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Joe Tex

  • musicmakermark
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Singer/Songwriter zwischen Rock'n'Roll, R&B, Soul, Funk und Disco, geboren am 8. August 1935 in Rogers, Texas als Joseph Arrington Jr.. Er nannte sich später auch Yusuf Hazziez. Tex wuchs in Baytown, Texas, auf und spielte in der Highschool-Band Baritonsaxophon.


 

Dazu sang er in einem Kirchenchor. Später trat er bei mehreren Talentshows auf und gewann bei einem dieser Wettbewerbe als 18-Jähriger 300 Dollar sowie eine Reise nach New York. Dort trat er im Amateurprogramm des "Apollo"-Theaters in Harlem auf und gewann dort viermal den ersten Preis.

 

Dies führte zu einem Vertrag mit "King Records". Tex musste allerdings zuerst die Highschool beendeten, ehe er 19-Jährig den Vertrag unterzeichnen durfte. Für "King Records" entstanden zwischen 1955 und 1957 mehrere Singles, die jedoch erfolglos blieben.

  

Um seine Miete bezahlen zu können, verkaufte er die Rechte am Song "Fever" an "King Records". "Fever" (King, 1956) wurde für Little Willie John ein Hit, wobei Otis Blackwell alias John Davenport und Joe Cooley die Tantièmen dafür einkassierten.

 

Der Song wurde später von anderen Musikerinnen, Musikern und Gruppen gecovert, so von Peggy Lee, Elvis Presley, The McCoys, Beyoncé und Madonna. 1958 hatte Tex zu "Ace Records" gewechselt, wo er weiter erfolglos blieb und lediglich als Opener für Jackie Wilson, James Brown und Little Richard auftreten konnte.

 

Dann heuerte er bei "Anna Records" in Detroit an, wo er mit "All I Could Do Was Cry" (Anna, 1960), einem Cover eines Songs von Etta James, einen ersten kleinen Hit hatte. 1961 nahm er "Baby You're Right" (Anna, 1961) auf.

 

James Brown übernahm die Melodie, schrieb einen anderen Text dazu, beanspruchte damit die Autorenrechte. Brown hatte mit dieser Single (King, 1962) einen Nummer-2-Hit in den amerikanischen R&B-Charts und einen Top-50-Hit bei den Billboard Hot 100.


Es war nicht das erste Mal, dass Joe Tex und James Brown aneinander gerieten. Der Streit hatte schon in den 1950er Jahre begonnen, als Brown und Tex beide bei "King Records" unter Vertrag standen und Brown Tex bei Konzerten zu Battles heraus forderte.  


1961 engagierte Brown Bea Ford, die Ex-Frau von Tex, als Sängerin und nahm mit ihr den Song "You've Got The Power" auf. Danach schrieb Brown einen Brief an Tex und erklärte, dass er Bea Ford zurückhaben könne. Tex antwortete mit dem Song "You Keep Her" und nannte darin James Browns Namen.

 

Der Streit eskalierte 1963, als Tex bei einem Konzert von James Brown in Macon, Georgia, mit einem Umhang auftrat und wie James Brown jeweils bei seinem Song "Please Please Please" theatralisch ausrief "Please - Somebody help get me out of this cape!".

 

James Brown fand dies gar nicht lustig und schoss Tex später am Abend bei einer After Show-Party in einem Nightclub an. Der Streit ging auch später noch weiter. Tex behauptete stets auch, dass James Brown ihm gewisse Tanzbewegungen und Mikrofontricks abgekupfert hatte.

 

Ab Mitte der 1960er Jahre hatte Tex nach 30 erfolglosen Singles endlich selber einen grossen Hit. Seine Single "Hold What You've Got" (Dial, 1964) stand auf Platz 5 der Billboard Hot 100 und war Tex' erste Nummer-1-R&B-Single. Kurz danach hatte er mit "I Want To (Do Everything for You)" und "A Sweet Woman Like You" (beide Dial, 1965) zwei weitere Nummer-1-Hits bei den R&B-Singles.

 

Später war "I Gotcha" (Dial, 1972) nicht nur die vierte R&B-Nummer-1-Single, sondern gleich auch eine Nummer-1-Single bei den Billboard Hot 100. Diese verkaufte sich über drei Millionen Mal. Der Song hätte zuerst von King Floyd eingespielt werden sollen, was jedoch nicht geschah.

 

Dann nahm Tex den Song Ende der 1960er selber auf, ohne ihn zu veröffentlichten. 1971 nahm er ihn ein zweites Mal auf und gab ihn als B-Seite von "A Mother's Prayer" heraus. Die DJ machten aber schnell "I Gotcha" zur A-Seite. Später nahm Tex den Titel noch einmal für sein Album "Rub Down" (Epic, 1978) auf. "Gotcha" wurde von Hip Hop-Musikern mehrfach gesampelt.

 

Bis 1978 hatte Tex Dutzende von weiteren Singles in den Pop- und in den R&B-Charts. Beginnend mit "Hold On! It's Joe Tex" (Checker, 1964) erschienen Dutzende von Alben und Compilations von Joe Tex. Die chartsmässig erfolgreichsten waren das zweite Album "Hold What You've Got" (Dial, 1965) auf Platz 2 der US-R&B-Albumcharts.

 

Die dritte LP "The New Boss" (Dial, 1965) kam auf Platz 3 der US-R&B-Charts. Einige der Alben tauchten auch in den Billboard 200 auf, wenn auch auf hinteren Plätzen. Joe Tex starb am 13. August 1982 im Alter von 47 Jahren in Navasota, Texas.

 

Unter den fast 80 Compilations befanden sich mehrere, die gut die verschiedenen Abschnitte in Tex' langer Karriere abbilden. Eine davon war "First On The Dial - Early Singles And Rare Gems" (Shout!, 2008). Beim selben Label erschien eine Reihe mit vier Einzel-CDs.

 

Diese hiessen  "Singles A’s & B’s Vol.1 1964-1966" und "Singles As & Bs Vol. 2 (1967-1968)" (beide 2010) sowie "Singles A's & B's Vol.3 1969 – 1972" und "Singles A's & B's Vol. 4: 1973-1976" (beide 2011). 

  

"Come In This House (The 1955-1962 Recordings)" (Soul Jam, 2013), die Doppel-CD "Yum Yum Yum-The Early Years 1955-1962" (Jasmine, 2015) sowie das 3-CD-Set "Anthology" (Not Bad, 2015) waren weitere Compilations von Bedeutung.  

 

Mit Don Covay, Arthur Conley  Ben E. King und Solomon Burke hatte er Ende der 1960er Jahre für kurze Zeit die Supergruppe The Soul Clan gebildet. Gemeinsame Songs oder solche der einzelnen Sänger kamen auf der LP "Soul Meeting" (Atlantic, 1969) heraus.

 

In einer ersten Version hatte der Soul Clan 1966 aus Otis Redding, Wilson Pickett, Solomon Burke Don Covay und Joe Tex bestanden.                       01/26

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