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Richard Galliano

  • musicmakermark
  • 27. Juli
  • 4 Min. Lesezeit

Französischer Jazz-Akkordeon- und Bandoneonspieler sowie Komponist, Multiinstrumentalist (tb, synth, p) und Bandleader, geboren am 12. Dezember 1950 in Cannes, Alpes-Maritime. In seiner Jugend  lernte er Posaune, Harmonie und Kontrapunkt an der Musikakademie Nizza.


 

Sein Vater war Akkordeonist, und auch Richard lernte schon früh, dieses Instrument zu spielen. Um sein Repertoire zu vergrössern, fing er als 14-Jähriger an, Jazz zu hören und auf seinem Instrument nachzuspielen.

 

Ab Mitte der 1970er Jahre tauchte er erstmals auf Aufnahmen auf. Diese stammten von Jack Treese, Larry Martin, Bernard Lavillier, Claude Nougaro, Georges Moustaki, Maurice Vander und Gilbert Laffaille. Dazu war er Mitglied der Funk Rock-Band Godchild, die ein gleichnamiges Album (Les Tréteaux, 1975) veröffentlichte. 

 

Erste eigene Aufnahmen erschienen auf der 7"-EP "Richard Galliano joue Ravel Debussy" (Corelia, 1979). Auf einer titellosen Trioaufnahme (Productions Patrice Caratini, 1982) mit Jean-Charles Capon (cello) und Gilles Perrin (vibes, perc) war Galliano erstmals in einem jazznahen Umfeld zu hören.

 

"Spleen" (CY, 1985) hiess ein erstes Album unter eigenem Namen, auf dem er auch Posaune, Klavier und Synthesizer spielte. Seine Begleiter waren Eric Giausserand (flh), Denis Leloup (tb), Frank Sitbon (p, synth, vcl), Jean-Marc Jafet (b) und Luiz Augusto (dm, perc).

 

Im Duo mit Ron Carter (b) entstand "Panamanhattan" (Dreyfus, 1991), mit Jimmy Gourley (g) "Flyin' The Coop" (52e Rue Est, 1991). Mit dem französischen Sänger und Komponisten Allain Leprest sowie weiteren Musikern und Musikerinnen tat er sich für "Voce A Mano" (Saravah, 1992) zusammen.


1983 war Richard Galliano von Astor Piazzolla eingeladen worden, die erste Bandoneonstimme in Piazzollas "Sommernachtstraum" zu spielten. Piazolla riet ihm, seinen amerikanischen Stil abzulegen und sich wie Piazolla beim Tango Nuevo auf seine Herkunft zu besinnen.

 

Galliano nannte in der Folge seinen Stil New Musette und spielte mit Philip Catherine (g), Pierre Michelot (b) und Aldo Romano (dm) das wegweisende Album "New Musette" (Label Bleu, 1991) ein.

 

Mit "Ballet Tango" (Milan, 1992) nahm Galliano später ein ganzes Album mit Kompositionen von Piazolla auf. Mit Astor Piazzolla und Roberto Lara entstand die CD "El Suenio De Una Noche De Verano" (Milan, Warner und Fundacion Piazzolla, 1997), welche die Musik für ein Bühnenspektakel der Comèdie française enthielt.

 

"Piazzolla Forever" (Dreyfus, 2003) war eine Aufnahme des Richard Galliano Septets. Gleich hiess (Dreyfus, 2021) eine Soloaufnahme. "Tango Forever Live" (POK i TI, 2004) war eine polnische Produktion, bei der Galliano mit der Sinfonia Baltica unter Bohdan Jarmołowicz Piazolla-Stücke spielte.

 

Von Richard Galliano erschienen im Laufe der Jahre Dutzende von Alben unter seinem Namen, als Co-Leader bzw. Leader. Dabei arbeitete er mit Musikern wie Wynton Marsalis, Gabriele Mirabassi, Bireli Lagrene, Didier Lockwood, Michel Portal, Toots Thielemans, Joey Baron, Matthieu Michel, Eddy Louiss, Gary Burton und anderen zusammen.

 

Galliano war auch an der Seite von Juliette Gréco, Charles Aznavour, Chet Baker, Enrico Rava, Martial Solal, Miroslav Vitous, Trilok Gurtu, Jan Garbarek und Michel Petrucciani zu hören.

 

Auf vielen Alben war Galliano alleiniger Leader. "Solo In Finland" (Siesta Solo 1992) war 1989 aufgezeichnet worden. Für "Laurita" (Dreyfus, 1995) tat er sich mit Palle Danielsson (b) und Joey Baron (dm) zusammen. Dazu kamen je nach Stück Michel Portal (bcl), Toots Thielemans (hca) und/oder Didier Lockwood (vio).

 

Auf "New York Tango" (Dreyfus, 1996) liess er sich von Bireli Lagrene (g), George Mraz (b) und Al Foster (dm) begleiten. "French Touch" (Dreyfus, 1998) entstand mit Hilfe von Michel Portal (ss), Jean-Marie Ecay (g), Jean-François Jenny-Clark oder Rémi Vignolo (b) sowie André Ceccarelli oder Daniel Humair (dm).

 

Die 3-CD-Box "Concerts inédits" (Dreyfus, 1999) zeigte Galliano 1998 solo in Italien, 1998 in Hamburg im Duo mit Michel Portal (acc, sax) sowie 1996 in Montreux im Trio mit Jean-François Jenny-Clark (b) und Daniel Humair (dm).

 

Die Soloaufnahmen kamen später auf der CD "Solo" (Dreyfus, 2007) auch einzeln heraus. "Gallianissimo! The Best Of Richard Galliano" (Dreyfus, 2001) war der Titel einer Compilation. "Ruby, My Dear" (Dreyfus, 2005) war eine Aufnahme des  Richard Galliano New York Trio mit Larry Grenadier (b) und Clarence Penn (dm).

 

Für "Luz Negra" (Milan, 2006) zog er unbekanntere Musiker als Begleiter bei. "Solo" (Dreyfus, 2007) waren weitere unbegleitete Soloaufnahmen. Mit Paolo Fresu (tp, flh) und Jan Lundgren (p) nannte er sich Mare Nostrum. "Mare Nostrum" (Act, 2007), "II" (Act, 2016), "III" (Act, 2019) und "IV" (Act, 2025) hiessen Aufnahmen dieser drei Musiker.

 

Gonzalo Rubalcaba (p), Charlie Haden (b) und Mino Cinelu (dm) waren die Begleiter auf "Love Day-Los Angeles Sessions" (Milan und diverse Label, 2008). "Paris Concert: Live At The Théâtre Du Chatelet" (C.A.M. Jazz, 2009) war die nächste Soloaufnahme.

 

Galliano spielte dabei Stücke von Astor Piazzolla, Erik Satie, Lucio Dalla, Serge Gainsbourg, Thelonious Monk und anderen. Mit "Bach" (2010), "Nino Rota" (2011), "Vivaldi" (2013) und "Mozart" (2016) wagte sich Galliano an Werke grosser Komponisten. Alle diese Aufnahmen kamen bei "Deutsche Grammophon" heaus.

 

Mit der Doppel-CD "The Essential" (Dreyfus, 2011) war eine weitere Compilation erschienen. Weitere Ensemble-Aufnahmen unter seinem Namen in jener Zeit waren die CD "Sentimentale" (Resonance, 2014) und die mit einem Grossaufgebot eingespielte Doppel-CD "Au Brésil" (Milan, 2014).

 

"New Jazz Musette" (Ponderosa Music & Art, 2016) war eine Art Fortsetzung seines bahnbrechenden Albums "New Musette" von 1991, eingespielt in diesem Fall mit Sylvain Luc (g), Philippe Aerts (b) und André Ceccarelli (dm) bzw. in der selben Instrumentierung wie "New Musette".

 

"The Tokyo Concert" (Éditions Jade, 2019) und "Valse(s)" (Decca, 2020) waren weitere Soloalben, während "New Viaggio" (Dreyfus, 2025) eine Ensembleaufnahme darstellte. Dazwischen waren weitere Compilations erschienen.

 

Andere Gruppen von Galliano hiessen Ensemble Pari's Tango, L'Orchestre, Novos Tempos Group, Paris Musette, Richard Galliano New York Trio, Richard Galliano Quartet, Richard Galliano Septet und Richard Galliano Trio.

                                                                                           07/26

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