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Roswell Rudd

Amerikanischer Jazz/Free Jazz-Posaunist, geboren am 17. November 1935 in Sharon, Connecticut. Er spielte zuerst Dixieland im Kreis um Eddie Condon und in einer Formation mit dem Namen Eli's Chosen Six. Er zog dann nach New York, wo er 1960/1961 mit Cecil Taylor (p) als Leader mehrere Aufnahmen machte.



Diese Aufnahmen wurden später zur 3-CD-Box "The Complete Candid Recordings Of Cecil Taylor And Buell Neidlinger" (Mosaic, 1989) zusammengefasst. Als Mitglied des Steve Lacy Quartets nahm Rudd 1963 zusammen mit Henry Grimes (b) und Dennis Charles (dm) "School Days" (Emanem, 1975) auf. Für die Aufnahmen hatte sich allerdings vorerst kein Label interessiert.

 

Sie wurden später mehrfach wiederveröffentlicht. Lacy und Rudd spielten in der Folge mehrmals zusammen. Am 11. und 14. März 1976 nahmen die beiden Musiker mit Kent Carter (b) und Beaver Harris (dm) "Trickles" (Black Saint, 1976) auf.

 

Vom März 1976 stammen auch der Grossteil der Aufnahmen von "Blown Bone" (Philips, 1979), einer LP, die unter den  Namen von Rudd, Lacy und Sheila Jordan erschien.  Danach trafen sich Lacy und Rudd im Juni 1982 wieder, als sie mit Misha Mengelberg (p), Ken Carter (b) und Han Bennink (dm) "Regeneration" (Soul Note, 1983) einspielten.

 

Ende der 1990er Jahre wurde die Zusammenarbeit von Rudd und Lacy reaktiviert. Am 21. und 22. Juni 1999 spielten die beiden Musiker mit den Lacy-Begleitern Jean-Jacques Avenel (b) und John Betsch (dm) "Monk's Dream" (Verve, 1999) ein. Der Gesang von Irène Aebi in zwei Tracks wurde später beigefügt.

 

Mit den Lacy-Begleitern Jean-Jacques Avenel (b) und John Betsch (dm) entstanden 1999 und 2002 Live-Aufnahmen, die als "Early And Late" (Cuneiform, 2007) auf einer Doppel-CD herausgebracht wurde. Rund 20 Minuten bestanden aus Studioaufnahmen von 1962 von Lacy und Rudd mit Bob Cunningham (b) und Dennis Charles (dm).

 

Lacy und Rudd hatten dazwischen auch bei einem grossen Monk-Tribute-Konzert mitgemacht, das am 1. November 1981 im Wollman Auditorium der Columbia University in New York City stattfand. Die Rolle von Thelonious Monk übernahmen die Pianisten Muhal Richard Abrams, Barry Harris, Anthony Davis und Mal Waldron. Bei den Auftritten wurden sie jeweils von Lacy, Rudd, Don Cherry (tp), Charlie Rouse (ts) und Richard Davis (b) begleitet.

 

Bei den Konzerten von Barry Harris und Waldron sass Ed Blackwell an den Drums, bei jenen von Davis und Abrams war es Ben Riley. Ein Mitschnitt der auf zwei Konzerte verteilten vier Sets wurden als "Interpretations Of Monk" (DIW, 1994) im Rahmen der "Live From Soundscape"-Reihe als 4-CD-Box veröffentlicht.

 

Daneben erschienen von Roswell Rudd auch vielen Aufnahme als Sideman und später als alleiniger Leader ohne Lacy. Rudd war auf "New York Eye And Ear Control" (ESP, 1966) an der Seite von Albert Ayler (ts), John Tchicai (as), Gary Peacock (b) und Sunny Murray (dm) zu hören.

 

Mit John Tchicai (as) gründete Rudd 1964 das New York Art Quartet, das mit diversen Bassisten und Schlagzeugern spielte. 1965 und 1966 kam Rudd zu den ersten Aufnahmen unter eigenem Namen. Auf der in Holland entstandenen und erst später veröffentlichten LP "Roswell Rudd" (America, 1971) wurde er am 11. Februar 1965 in Hilversum von John Tchicai (as), Finn Van Eyben (b) und Louis Moholo (dm) begleitet.

 

Auf "Everywhere" (Impulse!, 1967) waren es am 8. Juli 1966 Giuseppi Logan (fl, bcl), Robin Kenyatta (as), Lewis Worrell (b), Charlie Haden (b) und Beaver Harris (dm). Die selbe Besetzung spielte 1966 vier Nummern ein, die später teilweise auf "Mixed" (Impulse!, 1998) wiederveröffentlicht wurden. Der zweite Teil der CD bestand aus Cecil Taylor-Aufnahmen von 1961, bei denen Rudd ebenfalls dabei gewesen war.

 

Roswell Rudd war ab 1965 Mitglied des Jazz Composer's Orchestra, das damals unter der Leitung von Carla Bley unter anderem die Jazzoper "Escalator Over The Hill" (JCOA, 1972) einspielte. Zu jener Zeit schrieb Rudd für das JCO das Werk "Numatik Swing Band", das im Juli 1973 aufgeführt wurde.

 

Der Konzertmitschnitt erschien auch als Schallplatte (JCOA, 1973). Rudd war später auch Mitglied von Gruppen um Carla Bley. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre war Rudd festes Mitglied der Gruppen von Archie Shepp. Er ging mit Robin Kenyatta, Gato Barbieri und dem Liberation Music Orchestra von Charlie Haden ins Studio.

 

Anfang der 1970er Jahre betrieb Rudd musikethnologische Forschungen über den Zusammenhang der einzelnen Volksmusiken. So kam er erst wieder im März 1974 zu Aufnahmen unter eigenem Namen. Auf "Flexible Flyer" (Arista/Freedom, 1975) wurde er von Sheila Jordan (vcl), Hod O'Brien (p), Arild Andersen (b) und Barry Altschul (dm) begleitet.

 

Mitte der 1970er Jahre begann eine intensive Zusammenarbeit mit Enrico Rava (tp, flh). Die beiden spielten zusammen mit sardischen Vokalisten sowie Don Moye (dm) und anderen als Gäste auf dem Album "New Village On The Left" (Black Saint, 1976) von Marcello Mellis (b) mit.

 

Im Mai 1976 nahm Rudd als Leader mit Rava, Dave Burrell (p), Stafford James (b) und Harold White "Inside Job" (Arista/Freedom, 1976) auf. Mit Rava als Leader sowie Jean-François Jenny-Clarke (b) und Aldo Romano (dm) als Begleiter entstand im März 1978 die LP "Enrico Rava Quartet" (ECM, 1978).

 

Bis zu seinem Tod 82-jährig am  21. Dezember 2017 in Kerhonkson, New York, wirkte Rudd an rund 50 Aufnahmen als Leader oder Co-Leader mit. Seine Gruppen hiessen Riccardo Fassi Roswell Rudd 4tet, Roswell Rudd - Giorgio Gaslini Duo, Roswell Rudd Quartet, Roswell Rudd Quintet, Roswell Rudd Sextet, Roswell Rudd Trio und Steve Lacy-Roswell Rudd Quartet.

 

Dazu war er Mitglied der Gruppen Archie Shepp Quintet, Eli's Chosen Six, Elton Dean's Newsense, Enrico Rava Quartet, Laboratorio Della Quercia, Cecil Taylor All Stars, Liberation Music Orchestra, Steve Swell Quartet, The Archie Shepp Group, The Carla Bley Band, The Cecil Taylor Unit und The Nexus Orchestra 2001.                             06/24

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