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Joe Lovano

  • musicmakermark
  • 15. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Sopran-, Alt- und Tenorsaxophonist, Flötist, Klarinettist, Multiinstrumentalist, Komponist und Bandleader, geboren am 29. Dezember 1952 in Cleveland, Ohio. Lovano wurde bereits als Kind von seinem Vater, dem Tenorsaxophonisten Tony "Big T" Lovano, ausgebildet.


 

Nach dem Besuch der High School ging er an die Berklee School of Music in Boston, wo er Schüler von Herb Pomeroy, Joe Viola, Andy McGee, John LaPorta und Gary Burton war und mit Musikern wie John Scofield, Bill Frisell und Kenny Werner arbeitete.

 

Die Berklee School verlieh ihm 1994 den Distinguished Alumni Award, 1998 einen Ehrendoktortitel und 2001 den The Gary Burton Chair for Jazz Performance. Nach der Berklee School kam er Mitte der 1970er Jahre mit Dr. Lonnie Smith als Leader zu ersten Aufnahmen.

 

Nach einer Zusammenarbeit mit Brother Jack McDuff nahm er an Woody Hermans Jubiläumstournee teil, deren Höhepunkt das The 40th Anniversary Concert in der Carnegie Hall 1976 war, bei dem auch Stan Getz, Frank Tiberi, Zoot Sims, Al Cohn und Jimmy Giuffre dabei waren.

 

Nach drei Jahren mit Woody Herman liess sich Lovano in New York City nieder. Dort begann seine Zusammenarbeit mit der Sängerin und Tänzerin Judi Silvano, die er später heiratete. Mit dem Mel Lewis Orchestra entstanden bis 1992 sechs Alben. Daneben arbeitete er unter anderem für Elvin Jones, Carla Bley, Lee Konitz, Charlie Haden und Bob Brookmeyer.


Ab 1981 trat er vielfach mit Paul Motian und Bill Frisell im Trio und in grösseren Gruppen auf (siehe Joe Lovano/Bill Frisell/Paul Motian). Das Trio bildete auch die Basis für Aufnahmen des Paul Motian Quintets bzw. für andere Aufnahmen von Paul Motian.


Von 1989 bis 1993 war er Mitglied des John Scofields Quartett. Daneben trat er mit Gunther Schuller, Herbie Hancock, Elvin Jones, Charlie Haden, Carla Bley, Bobby Hutcherson, Dave Brubeck, Billy Higgins, Dave Holland, Ed Blackwell, Michel Petrucciani, Lee Konitz, Abbey Lincoln, Tom Harrell, McCoy Tyner, Jim Hall und Bob Brookmeyer auf.

 

"Tones, Shapes And Colors" (Soul Note, 1986) war sein erstes Album als Leader. Das Lovano Quartet bestand dabei aus Kenny Werner (p), Dennis Irwin (b) und Mel Lewis (dm). Joe Lovano leitete im Laufe seiner langen Karriere viele weitere eigene Gruppen (siehe Joe Lovano in eigenen Gruppen).

 

"Hometown Sessions" (JSL, 1987) spielte er in seiner früheren Heimat mit seinem Vater Tony "Big" T Lovano (ts) sowie Eddie Baccus (org), Lawrence “Jacktown” Jackson oder Anthony Lovano (dm) ein. In Europa entstand mit Bert Joris (tp), Michel Herr (p), Hein Van De Geyn (b) und Dré Pallemaerts (dm) "Solid Steps" (Jazz Club, 1987).

 

Mit Salvatore Bonafede (p) als Co-Leader sowie mit Cameron Brown (b) und Adam Nussbaum (dm) kam "Actor/Actress" (Bellaphon, 1990) zu Stande. Aldo Romano (dm) war Duopartner auf "Ten Tales" (Owl, 1990).

 

"Sounds Of Joy" (Enja, 1991) war Lovanos erste eigene Trio-Aufnahme, engespielt mit Anthony Cox (b) und Ed Blackwell (dm). Sein erstes Album für "Blue Note war "Landmarks" (1991). Seine Begleiter darauf waren John Abercrombie (g), Kenny Werner (p), Marc Johnson (b) und Bill Stewart (dm).

 

Für das selbe Label enstand mit Michel Petrucciani (p), Dave Holland (b) und Ed Blackwell (dm) "From The Soul" (Blue Note, 1992). Mit Tim Hagans (tp), Kenny Werner (p), Charlie Haden oder Scott Lee (b), Steve Swallow (e-b), Jack DeJohnette (dm) und Judi Silvano (vcl) wurde "Universal Language" (Blue Note, 1993) aufgenommen.

 

Für "Tenor Legacy" (Blue Note, 1994) versammelte er Joshua Redman (ts),  Mulgrew Miller (p), Christian McBride (b), Don Alias (perc) und Lewis Nash (dm) im Studio. Auf "Rush Hour" (Blue Note, 1995) spielte Lovano mit einem neunköpfigen Ensemble Arrangements von Gunter Schuller.

 

"Tenor Time" (Something Else, 1997) war eine japanische Produktion mit Junko Onishi (p) Rodney Whitaker (b) und Al Foster (dm) als Mitmusiker. "Celebrating Sinatra" (Blue Note, 1997) war eine Hommage an Frank Sinatra, eingespielt mit einem 15-köpfigen Ensemble.

 

"Flying Colors" (Blue Note, 1998) hiess eine Duo-CD mit  Gonzalo Rubalcabo (p). "Trio Fascination: Edition One" (Blue Note, 1998) war eine Trio-Aufnahme mit Dave Holland (b) und Elvin Jones (dm). Für "Friendly Fire" (Blue Note, 1999) holte Lovano Greg Osby (as, ss) als Co-Leader sowie Jason Moran (p), Cameron Brown (b) und Idris Muhammad (dm)  ins Studio.

 

Auf "Grand Slam" (Telarc Jazz, 2000) waren Jim Hall (g), George Mraz (b), Lewis Nash (dm) und Lovano gleichwertige Partner. Ebenfalls unter dem Namen der Musiker Joe Lovano (ts), James Emery (g), Judi Silvano (vcl) und Drew Gress (b) erschien "Fourth World" (Between The Lines, 2001).

 

Auf "Flights of Fancy: Trio, Fascination, Volume 2" (Blue Note, 2001) beschäftigte Lovano nicht weniger als acht Mitmusiker. "Jazz Standards: Solo Interpretations And Expressions" (Lovo, 2003) war eine DVD/Video-Kassette mit Livematerial von 2001.

 

"I'm All For You" (Blue Note, 2004) und "Joyous Encounter" (Blue Note, 2005) waren Quartettaufnahmen unter Lovanos Namen mit Hank Jones (p), George Mraz (b) und Paul Motian (dm). Mit Hank Jones (p) nahm er "Kids: Live At Dizzy's Club Coca-Cola" (Blue Note, 2007) auf.

 

"Symphonica" (Blue Note, 2008) zeigte den Saxophonisten mit der WDR-Bigband und dem Sinfonieorchester des WDR. Auf "Stolas: Book Of Angels Volume 12" (Tzadik, 2009) war Lovano Gast des Masada Quintets von John Zorn und auf "Mostly Coltrane" (ECM, 2009) war er Gast des Steve Kuhn Trios.

 

Mit Benjamin Koppel als Co-Leader sowie mit Kenny Werner (p), Scott Colley (b) und Johnathan Blake (dm) wurde bei einem Auftritt 2015 "The Mezzo Sax Encounter" (ArtistShare und Cowbell, 2016) aufgezeichnet. Koppel und Lovano spielten beide ein so genanntes Mezzo Saxophone, das zwischen einem Sopran- und einem Altsax angesiedelt ist.

 

Zusammen mit David Liebman (ts, ss, recorder, fl) als Co-Leader sowie mit Phil Markowitz (p), Ron McClure (b) nd Billy Hart (dm) entstand "Compassion: The Music of John Coltrane" (Resonance, 2017).

 

Auf "Roma" (ECM, 2019) war Lovano Co-Leader mit Enrico Rava (tp, flh). Dazu kamen als weitere Musiker Giovanni Guidi (p), Dezron Douglas (b) und Gerald Cleaver (dm). Für "Arctic Riff" (ECM, 2020) und "Homage" (ECM, 2025) tat er sich mit den Tomasz Stanko-Begleitern Marcin Wasilewski (p), Slawomir Kurkiewicz (b) und Michal Miskiewicz (dm) zusammen.

 

Die Hommage "On Once Around The Room – A Tribute To Paul Motian" (ECM, 2022) nahm er mit Jakob Bro (g) als Co-Leader sowie mit Larry Grenadier und Thomas Morgan (b), Anders Christensen (e-b) auf. Dieses ungewöhnlich instrumentierte Septett war auch auf der Doppel-LP "Live At The Village Vanguard" (Loveland, 2025) zu hören.                                        

 

Lovano war Gastmusiker auf Aufnahmen von Henri Texir, George Schuller, Yosuke Yamashita, Andy LaVerne, Bill De Arango, Giovanni Tommaso, Ed Thigpen, Conrad Herwig und anderen. Discogs.com führt für Joe Lovano über 400 Credits als Musiker auf.               04/26

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