top of page

John D. Loudermilk

  • musicmakermark
  • 23. März
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Country- und Pop-Singer/Songwriter, geboren am 31. März 1934 in Durham, North Carolina. Er ist der Vater des Gitarristen und Songwriters Mike Loudermilk, der für Clarence "Gatemouth" Brown und Jeff Turner gearbeitet hatte.


 

Zudem ist John D. Loudermilk der Cousin von Charlie und Ira Louvin, die als The Louvin Brothers bekannt wurden. Seine erste Frau war die Songwriterin Gwen Loudermilk, die unter anderem für Joe Dassin den Hit "Bip Bip" schrieb.

 

John D. Loudmilk begann seine musikalische Laufbahn bei einer Band der Heilsarmee, wo er Trompete, Posaune und Saxophon spielte. 1945 trat er erstmals in einer Radiosendung auf. Ein Jahr später gewann er einen Talentwettbewerb, der von Tex Ritter geleitet wurde.

 

Bei einem lokalen Fernsehsender arbeitete er als Bühnenhelfer und gleichzeitig als Musiker im Haus-Orchester. 1955 schrieb er den sentimentalen "Song A Rose And A Baby Ruth" über einen Jungen, der seinem Mädchen nur eine Rose und einen Schokoriegel der Marke "Baby Ruth" schenken konnte.

 

Im Oktober 1956 übernahm George Hamilton IV. widerwillig den Song, spielte ihn zusammen mit The Country Gentleman für eine Single (Colonial, 1956) ein und machte ihn mit vier Millionen verkauften Exemplaren zum Millionenseller. Dank diesem Erfolg konnte Loudermilk bei "Colonial Records" unter dem Pseudonym Johnny Dee selber erste Aufnahmen machen.

 

Neben zwei weiteren Singles für "Colonial" und einer für "Dot Records" entstand in jener Zeit auch der Song "Sittin’ In The Balcony" (Colonial, 1957), der in den Billboard Hot 10 bis auf Platz 38 stieg. Eine Woche später brachte Eddie Cochran seine Version auf den Markt und schaffte damit sogar 18 der US-Popcharts.

 

Loudermilk hatte sich nun zu entscheiden zwischen einer eigenen Karriere als Singer-Songwriter oder nur als Komponist für andere Interpreten. Nach einem fehlgeschlagenen Auftritt im Jahre 1957 verliess er die Bühne mit seiner Gitarre in dem Bewusstsein, ab sofort nur noch als Songwriter tätig zu sein.

 

Am 29. September 1958 nahm Roy Orbison die Loudermilk-Komposition "I’ll Never Tell" (RCA, 1958) auf, ohne dass diese in die Charts gelangte. "Lonley Is A Word/Amigo’s Guitar" (Decca, 1958) von Kitty Wells schaffte es auf Platz fünf der Country-Charts.

 

Zudem schrieb Loudermilk in jener Zeit für Stonewall Jackson den Song "Waterloo" (Columbia, 1959), der Platz 1 der US-Country-Charts erreichte und ein Millionenseller wurde. Danach wurde Loudmilk vom Musikverlag "Cedarwood Music" in Nashville unter Vertrag genommen.

 

Marvin Rainwater schaffte es mit der Loudmilk-Nummer "Song Half Breed" (MGM, 1959) auf Platz 16 der Country-Charts. Loudermilk wechselte im Jahre 1961 zum "Acuff-Rose Music"-Verlag. Im gleichen Jahr unterschrieb er bei "RCA Victor" einen Schallplattenvertrag. Seine eigenen Singles verkauften sich aber weiterhin nicht besonders gut.

 

Trotzdem konnte Loudmilk im Verlaufe der 1960er Jahre bei diesem Label mehrere Singles sowie beginnend mit "Language Of Love" (1961) und "12 Sides Of John D. Loudermilk" (1962) sechs Alben herausbringen.

 

Fünf der vielen Singles schafften es in die Country-Charts, die beste "That Ain't All" (RCA Victor, 1965) allerdings nur auf Platz 20. Umso erfolgreicher waren nach wie vor andere Interpreten mit seinen Songs.

 

Die Everly Brothers konnten sich mit dem umstrittenen, melodramatischen Todessong "Ebony Eyes", der B-Seite von "Walk Right Back" (Warner, 1961) bis auf Rang acht der Popcharts hocharbeiten.

 

Sue Thompson verdankte ihre grossen Erfolge einzig und allein Loudermilk. Mit "Sad Movies (Make Me Cry)" (Hickory, 1961) landete sie auf Platz 5 der Billboard Hot 100, mit "Norman" (Hickory, 1961) dann sogar auf Platz 3. Thompson nahm rund 20 Songs von Loudermilk auf, ebenso George Hamilton IV.

 

Loudermilk schrieb auch erfolgreiche Single-B-Seiten. Darunter befanden sich für The Browns "Heaven Fell Last Night", die Rückseite von "The Three Bells" (RCA, 1959), "Weep No More My Baby" von Brenda Lees als B-Seite ihres Hits "Sweet Nothin’s" (Decca, 1960) oder "Stayin’ In", die auf Bobby Vees Single "More Than I Can Say" (Liberty, 1960) platziert wurde.

 

Andere Nummer-1-Country-Hits aus der Feder von Loudermilk waren "Talk Back Trembling Lips" in Versionen von Ernest Ashworth (Hickory, 1963) und Johnny Tillotson (MGM, 1963); "Bad News", aufgenommen von Johnny Cash (Columbia, 1964) und Boxcar Willie (Main Street, 1982); "Break My Mind" (RCA Victor, 1967) von George Hamilton IV. oder "You’re Ruinin’ My Life" (MGM, 1965) von Hank Williams Jr..

 

Auch Glen Cambell hatte mit "I Wanna Live" (Capitol, 1968) dank Loudermilk seinen ersten Nummer-1-Hit in den US-Country-Charts. Eddy Arnold schaffte dies mit "Then You Can Tell Me Goodbye" (RCA, 1968).

 

Auch in anderen Charts landeten Loudermilk-Songs auf Platz 1, so etwa sein zuerst selber veröffentlichter Song "Indian Reservation". Damit hatte zuerst Don Fardon in den USA (GNP Crescendo, 1968) einen kleinen und danach in England (Young Blood, 1970) einen Top-3-Hit, ehe die Rockgruppe Raiders mit dem selben Song (Columbia 1971) bei den Billboard Hot 100 ganz oben stand.

 

Selbst in Deutschland griffen Gus Backus, Drafi Deutscher, Lolita, Margot Eskens, Paul Kuhn, The Lords oder Orlando Riva Sound auf seine Songs zurück und veröffentlichten teilweise deutsche Versionen.

 

Sein wohl bekanntestes Stück ist der 1960 geschriebene Song "Tobacco Road", von dem zwischen 150 und 200 Versionen existieren. Erstmals bekannt wurde der Song durch die englische Popgruppe The Nashville Teens, die damit (Decca, 1964) auf Platz 6 der UK-Singlecharts und auf Platz 14 der Billboard Hot 100 gelangten.

 

Später fand sich das Stück im Repertoire von Edgard Winter, Jefferson Airplane, Lou Rawls, Eric Burdon & War, Spooky Tooth, Status Quo, Bill Wyman & The Rhythm Kings, Steve Young, Love Affair, Shocking Blue, David Lee Roth, Hank Williams Jr., Jackson 5, David Lee Roth, Aum, Tommy Cash, Blues Magoos, Blues Creation, Bobbie Gentry, Rare Earth, Jean-Jacques Goldman, Mud, Mind Garage und Jimi Hendrix, der den Song allerdings nie einspielte.

 

Loudermilk verliess "RCA Victor" 1971 und wechselte zu "Warner Brothers". Danach erschienen mit "Volume 1 – Elloree" (Warner, 1971) und "Volume 2: John D. Loudermilk... Just Passing Through" (Music Is Medicine, 1977) zwei weitere Alben.

 

Dazu kamen im Laufe der Jahre rund ein halbes Dutzend Compilations. 1976 war John D. Loudermilk in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen worden. Für John D. Loudermilk sind bei BMI insgesamt 441 Kompositionen urheberrechtlich registriert.

 

Bei discogs.com finden sich unter der Rubrik "Credits" über 3000 Einträge. John D. Loudermilk starb am 21. September 2016 in Christiana, Rutherford County, Tennessee.                                03/26

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page