Peter Hammill
- musicmakermark
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Britischer Sänger, Gitarrist, Pianist, Komponist, Bandleader und Labelbesitzer, geboren am 5. November 1948 in Manchester. 1967 gründete er an der Universität Manchester mit Chris Judge-Smith (dm) und Nick Pearne (key) die Art Rock-Formation Van Der Graaf Generator.

Bevor die Gruppe Aufnahmen machen konnte, verliessen Judge-Smith und Pearne die Band. Hammill fand neue Musiker und spielte mit ihnen die ersten VDGG-Alben "The Aerosol Grey Machine" (Mercury, 1969), "H To He Who Am The Only One" (Charisma, 1970) und "Pawn Hearts" (Charisma, 1971) ein.
Zwischen der dritten und der vierten VDGG-LP nahm Hammill mit "Fool's Mate" (Charisma, 1971) seine erste Aufnahme unter eigenem Namen auf. Als Begleitmusiker war die damalige VDGG-Formation mit Hugh Banton (p, org), David Jackson (as, ts, fl), Nic Potter (e-b) und Guy Evans (dm, perc) am Werk.
Dazu kamen Gastmusiker, unter anderem Robert Fripp (g) von King Crimson. "Fools Mate" bildete den Auftakt zu bisher 41 Studio- und 13 Livealben unter eigenem Namen. Wenn Hammill diese nicht im Alleingang einspielte, wurde er von VDGG-Musikern begleitet. Deshalb können die meisten Hammill-Alben auch als VDGG-Aufnahmen - oder umgekehrt - betrachtet werden.
Die zweite Hammill-Aufnahme unter eigenem Namen war "Cameleon In The Shadow Of The Night" (Charisma, 1973). Danach folgten beim selben Label "The Silent Corner And The Empty Stage" (1974), "In Camera" (1974), "Nadir's Big Chance" (1975), "Over" (1977), "The Future Now" (1978) und "pH7" (1979).
Spätere Alben von PH erschienen bei diversen anderen Labels sowie auf seinem eigenen Label "Fie! Records". The K Group nannte Hammill eine zeitlang eine Gruppe, die aus den VDGG-Mitgliedern David Jackson (sax), Nic Potter (e-b) und Guy Evans (dm) sowie aus John Ellis (g) bestand.
Dieses Quintett nahm unter Hammills Namen die beiden Studioalben "Enter K" (Mercury, 1982) und "Patience" (Naive, 1983) auf. Danach folgte die Live-Doppel-LP "The Margin" (Foundry, 1985) auf, die Konzertaufnahmen vom Dezember 1983 von London, Glasgow und Edinburgh enhielt.
Die Aufnahmen wurden später mit weiteren Live-Tracks aus jener Ziet unter dem Titel "The Margin +" (Fie!, 2002) auf einer Doppel-CD (wieder) veröffentlicht. Weitere Aufnahmen von Peter Hammill & The K Group wurden auf der Doppel-CD/DVD "Live At Rockpalast - Hamburg 1981" (MIG, 2016) zugänglich gemacht.
"The K Box" (Madfish, 2019) enthielt die beiden Studio- und das Livealbum der K Group, die in den 1980er Jahren veröffentlicht worden waren. Eine aussergewöhnliche Aufnahme stellte die fr¨he Kassette "Loops And Reels" (Sofa, 1983) dar.
Darauf experimentierte Hammill lange vor der Erfindung des Samplings mit Klängen, die er mit dem Schneiden von Tonbändern wieder neu zusammensetzte. Die Aufnahmen wurden zehn Jahre später in CD-Form als "Loops And Reels - Analogue Experiments 1980-1983" (Fie!, 1993) wiederveröffentlicht.
"In The Passionskirche (Berlin MCMXCII)" (Stud!o K7, 1992) erschien zuerst in Form einer VHS-Videokassette. Später wurden die Aufnahmen eines Solokonzertes vom 11. April 1992 auf einer Doppel-CD bzw. einer DVD (Voiceprint, 2009) noch einmal auf den Markt gebracht.
Auf "Offensichtlich Goldfisch" (Golden Hind und Rough Trade, 1993) stellte Hammill einige seiner Songs auf deutsch vor. Für die Übersetzungen war Heinz Rudolf Kunze verantwortlich. Auf "Sonix (Hybrid Experiments 1994-1996)" (Fie!, 1996) fanden sich Klangexperimente von Hammill ohne jegliche Songstrukturen.
Zudem setzte Hammill Edgar Allen Poes "The Fall Of The House Of Usher" musikalisch (Some Bizarre, 1992) um. Neben Hammill (g, key, vcl) in der Hauptrolle machten bei dieser Oper neben anderen Sarah-Jane Morris und Lene Lovich in weiteren Singrollen mit.
Das Libretto stammte von Chris Judge-Smith. 1999 erschien auf dem "Fie!"-Label eine überarbeitete Version. Die Geschichte von Roderick Usher, der in seinem Haus als Gefangener lebte, hatte auch Claude Debussy, Maurice Ravel und Philip Glass zu Kompositionen angeregt.
Ausschnitte aus mehreren Soloauftritten 2010 wurden unter dem Titel "Pno Gtr Vox Live Performances" (Fie!, 2011) auf einer Doppel-CD veröffentlicht. Später wurden die Aufnahmen unter dem Titel "Pno, Gtr, Vox, Box - Eighty-Four Live Performances" (Fie!, 2012) um fünf weitere CD zu einem 7-CD-Set ausgebaut.
Nach der Fertigstellung des Albums "Incoherence" (Fie!, 2004) hatte Peter Hammill einen Herzinfarkt erlitten. Mit "Singularity" (Fie!, 2006) meldete er sich wieder zurück. Seither kamen in regelmässigen Abständen neuen Alben von PH auf den Markt. Einige der PH-Aufnahmen waren als Duo-Produktionen deklariert.
Von Hammill und VDGG-Mitglied Guy Evans erschienen "Spur Of The Moment" (Red Hot und Date, 1988) sowie die Live-CD "The Union Chapel Concert" (Fie!, 1997). Diese Aufnahmen vom 3. November 1996 enthielten auch Stücke, die Hammill und Evans mit vielen anderen VDDG-Musikern spielten. An jenem Abend kam es auch zu einer On/Off-Reunion von VDGG.
"The Appointed Hour" (Fie!, 1999) stellt eine Co-Produktion mit Roger Eno (key) dar. Beide Musiker nahmen in ihren Studios am 1. April 1999 zwischen 1.00 und 2.00 Uhr nachmittags Improvisationen auf, die danach ohne Overdub übereinandergelegt wurden.
"Veracious: Live Performances" (Fie!, 2006) hiess eine Live-CD, bei der Hammill und Stuart Gordon (vio) als Co-Leader zeichnen. Die Aufnahmen stammen aus mehreren Konzerten aus den Jahren zuvor. "Other World" (Esoteric Antenna, 2013) eine Duo-CD, die zusammen mit Gary Lucas (g, vcl) entstand.
"Not Yet Not Now" (Fie!, 2019) dokumentierte auf acht CD seine Europa-Tourneen 2017/2018. Mit der schwedischen Prog Rock-Gruppe Isildurs Bane tat sich Hammill für die beiden Alben "In Amazonia" (Ataraxia, 2019) und "In Disequilibrium" (Ataraxia, 2021) zusammen.
Mit dem Future Sound Of London-Nebenprojekt Amorphous Androgynous nahm Hammill "We Persuade Ourselves We Are Immortal" (fsoldigital.com, 2020) auf. Auf "In Translation" (Fie!, 2021) präsentierte PH allerlei Coverversionen von Gabriel Fauré über Rodgers & Hammerstein bis Leiber & Stoller und Gustav Mahler.
Das Boxset "The Charisma & Virgin Recordings 1971 – 1986" (Charisma, 2025) enthielt alle Aufnahmen für diese Labels in den Anfangsjahren. Das Paket umfasste 13 Alben auf ebensovielen CDs. Dazu kamen eine CD-Compilation und eine Live-Doppel-CD-Compilation und zwei CDs und zwei Audio-Blu-ray mit alternativen Abmischungen von zwei Alben.
Van Der Graaf Generator löste sich mehrmals auf, kam jedoch immer wieder zusammen. Die erste Phase dauerte von 1967 bis 1972. Dann existierte die Band zwischen 1975 und 1978 und später wieder ab 2005.
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