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Lutz Glandien

Deutscher Komponist, geboren am 4. Juni 1954 in Oebisfelde, Sachsen-Anhalt in der damaligen DDR. Zwischen 1979 und 1983 studierte er an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin Komposition. Zwischen 1985 und 1987 war er Mitglied der Meisterklasse von Georg Katzer an der Berliner Akademie der Künste.


Die Tradition des experimentellen Liedertheaters der 1970er und 1980er Jahre stelle den Hintergrund für seine musikalische Entwicklung dar, schreibt Glandien auf seiner Webseite. Seit seiner Studienzeit lebt er als freischaffender Komponist in Berlin, wo er seit 1990 ein eigenes Studio besitzt.


Sein Oeuvre umfasst Werke für Soloinstrumente sowie kleine und mittlere Ensembles. Er schrieb für Sinfonieorchester oder für Film, Radio, Ausstellungen und Theater. Dazu komponierte mehrere elektro-akustische Werke. Glandien arbeitete eng mit dem englischen Schlagzeuger, Elektronik-Spezialist und Labelbetreiber Chris Cutler zusammen.


Glandien (sampl, computer, real-time processing) und Cutler (dm, elect) bildeten zusammen mit Marie Goyette (p), Zygmunt Krauze (p) und Otomo Yoshihide (tuntables, g) das Projekt P53. Ein Auftritt dieses kurzlebigen Projekts am Jazz Festival Frankfurt 1994 wurde auf der CD "P53" (ReR Megacorp, 1995) dokumentiert.


"Domestic Stories" (ReR Megacorp, 1992) war eine Aufnahme von Glandien und Cutler mit Dagmar Krause (vcl), Fred Frith (g, e-b) und Alfred 23 Harth (reeds). Dagmar Krause sang dabei Texte von Cutler. "Scenes From No Marriage" (ReR Megacorp, 1994) enthält die vier elektro-akustischen Kompositionen "Die abgestürzt sind" (1993) für Perkussion und Tonband, "Weiter so" (1989) für Streichquartett und Tonband, "Schattenspiel" (1992) für Klavier und Tonband sowie "Strange Drums" (1991) für Schlagzeug und Tonband.


Interpretiert wurden die Werke von Dirk Wucherpfennig und Edwin Kaliga (perc), Jeffrey Burns (p), Chris Cutler (dm, elect) und dem Ensemble United Berlin unter Hans Jürgen Wenzel. Das selbe Ensemble und die Komposition "Weiter so" sind auch auf der CD "Lutz Glandien" (Wergo, 1995) zu hören. Die CD enthält zudem die Werke "Cut" (1988) für Tonband, "Es lebe" (1988) für Tuba und Tonband, "365" (1986) für Klavier solo und "Und war es noch still" (1989) für Kammerensemble.


Weitere Interpreten sind Michael Vogt (tuba), Steffen Schleiermacher (p) und das Ensemble Modern unter Paul Daniel. "The 5th Elephant" (ReR Megacorp, 2001) war ursprünglich eine Studioimprovisation von Chris Cutler (dm, elec) und Michael Vogt (tuba). Glandien war mit dem Resultat nicht zufrieden und legte die Bänder eine Weile auf die Seite. Dann nahm er sie sich nochmals vor und bearbeitete sie mit eigenen Klängen.


2001 komponierte Glandien Musik für die Rubato Dance Company. Die vier Tänzer aus verschiedenen Ländern mussten dabei einen Text ihrer Wahl rezitieren. Basierend auf Fragmenten dieser gesprochenen Texte entstand "Lost In Rooms [A Virtualectric Story]" (ReR Megacorp, 2003). Nach mehreren Jahren Funkstille erschien die selber heraus gebrachte CD "Kyomei - Saitengesänge" (2007).


Die Schallplatte enthielt 19 kurze Solo-Werke, die Glandien selber auf diversen Saiteninstrumenten wie Monochord, Körpertambura, Streichbass, Kantele, Streichpsalter und Kleine Leier eingespielt hatte. Ähnlich verfuhr er bei den Aufnahmen von "Some Days In The Life Of A Tree" (Recommended, 2022).


Mit Chris Dreier, Frieder Butzmann und Mama Bär teilte sich Glandien dazwischen die Split-LP "Fluxus +/-" (Psych.KG, 2021). Dazu war er an diversen Projekten beteiligt und arbeitete mit Klangskulpturen. 08/23


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