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Pauline Oliveros (Teil I)

  • musicmakermark
  • 28. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanische Experimental-Komponistin und Musikerin (acc, elect), geboren am 30. Mai 1932 in Houston, Texas. Sie gilt als eine der Pionierinnen der elektronischen Musik. Oliveros studierte von 1949 bis 1952 in Houston. 1952 zog sie nach San Francisco, um ab 1954 für sechs Jahre bei Robert Erickson zu studieren.


 

Auch Terry Riley absolvierte zu dieser Zeit bei Erickson seine Studien. 1958 begann sie direkt auf Tonbänder zu komponieren. Etwa zur selben Zeit experimentierte sie mit kleinen, verstärkten Klangquellen, deren Schall sie mittels Apfelkisten verfremdete.

 

In den 1960er Jahren arbeitete Pauline Oliveros mit David Tudor sowie verstärkt auch mit Choregraphen wie Merce Cunningham zusammen. Ab 1961 war das Tape Music Centre in San Francisco ihre Heimat, wo sie mit Steve Reich, Terry Riley, Ramon Sender und Morton Subotnick arbeitete.

 

1966 wurde sie erste Direktorin des Centre for Contemporary Music am New Music Mecca of Mills College in Oakland, California, wo sie später wieder als Lehrerin tätig war.  Aus dieser Frühzeit von Oliveros stammt die Komposition "I Of IV" (1966).

 

Diese wurde mit Werken von Richard Maxfield und Steve Reich auf der LP "New Sounds In Electronic Music" (Odyssey und Music Of Our Time, 1967) veröffentlicht. "Bye Bye Butterfly" (1965) erschien mit Werken von Johanna M. Beyer, Annea Lockwood, Laurie Spiegel, Megan Roberts, Ruth Anderson und Laurie Anderson auf der Compilation "New Music For Electronic And Recorded Media" (1750 Arch, 1977).

 

Beide frühen Werke wurden später mit "Big Mother Is Watching You" (1966) auch auf der CD "Electronic Works" (Paradigm, 1997) wiederveröffentlicht. "Jar Piece" (1966) fand zusammen mit Werken von John Rea und István Anhalt den Weg auf die LP "Electronic Essays" (Marathon, 1968).

 

Ebenfalls Werke aus der Zeit um 1966/1967 enthielten die CDs "Alien Bog/Beautiful Soop" (Pogus, 1997) und "No Mo/Something Else/Bog Road" (Pogus, 2001). Die ersten zwei Stücke der zweiten CD waren 1966 im Electronic Music Studio der Universität von Toronto mit Hilfe von analogen Synthesizern sowie Generatoren und Tonbändern entstanden, das dritte ist aus dem Jahr 1967 datiert.

 

Aufnahmen aus der Frühzeit erschienen später auch unter dem Titel "Four Electronic Pieces 1959-1966" (Sub Rosa, 2008). Die CD enthielt die Werke "Mnemonics III" (1965), "V of IV" (1966), "Time Perspectives" (1959) und "Once Again/Buchla Piece" (1966). Die LP-Version kam zehn Jahre später unter dem Titel "Early Electronic Works 1959-66" (Sub Rosa, 2018) heraus.

 

Von 1967 bis 1981 war Oliveros Direktorin des Center for Music Experiment an der University of California in San Diego, California, wo sie während 14 Jahren elektronische Musik unterrichtete. Oliveros jüngere Musik bewegt sich auf äusserst ruhigen, meditativen Ebenen.

 

Ein eineinhalbstündiges Solostück für Stimme und Akkordeon, das sie 1978 unter dem Titel "Pathways To Grandmothers" aufführte, wurde später als Free-DL (UbuWeb) öffentlich zugänglich gemacht.

 

Mit "Accordion And Voice" (Lovely, 1982) nahm Oliveros ihr erstes eigenes Album auf. Das Schwester-Album dazu, "The Wanderer" (Lovely, 1984), enthielt Aufnahmen, die am 27. Januar 1983 bei einem Festival das Labels "Lovely" im Marymount Manhattan Theatre aufgezeichnet worden waren.

 

Ein darauf veröffentlichtes Werk wurde vom The Springfield Accordion Orchestra gespielt mit Oliveros als Solistin, das zweite ist eine Quartett-Aufnahmen von Oliveros (band) mit Julia Haines (acc), Linda Montano (concertina) und Heloise Gold (harm).

 

"The Well And The Gentle" (hat ART, 1985) nannte sich eine Doppel-LP, die 2023 von "Important" wiederveröffentlicht wurde. Darauf wurde Oliveros von mehreren Musikern/Musikerinnen und vom Ensemble Relâche begleitet. Die Aufnahmen dazu waren 1984 live und im Studio in den USA sowie in einem stillgelegten Wasserspeicher in Köln gemacht worden.

 

"Sounding/Way" (1986) hiess eine labellose, selber herausgebrachte Kassette, die in Zusammenarbeit mit Guy Klucevsek (acc) entstand und die später in LP-Form (Important, 2019) wiederveröffentlicht wurde. Ebenfalls in Form einer Kassette erschien "Tara's Room" (Deep Listing, 1988) mit zwei medidativen Solostücken für Akkordeon und Elektronik bzw. für diverse Instrumente (fl, perc usw), die im Multitrackverfahren übereinander gespielt wurden.

 

Die Kassette wurde 2004 auf dem selben Label und dann als LP (Important, 2019) oder zusammen mit "Sounding/Way" auf einer Doppel-LP (Important, 2019) wiederveröffentlicht. "The Roots Of The Moment" (hat ART, 1988) war erneut eine Soloaufnahme mit einem knapp einstündigen Stück.

 

"Deep Listening" (New Albion, 1989) war eine Trioaufnahme mit Stuart Dempster (tb, didj, vcl, div instr) und Panaiotis (vcl, objects, perc). Die Aufnahmen entstanden in einem leerstehenden, unterirdischen Wassertank in Fort Worden in Port Townshend, Washington, nordwestlich von Seattle.

 

Diese Kaverne hatte eine Nachhallzeit von total 45 Sekunden und erlaubte ungewöhnliche musikalische Experimente. Es handelte sich zugleich um die erste der 1988 gegründeten und bis 2011 existierenden Deep Listening Band, bei der David Gamper nach dem zweiten Album Panaiotis ablöste.

 

"Crone Music" (Lovely, 1990) war eine weitere Soloaufnahme und entstand mit Akkordeon und dem von David Gamper entwickelten Expanded Instrument System. Es war ein Auftragswerk für eine experimentelle Theatergruppe, die damit "King Lear" von William Shakespeare aufführte.

 

Timeless Pulse bzw. Timeless Pulse Quintet hiess eine 1991 von Pauline Oliveros gegründete Formation mit George Marsh (perc), Jennifer Wilsey (perc), David Wessel (elect) und Thomas Buckner (voice), die in diversen Besetzungen Aufnahmen machte.

 

"In Memoriam, Mr. Whitney/St. George And The Dragon" (Mode, 1994) enthielt ein 50-minütiges Solowerk sowie ein etwas kürzeres Ensemblewerk, bei dem Oliveros (vcl) vom zehnköpfigen Ensemble American Voices unter Neely Bruce begleitet wurde.                  04/26

 

                  Pauline Oliveros (Teil III)

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