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Masabumi Kikuchi

  • musicmakermark
  • 15. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Japanischer Jazz-Pianist, Keyboarder, Komponist und Bandleader, geboren am 19. Oktober 1939 in Tokio. Er fing mit sechs Jahren mit dem Klavierspielen an. Wegen der Bombardierung von Tokio flüchtete seine Familie aufs Land nach Aizuwakamatsu in der Präfektur Fukushima. Er studierte Musik an der Tokyo Art College High School.


 

Via Second Hand-Schallplatten, welche die US-Soldaten zurückliessen, entdeckte er den Jazz. Seine ersten Aufnahmen machte er im März 1963 mit Toshiko Akiyoshi (p) und Charlie Mariano (as) als Co-Leader einer Formation, die das später veröffentlichte Album "East & West" (RCA, 1977) einspielte.

 

Lionel Hampton holte ihn für eine Japan-Tournee in sein Orchester, festgehalten auf "Hamp In Japan/Live" (Vogue, 1965). Danach folgten mehrere Aufnahmesessions oder Auftritte mit japanischen Musikern wie Sadao Watanabe und Terumasa Hino, zu dessen Gruppe er 1968 gehörte.

 

Von 1968 bis 1969 studierte er am Berklee College of Music in Boston. Bei seiner Rückkehr nach Japan konnte er mit "Matrix" (Victor, 1969) mit seinem Masabumi Kikuchi Sextet ein erstes Album als Leader realisieren. Mitmusiker waren Hideyuki Kikuchi (as), Akio Nishimura (ts), Tetsuro Fushimi (tp), Hironori Takiya (b) und Takahiro Suzuki (dm).

 

"Re-confirmation" und "Poo-Sun" (beide Philips, 1970), "Masabumi Kikuchi In Concert" und "All About Dancing Mist"  (beide Philips, 1971) und der Soundtrack "Hairpin Circus/A Short Story For Image" (Philips, 1972) waren weitere Aufnahmen seines Sextetts in unterschiedlichen Besetzungen.

 

Dazu war das Sextett auf der Doppel-LP "Collaboration" (Philips, 1970) zusammen mit Sadao Watanabe Quartet zu hören. Dazu kamen anfangs de 1970er Jahre weitere Aufnahmen. "In Concert" (Philips, 1971) zeigt Kikuchi, Terumasa Hino (tp) und weitere Musiker bei einem Auftritt mit Joe Henderson (ts) in Japan.

 

Eine Trioaufnahme mit Gary Peacock (b) und Masahiko Togashi (dm, marimba, div perc) hiess "The Man Who Keeps Washing His Hands" (Philips, 1971). Dieses Trio fand sich 1994 noch einmal zusammen und machte als Great 3 weitere Aufnahmen.

 

Kikuchi und Peacock bildeten mit Paul Motian (dm) später das Trio Tethered Moon. Anfang der 1970er Jahren liess er sich in den USA nieder, wo er in den Kreis um Gil Evans geriet. Mit dem Gil Evans Orchester entstanden bis 1988 mehrere Alben, darunter die LP "Masabumi Kikuchi With Gil Evans" (Fontana, 1974).

 

"Hollow Out" (Philips, 1973) war eine Aufnahme mit Elvin Jones (dm) als Co-Leader sowie mit Gene Perla (b) als dritter Musiker. "East Wind" (East Wind, 1974) hiess ein Album von Kikuchi unter eigenem Namen, eingespielt mit Hilfe von Kohsuke Mine (ts), Terumasa Hino (tp), Juni Booth (b) und Eric Gravatt (dm).

 

Für "But Not For Me" (Flying Disk, 1978) versammelte er Gary Peacock (b), Al Foster (dm), Badal Roy (perc) sowie Alyrio Lima und Azzedin Weston (div perc, div instr) um sich. "Susto" (CBS, 1981) und "One-Way Traveller" (CBS, 1982) waren zwei Aufnahmen, bei denen Kukuchi auch viele Musiker zurückgreifen konnte.

 

Unter diesen befanden sich mit Dave Liebman und Steve Grossman (ts, ss) oder Airto Moreira (perc) auch bekannte Namen. Mit Hozan Yamamoto (shaku) als Co-Leader sowie mit Gary Peacock (b) und Hiroshi Murakami (dm) wurde "Silver World" (Philips, 1986) eingespielt.

 

1988 kamen beim Label "Geronimo" im Rahmen der "Six Elements"-Serie sechs Alben mit Solo-Synthesizer-Klängen von Kikuchi heraus. "Aurora" (Rhizome Sketch, 1989) enthielt vier Variationen eines Stücks, das auf einer der sechs Alben veröffentlicht worden war.

 

"Attached" (Transheart, 1989) bestand aus Solopiano-Aufnahmen. Danach folgten weitere Soloaufnahmen. "Dreamachine" (Glass House, 1992) zeigte Kikuchi im Umfeld von Bill Laswell (e-b) mit Bootsy Collins (e-b), Nicky Skopelitis (g), Aiyb Dieng (perc) und Bernie Worrell (synth) als weitere Mitmusiker.

 

Später ging Kukuchi auf weiteren Aufnahmen in Richtung House, Acid Jazz und Ambient, indem er mit DJ Hiro und DJ Katsuya oder im Duo mit Toshiyuki Goto (elect) als Mato zusammenarbeitete.

 

Als Masabumi Kikuchi The Slash Trio veröffentlichte er mit seinem Neffen Masaaki Kikuchi (b) sowie Tatsuya Yoshida (dm) von den Ruins die vier Alben "Slash 1°" (PJL, 2001), "Slash 2°" (PJL, 2002), "Slash 3°: Live At Motion Blue Yokohama Vol.1" (PJL, 2002) und "Slash 4°: Live At Motion Blue Yokohama Vol.2" (PJL, 2003).

 

Masabumi Kikuchi Trio nannte sich ein Trio mit Motian und Thomas Morgan (b), von dem "Sunrise" (ECM, 2012) erschien. "Masabumi Kikuchi" (Ilk, 2015) entstand im Quartett mit den beiden Bassisten Ben Street und Thomas Morgan sowie mit Kresten Osgood (dm).

 

Masumbi Kikuchi starb am 6. Juli 2015 in in Manhasset, New York, 75-jährig an den Folgen eines Hirnschlages. Nachträglich erschien mit "Black Orpheus" (ECM, 2016) eine Soloeinspielung. Dazu kamen über seinen Tod hinaus viele weitere Aufnahmen auf den Markt.

 

Masabumi Kikuchi veröffentlichte als Leader oder Co-Leader an die 60 Alben. Bei discogs.com steht er als Musiker mit über 160 Einträgen zu Buche.                                                                                          04/26

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