Roger McGuinn
- musicmakermark
- 12. März
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Amerikanischer Folk- und Country Rock-Sänger/Songwriter und Musiker (g, banjo, synth), geboren am 13. Juli 1942 als James Joseph McGuinn in Chicago. McGuinns Eltern waren Journalisten und Buchautoren. Von Elvis Presley fasziniert, begann er im Alter von 14 Jahren Gitarre zu spielen.

Durch einen Lehrer wurde er an die Folk-Musik herangeführt. 1958 besuchte er die Chicagoer School of Old Town School of Folk Music, wo er sein Gitarrenspiel perfektionierte und das 5-String-Banjo erlernte. Seine ersten öffentlichen Auftritte hatte er in lokalen Cafehäusern und Clubs.
Die Limeliters wurden auf das Talent aufmerksam und luden ihn nach Hollywood ein. Nachdem er sich noch als Jim McGuinn in der Szene einen Namen gemacht und als Mitglied von The Limeliters die LP "In Person" (RCA Victor, 1960) eingespielt hatte, wurde er vom Chad Mitchell Trio angeheuert.
Er blieb mehr als zwei Jahre bei der Gruppe und wirkte bei mehreren Schallplattenaufnahmen mit. 1962 schloss er sich Bobby Darin an. In diesen Jahren begann er mit dem Schreiben von Songs. Als Session-Musiker wirkte er bei Aufnahmen von Judy Collins, Theodore Bikel, The Irish Ramblers, Hoyt Axton und Tom & Jerry, den späteren Simon & Garfunkel, mit.
1963 trat er eine Zeitlang als Beatles-Imitator auf. Im "Troubador"-Club in Los Angeles traf er Anfang 1964 auf Gene Clark und David Crosby, die ebenfalls einen Folk-Background hatten und sich für die Beatles begeisterten. Wenig später gründeten sie die Gruppe The Beefeaters, von der eine Single erschien.
Danach benannte sich das Trio in Jet Set um, zu dem bald darauf noch Chris Hillman und Michael Clarke stiessen. Ende 1964 taufte man sich in The Byrds um. Die zwei Monate später eingespielte Single "Mr. Tambourine Man", ein leicht modifizierter Song von Bob Dylan, erreichte Platz 1 in den amerikanischen und britischen Charts und machte die Byrds weltweit bekannt.
Roger McGuinn trug mit seiner 12-saitigen Rickenbacker-Gitarre entscheidend zum Sound der Byrds bei. Er war das einzige Mitglied, das der Band von Anfang an bis zum Schluss treu blieb. Er galt als führender Kopf der Band, hatte aber oft Mühe, sich gegen Clark und Crosby durchzusetzen.
1968 wurde er vom musikalisch hochtalentierten und aber egozentrischen Gram Parsons zeitweilig an den Rand gedrängt. Streitereien und häufiger Personalwechsel waren kennzeichnend für die Gruppe, die trotz abnehmender Verkaufs- und Hitparadenerfolge in der Folk Rock-Szene lange Jahre eine führende Rolle spielte und als musikalische Trendsetter galte.
Ab 1968 war McGuinn nach dem Ausscheiden Hillmans letztes verliebenes Gründungsmitglied und alleiniger Inhaber der Namensrechte. Anfang 1973 lösten sich die Byrds endgültig auf, fanden sich von 1989 bis 1991 und 2000 wieder zusammen.
Sein erstes, mit Hilfe von vielen befreundeten Musikern wie Bob Dylan, David Crosby, Chris Hillman, Michael Clarke, Gene Clark, Charles Lloyd eingespieltes Solo-Album "Roger McGuinn" (Columbia, 1973) verkaufte sich schlecht und erreichte nur Platz 137 der Billboard Album-Charts.
Im folgenden Jahr unternahm er eine dreimonatige Tournee, in der er ohne Begleitband eigene Songs und Byrds-Klassiker vortrug. Sein zweites Album "Peace On You" (Columbia, 1974) kam auf Platz 92 der Billboard 200. Wiederum konnte er sich bei den Aufnahmen auf eine Vielzahl von Musikern wie Al Kooper, Dan Fogelberg, Mark Volman, Dan Perkins und andere verlassen.
"Live In New York: Eigh Miles High" (Keyhole, 2015) hiess eine später veröffentlichte Aufnahme eines Auftritts vom 7. Juli 1974 im Islip Speedway, die vom Sender WLIR-FM übertragen wurde. Sein drittes Album "Roger McGuinn And Band" (Columbia, 1975) kam nicht über Platz 165 der Billboard 200 hinaus.
Damals scheiterte seine dritte Ehe. Dazu hatte er mit Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen und suchte nach religiöser Erleuchtung. Per Zufall traf er 1975 in New York auf Bob Dylan, der ihn einlud, an seiner nächsten Tournee teilzunehmen. Kurzentschlossen feuerte McGuinn seine Band und schloss sich Dylans "Rolling Thunder Revue" an.
Danach war sein viertes Solo-Album "Cardiff Rose" (Columbia, 1976) erneut ein kommerzieller Fehlschlag. 1977 gründete er die Band Thunderbyrd, die erst nach etlichen personellen Umbesetzungen musikalisch harmonierte. Die endgültige Besetzung umfasste neben McGuinn Rick Vito (g, vcl), Charlie Harrison (e-b, vcl) und Greg Thomas (dm).
Von dieser Formation kam eine gleichnamige LP (Columbia, 1977) heraus. Anfang 1977 traten Thunderbyrd, The K.C. Southern Band und die Chris Hillman Band nacheinander auf. Am Ende der Konzerte kam es jeweils zu einer Mini-Byrds-Reunion von McGuinn mit Chris Hillman (e-b, mand, banjo, vcl) und Gene Clark (g, vcl).
Dies mündete in das gemeinsame Projekt McGuinn, Clark & Hillman. Von diesem Trio, das bis 1981 existierte, erschienen damals zwei und später zwei weitere Alben. In den 1980er Jahren war McGuinn ohne Plattenvertrag, war aber unter anderem mit Bob Dylan oder als Solist live auf der Bühne aktiv.
Ausserdem wirkte er bei vielen Schallplattenaufnahmen befreundeter Musiker mit. Nach Jahren des religiösen Umherirrens wandte er sich endgültig dem Christentum zu. Ein lange geplantes Gospelalbum kam aber nie zustande. Nach einer kurzen Byrds-Reunion erschien mit "Back From Rio" (Arista, 1991) ein weiteres Soloalbum.
Dank Musik nahe am Sound der Byrds wurde das Album mit Platz 44 in den Billboard 200 McGuinns erfolgreichstes Soloalbum. Im selben Jahr kam die Compilation "Born To Rock And Roll" (Columbia, 1991) heraus.
Danach folgten auf dem eigenen "April First"-Label mit "Limited Edition" (2004), "CCD" (2011), "Sweet Memories" (2018) und "Merry Christmas" (2020) weitere eigene Alben mit neuem Material. Das Weihnachtsalbum war eine gemeinsame Produktion mit seiner vierten Ehefrau Camilla McGuinn.
Dazu kamen Dutzende von Livemitschnitten sowie mehrere Compilations heraus. In der Serie "Original Album Classics" (Sony, Legacy und Columbia, 2016) wurden seine ersten fünf Alben gemeinsam wiederveröffentlicht.
Ab Ende der 1990er Jahr veröffentlichte McGuinn via Internet und seine Website "Folk Den" jeden Monat einen Folksong. Diese mit diversen Gastsängerinnen und -sängern realisierten Aufnahmen wurden auch auf mehreren, teilweise nur via Internet bestellbaren Schallplatten herausgebracht.
"Folk Den Vol. 1" (1999), "Folk Den Vol. 2" (1999), "Folk Den Vol. 3" (1999) und "Folk Den Vol. 4" (2000) kamen beim Label "MP3.com" heraus. Danach folgte "Treasures From The Folk Den" (Appleseed, 2001).
"The Folk Den Project" (April First, 2005) war eine 4-CD-Box und "22 Timeless Tracks From The Folk Den Project" (April First, 2008) eine Compilation in Form einer Einzel-CD. Vier CDs umfasste " The Folk Den Project Twentieth" (April First, 2016). 03/26


