Judas Priest
- musicmakermark
- vor 3 Tagen
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Englische Heavy Metal-Band der ersten Stunde, gegründet 1969 in Birmingham von K.K. Downing (g) und Ian Hill (e-b). Ihre ersten Mitmusiker waren John Ellis (dm) und Alan Atkins (vcl). Sie hatten zuvor bei einer Band mit dem Namen Judas Priest gespielt und nahmen diesen Bandnamen mit.

Der Name stammte aus dem Dylan-Song "The Ballad Of Frankie Lee And Judas Priest". Ihren ersten Gig hatte Judas Priest 1971. Noch im selben Jahr wechselte die Rolle des Schlagzeugers von Ellis zu Alan Moore und von diesem zu Chris Campell.
Nach mehreren Tourneen verliessen Campell und Atkins die Band 1973, so dass nur noch das Stammduo Downing und Hill übrigblieb. Um Judas Priest am Leben zu erhalten, engagierten sie die beiden Hiroshima-Mitglieder Rob Halford (vcl) und John Hinch (dm).
Später wurde das Lineup mit Glenn Tipton von der Flying Hat Band zum Quintett aufgestockt. 1974 ging Judas Priest erstmals auch ausserhalb von England auf Tournee. Dabei wurde die Band von "Gull Records", einem deutschen Label, unter Vertrag genommen.
Dort erschien mit "Rocka Rolla" (1974) die wenig erfolgreiche Debut-LP. Danach verliess Hintch die Band. Für ihn kehrte Alan Moore (dm) zurück. 1975 trat Judas Priest in Reading auf, wo man sich erstmals einem grossen Publikum vorstellen konnte.
Das zweite Album "Sad Wings Of Destiny" (Gull, 1976) schaffte es ebenfalls nicht in die Charts. Moore verliess darauf die Band ein zweites Mal. Für ihn kam Simon Philips (dm). Gleichzeitig wurde Judas Priest von "Columbia" unter Vertrag genommen.
"Sin After Sin" (Columbia, 1977) hiess das Debut für das Major-Label. Die LP schaffte es in Grossbritannien unter die Top-25. Dann ging's erstmals - mit Les Binks (dm) für Philips - auf US-Tournee und ins Studio, um das britische Top-30-Album "Stained Class" Columbia, 1978) einzuspielen.
Inzwischen wurde die Band auch in den USA wahrgenommen, wo "Stained Glass" den Einzug in hintere Regionen der Billboard 200 schaffte. Das nächste Album "Killing Machine" (Columbia, 1978) enthielt mit "Take On The World" einen UK-Top-15-Single-Hit. Das Album verpasste knapp den Einzug in die Top-30.
In den USA kam die LP unter dem Titel "Hell Bent For Leather" auf den Markt. Bei einer Japan-Tournee wurde 1979 "Live - Unleashed In The East" (Columbia, 1979) aufgenommen. Es war das erste Top-10-Album der Band in Grossbritannien.
In der Folge kam es erneut zu einem Wechsel auf den Drumstuhl. Binks machte Dave Holland von Trapeze Platz. Nach Tourneen mit Kiss und AC/DC wurde Judas Priest immer populärer. Das Album "British Steel" (Columbia, 1980) schaffte es unter die Top 5 der britischen Charts.
Es war während Jahren das chartsmässig erfolgreichste Album der Gruppe. Die beiden Single-Auskoppelungen "Breaking The Law" und "Living After Midnight" waren mit je Platz 12 die bestplatzierten Singles der Band in den heimischen Charts überhaupt.
Von "British Steel" erschien später eine "30th Anniversary Deluxe Edition" (Sony, 2010) mit einer neu abgemischten Version der Original-LP auf CD 1 sowie einem Live-Mitschnitt aus jener Zeit auf CD 2 bzw. auf einer DVD.
Die nächsten Alben "Point Of Entry" (Columbia, 1981), "Screaming For Vengeance" (Columbia, 1982) und "Defenders Of The Faith" (Columbia, 1984) waren britische Top-20-Alben, die letzteren beiden schafften es auch in den Billboard 200 in die Top-20.
"Turbo" (Columbia, 1986) war nur in den USA ein Top-20-Album. "Priest Live!" (Columbia, 1987) hiess ein zweites Livealbum. "Ram It Down" (Columbia, 1988) und "Painkiller" (Columbia, 1990) waren weitere Top-30-Album in Grossbritannien und den USA.
Holland hatte Judas Priest nach "Ram It Down" verlassen und wurde durch Scott Travis von Racer X ersetzt. Nach dem Selbstmord von zwei Judas Priest-Fans wurden JP und "Columbia" verklagt, weil die JP-Coverversion des Spooky Tooth-Klassikers "Better By You, Better By Now" versteckte, rückwärts gesprochene Aufrufe zum Selbstmorden enthalten haben soll.
1993 wurden sowohl die Band, wie auch das Label freigesprochen. Kurz danach verliess mit Rob Halford die Galionsfigur Judas Priest, um bei Black Sabbath anzuheuern und auch um mit Pantera ins Studio zu gehen. Mit Fight, Two und Halford leitete er später auch drei eigene Projekte.
Judas Priest selber meldete sich nach siebenjähriger Pause mit dem Album "Jugulator" (SPV, 1977) auf der Szene zurück. Rob Halfords Nachfolger hiess Tim "Ripper" Owens, stammte aus den USA und hatte seine Sporen in mehreren Judas Priest-Tribute-Bands abverdient.
Es erschienen weitere Livealben sowie mit "Demolition" (SPV, 2001) das nächste Studiowerk, ehe Rob Halford 2004 zu Judas Priest zurückkehrte. Die Band ging mit dem "Painkiller"-Lineup – Halford, Downing, Tipton, Hill und Travis - auf Welttournee und nahm mit "Angel Of Retribution" (Epic, 2005) ein neues Album auf.
"Nostradamus" (Columbia, 2008) war das erste Konzeptalbum und kam in Form einer Doppel-CD heraus. Auf der Live-CD "A Touch Of Evil – Live" (Sony, 2009) wurden Tracks veröffentlicht, die sonst noch nie auf offiziellen JP-Live-Alben zu hören waren.
Mitgründer K. K. Downing verliess die Band 2011. Er gründete 2019 mit MegaPriest eine eigene Band, die sich bald in KK's Priest umtaufte. Sein Nachfolger wurde Richie Faulkner (g, vcl). Seither ist das Lineup mit Rob Halford (vcl), Glenn Tipton (g), Ian Hill (e-b) und Scott Travis (dm) als weitere Musiker stabil.
Nach chartsmässig harten Zeiten war "Redeemer of Souls" (Columbia, 2014) auf Platz 14 in Grossbritannien und Platz 6 in den Billboard 200 wieder einmal ein Lichtblick. "Firepower" (Columbia, 2018) schnitt mit Platz fünf in diesen beiden Ländercharts noch besser ab.
"Invincible Shield" (Columbia, 2024) war mit Platz 2 das am besten platzierte Album der Band in Grossbritannien überhaupt und schaffte in den USA den Einzug in die Top-20 der Billboard 200. Bisher verkaufte Judas Preist über 50 Millionen Alben weltweit.
Von Judas Priest erschienen im Laufe der Zeit weitere Livealben sowie dazu mehrere Compilations und Wiederveröffentlichungspakete. "Single Cuts: The Complete U.K. Singles Collection" (Columbia, 2011) bestand aus 20 CD-Singles oder EPs.
Unter dem Titel "The Complete Albums" (Columbia, 2012) erschienen sämtliche 17 Alben, die Judas Priest mit Rob Halford eingespielt hatte, in Form eines 19-CD-Box-Sets. 03/26


