Roy Ayers
- musicmakermark
- 30. Dez. 2025
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Amerikanischer Jazz-, Latin-, Funk und Soul-Vibraphonist, Bandleader, Komponist und Produzent, geboren am 10. September 1940 in Los Angeles, California, als Roy Edward Ayers, Jr.. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf und bekam im Alter von fünf Jahren seine ersten Vibraphon-Stöcke – als Geschenk von Lionel Hampton.

Während der High School sang Ayers im Kirchenchor und leitete die Band The Latin Lyrics, in der er Steel-Gitarrre und Klavier spielte. Erste Aufnahme machte er als Sideman von Curtis Amy, Vi Redd und Jack Wilson.
Er bildete mit Leroy Vinnegar (b) als Leader sowie mit Teddy Edwards (ts), Freddie Hill (tp), Victor Feldman (p, vibes), Mike Melvoin (p) sowie Milt Turner und/oder Ron Jefferson (dm) das Leroy Vinnegar Quintet, das mit "Leroy Walks Again" (Contemporary, 1963) ein Album vorlegte.
"West Coast Vibes" (UA, 1963) hiess ein erstes eigenes Album, eingespielt je nach Track mit Curtis Amy (sax), Jack Wilson (p), Bill Plummer oder Victor Gasin (b) sowie Tony Bazley oder Kenny Davis (dm). Bis zum nächsten eigenen Album wurde er für Aufnahmen von Jack Wilson und Gerald Wilson beigezogen.
1966 wurde er Mitglied der Gruppe von Herbie Mann. Sein nächstes eigenes Album hiess "Virgo Vibes" (Atlantic, 1967). Darauf sind er und Charles Tolliver (tp) mit zwei unterschiedlich zusammengesetzten Gruppen zu hören.
Eine bestand neben Ayers und Tolliver aus Harold Land (ts), Jack Wilson (p), Buster Williams (b) und Donald Bailey (dm), die andere aus Joe Henderson (ts), Ronnie Clark (p), Reggie Workman (b) und Bruno Carr (dm). Dazu kamen weitere Aufnahmen mit Herbie Mann als Leader.
"Stoned Soul Picnic" (Atlantic, 1968) und "Daddy Bug" (Atlantic, 1969) hiessen seine nächsten eigenen Alben, teilweise mit Gary Bartz (as), Herbie Hancock (p), Sonny Sharrock (g) sowie Ron Carter oder Miroslav Vitous (b) als prominenteste Begleiter.
Das unter Ayers Namen erschienene sowie mit Richard Resnicoff (g), Harry Whitaker oder William Henderson (e-p), Edwin Birdsong (org, vcl), John Williams (e-b), Alphonse Mouzon (dm) und Jumma Santos (perc) eingespielte Album "Ubiquity" (Polydor, 1970) markierte den Beginn einer Reihe von erfolgreichen Alben, die unter dem Bandnamen Roy Ayers Ubiquity erschienen.
Zudem erschienen in jener Zeit mit "Herbie Mann Presents Comin' Home Baby Roy Ayers Quartet 1 und 2" (beide Columbia, 1969) zwei Alben mit Sonny Sharrock (g), Miroslav Vitous (b) und Bruno Carr (dm) als Begleiter. "Unchain My Heart" (Columbia, 1970) war eine Compilation mit Tracks beider Alben.
Ein anderes Album hiess "Coffy" (Polydor, 1973) und stellte den Soundtrack zu einem gleichnamigen Blaxploitation-Film dar. Im Laufe seiner Karriere kamen unter Ayers Namen über 40 weitere Studioalben heraus. Ab "Let's Do It" (Polydor, 1978) schafften sieben Ayers-Alben den Sprung in die Billboard 200.
"Let's Do It" war mit Platz 33 das erfolgreichste. Drei weitere schafften es ebenfalls noch in die erste Hälfte der 200er Liste, der Rest nur noch in die zweite Hälfte. Alle sieben Alben waren auch auf Plätzen zwischen 15 und 47 der US-R&B-Charts anzutreffen. Dorthin schafften es auch einige wenige spätere Alben.
Zu den Studioalben erschienen Livemitschnitte, Bootlegs, Remix- und Demoalben sowie Compilations. 15 seiner Singles fanden den Weg in die US-R&B-Charts, drei auch in die US-Dance-Charts. "Let's Start Love Over" (4th & Broadway, 1987) , eine gemeinsame Single mit Miles Jaye, war mit Platz 5 die erfolgreiche in den R&B-Charts.
"Virgin Ubiquity (Unreleased Recordings 1976-1981)" (BBE und Rapster, 2003) sowie "Virgin Ubiquity II (Unreleased Recordings 1976-1981)" (BBE und Rapster, 2005) hiessen zwei Alben mit unveröffentlichtem Material. Remixes davon erschienen auf der Doppel-CD "Virgin Ubiquity Remixed" (BBE und Rapster, 2006).
Roy Ayers arbeitete zudem mit Fela Kuti, Rick James und ging für Whitney Houston ins Studio. Roy Ayers starb am 4. März 2025 im Alter von 84 Jahren in New York City. 12/25


