  

 

1964/65 leitete Giuffre mit Don Friedman (p) und Barre Phillips (b) eine weitere Three-Formation, von der nur die erwähnten Aufnahmen von einem Auftritt am 27. Februar 1965 in Paris existieren. Dennoch erschienen später Aufnahmen von Jimmy Giuffre aus jener Zeit, bei denen Friedman und Phillips beteiligt waren.

 

Es handelte sich um die Doppel-CD "The Jimmy Giuffre 3 & 4: New York Concerts" (Elemental, 2014). CD 1 enthält einen Mitschnitt eines Konzerts der Jimmy Giuffre Three vom September 1965 in der New Yorker "Judson Hall" mit Richard Davis (b) und Joe Chambers (dm). CD 2 war eine Quartettaufnahme vom Mai 1965 mit Don Friedman (p), Barre Philips (b) und erneut Joe Chambers (dm).

 

Nach rund zehnjähriger allgemeiner Studioabstinenz stellte Jimmy Giuffre Anfang der 1970er Jahre ein letztes festes Trio auf die Beine. Mit Kiyoshi Tokunaga (b) und Randy Kaye (dm) nahm er im Dezember 1972 "Music For People, Birds, Butterflies And Mosquitos" (Choice, 1973) und im April 1975 "River Chant" (Choice, 1975) auf.

 

Unter dem Titel "Mosquito Dance" (DJM, 1977) wurden beide Aufnahmen zu einer Doppel-LP zusammengefasst. Das erste der beiden Alben kam später als "Night Dance" (Candid, 2002) auf CD noch einmal heraus, das zweite wurde als "The Train And The River" (Choice, 2002) auf CD wiederveröffentlicht.

 

Zwischen diesen beiden Triosessions war Giuffre im November 1974 mit Paul Bley (p) und Bill Connors (g) ins Studio gegangen. Dabei entstand "Quiet Song" (IAI, 1975), die auf dem Label von Paul Bley erschienen. Jimmy Giuffre starb am 24. April 2008 in Pittsfield, Massachusetts, zwei Tage nach seinem 87. Geburtstag. 


Von der Jimmy Giuffre Three erschienen auch mehrere Compilations. "The Complete Capitol & Atlantic Recordings Of Jimmy Giuffre" (Mosaic, 1997) enthielt auf 6 CDs oder 10 LPs sämtlichen frühen Aufnahmen von Giuffre, darunter auch solche, die ausserhalb des Trios entstanden waren.

 

Das 4-CD-Set "Complete Studio Recordings" (Gambit, 2008) beschränkte sich auf jene Aufnahmen/Alben, die Giuffre und Hall zusammen mit Ralph Peña, Jim Atlas, Red Mitchell, Ray Brown oder Wilfred Middlebrooks (b) bzw. mit Bob Brookmeyer (p, v-tb) zwischen 1957 und 1959 eingespielt hatten.   

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