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Scorpions

musicmakermark
vor 9 Stunden
5 Min. Lesezeit

Deutsche Hard-Rock-Formation, gegründet 1965 in Hannover von Rudolf Schenker (g). Lanciert wurde die Karriere, als 1969/70 Klaus Meine (vcl) und Rudolfs Bruder Michael Schenker (g) von Copernicus zu den Scorpions wechselten.


 

Mit Lothar Heimberg (e-b) sowie Wolfgang Dziony (dm) nahmen Meine und die beiden Schenker-Brüder das erste Album "Lonesome Crow" (Brain, 1972) auf. Dieses stand auf Platz 62 der deutschen Charts.

 

Als die Scorpions mit Rory Gallagher, Uriah Heep und UFO auf Tournee gehen, warb UFO den erst 18-jährigen Michael Schenker ab. Sein Ersatz wurde Uli Roth. Gleichzeitig bekamen die Scorpions mit Francis Bucholz (e-b) und Jürgen Rosenthal (dm) eine neue Rhythmussection.

 

Mit den neuen Musikern wurden die beiden nächsten Alben "Fly To The Rainbow" (RCA, 1974) und "In Trance" (RCA, 1975) aufgenommen. Auf "Virgin Killer" (RCA, 1976) war Rudy Lenners (dm) zu hören, doch auch er blieb nur kurz und wurde durch Hermann Rarebell (dm) ersetzt.

 

Das klassische Lineup Schenker, Meine, Roth, Buchholz und Rarebell spielte mit "Taken By Force" (RCA, 1977) und der Live-Doppel-LP "Tokyo Tapes" (RCA, 1978) zwei weitere Alben ein. Dann stieg Roth aus. Er gründete mit Electric Sun eine eigene Band und trat danach als Uli Jon Roth mit vielen Aufnahmen in Erscheinung.

 

Roth wurde vorerst durch Matthias Jabs (g) ersetzt. Als Michael Schenker von Drogen- und  Alkohlproblemen von UFO zu den Scorpions zurückkehrte, zog sich Jabs vorerst zurück. Schenker machte teilweise auch bei den Arbeiten zum nachfolgenden Scorpions-Album "Lovedrive" (Harvest, 1979) mit.

 

Mit diesem Album tauchten die Scorpions erstmals in den Billboard 200 auf und zwar auf Platz 55. Dazu gab's erste Gold-Auszeichnungen, so in den USA für 500'000 verkaufte Exemplare. In Grossbritannien resultierte Platz 36, in Deutschland Platz 11.

 

Michael Schenker stieg mitten in der nachfolgenden Tournee aus, so dass Jabs wieder zurück kehren konnte. Michael Schenker veröffentlichte dazu viele eigene Aufnahmen und leitete mehrere eigene Bands. Nach dem neuerlichen Zuzug von Jabs blieb das Scorpions-Lineup eine ganze Dekade unverändert.


Dabei wurden die LPs "Animal Magnetism" (1980), "Blackout" (1982), "Love At First Sting" (1984), die Live-Doppel-LP "World Wide Live" (1985), "Savage Amusement" (1988) und "Crazy World" (1990) aufgenommen. Sie kamen je nach Land bei Labels wie "Harvest", "Mercury" und/oder "EMI" heraus.

 

"Blackout", "Love At First Sting" und "Savage Amusement" waren Top-10-Alben in den USA und verkauften sich allein dort jeweils über eine Million Mal. Das mittlere dieser drei ging sogar drei Millionen Mal über den Ladentisch. "Schuld" war die Singleauskoppelung "Still Loving You", die 1984 weltweit ein Hit wurde.


Doch damit hatten die Scoprions den Höhepunkt noch nicht erreicht. Der Erfolg von "Still Loving You" wurde mit einer zweiten Ballade, dem Song "Winds Of Chance" vom Album "Crazy World" (Vertigo, 1990) noch getoppt. Dieser Song wurde 1990 quasi als Soundtrack für den Fall des Eisernen Vorhangs und des Endes des Kalten Krieges veröffentlicht.

 

Das Stück schaffte neben vielen Spitzenplätzen überall auf der Welt auch den Sprung auf Platz 4 in den Billboard Hot 100 und auf Platz 2 in Grossbritannien. Die Scorpions wurden sogar vom damaligen russischen Staats- und Parteichef Michael Gorbatschow empfangen. "Crazy World" war das erste Nummer-1-Album in Deutschland sowie ein Top-10-Album in den USA und Grossbritannien

 

Nach der "Crazy World"-Tournee verliess Francis Bucholz die Band. Für "Face The Heat" (Mercury, 1993) stiess Ralph Rieckermann (e-b) dazu. Liveaufnahmen, auf denen sowohl Bucholz als auch Rieckermann zu hören sind, kamen als "Live Bites" (Mercury, 1995) heraus. Inzwischen war das Interesse an den Scorpions wieder etwas abgeflacht.

 

Mitte der 1990er Jahre machte die Band mehrere Besetzungswechsel durch. Auf "Pure Instinct" (Eastwest, 1996) kam mit dem erfahrenen Curt Cress (dm) ein neuer Drummer als Ersatz für das Ur-Mitglied Hermann Rarebell zum Einsatz.


Doch Cress wurde bald durch James Kottak von Kingdom Come abgelöst, der auf "Eye To Eye" (East West, 1999) sein Debut gab. Diese CD enthielt mit "Du bist so schmutzig" auch erstmals einen deutsch gesungenen Track. 1999 wurde die Band von Michael Jackson zu einer Show eingeladen.

 

Dann begann die Band mit den Arbeiten zu "Moments Of Glory" (EMI, 2000), einer CD, auf der die Band von den Berliner Philharmonikern begleitet wurde. Die Idee dazu war schon 1995 entstanden, doch sie wurde immer wieder zurück gestellt. Mit Ken Taylor stellte sich auf diesem Album einmal mehr ein neuer Bassist vor.

 

"Moments Of Glory" wurde an der Expo 2000 live aufgeführt und enthielt zudem die offizielle Hymne der Weltausstellung 2000 in Hannover. 1999 hatten die Scorpions mit 166 Cellisten vor dem Brandenburger Tor zudem den Klassiker "Winds Of Chance" aufgeführt.

 

Danach folgte mit "Acoustica" (East West, 2001) eine Unplugged-Album, mit Ralph Rieckermann als Bassisten sowie mit Christian Kolonovists (p), Johann Daansen (g), Mario Argandona (perc) und Ariane Arcu (cello) als Gäste.


Die Suche nach einem neuen Bassisten ging auch auf der nächsten CD "Unbreakable" (BMG, 2004) weiter. Meine, Schenker, Jabs und Kottak wurden bei den Aufnahmen von drei Bassisten begleitet: Es waren dies Pawel Maciwoda, Barry Sparks und Ingo Powitzer. "The Platinum Collection" (EMI, 2005) hiess eine 3-CD-Compilation, die im Rahmen der gleichnamigen Reihe des Labels erschien.

 

"Humanity - Hour I" (BMG, 2007) nannte sich das nächste Studioalbum. Pawel Maciwoda schien sich inzwischen als Bassist bzw. als festes Bandmitglied etabliert zu haben. Als Gäste wirkten auf diesem Album in einzelnen Tracks Billy Corgan (vcl) von The Smashing Pumpkins, Eric Brazilian von Hooters oder John 5 (g) von Marilyn Manson sowie Russ Irwin (p) mit.

 

Am 24. Januar 2010 teilte die Band, dass sie sich nach einer längeren Tournee endgültig auflösen wird. Mit "Sting In The Tail" (BMG, 2010) erschien das angeblich letzte Studioalbum, eingespielt in der Besetzung Klaus Meine (vcl), Rudolf Schenker und Matthias Jabs (g, vcl), Paweł Mąciwoda (e-b, vcl) und James Kottak (dm, perc) mit dem ehemaligen Nightwish-Mitglied Tarja Turunen als Gastsängerin in einem Track.

 

Mit "Comeblack" (Sony, 2011) legte die Band eine Sammlung mit neu eingespielten Klassiker der Bandgeschichte vor. "Get Your Sting & Blackout" (2011) war eine DVD in der 3D-Technik. "MTV Unplugged In Athens" (Sony, 2013) hiess eine Doppel-CD oder DVD/Blu-ray.

 

Am 18. Januar gab die Band ihren "Rücktritt vom Rücktritt" bekannt. Mit "Return To Forever" (Sony, 2015) meldete sich die Band mit einem neuen Album in der letzten aktuellen Besetzung zurück.

 

Es erschien auch in einer erweiterten Sonderausgabe mit einer Bonus-CD, die allerlei Dokumaterial enthielt, einer 7"-Single und einem USB-Stick mit dem Album in digitaler Form. Sieben Jahren später war "Rock Believer" (Vertigo, 2022) ein weiteres Album mit Mikkey Dee als neuen Drummer.

 

Die beiden Comeback-Alben sowie davor "Sting In The Tail" standen alle auf Platz 2 der deutschen Albumcharts. Dies traf auch auf "Coming Home Live" (Vertigo, 2025) zu. Die Doppel-CD enthielt Aufnahmen, die bei einem Auftritt zum 60. Geburtstag der Band in Hannover mitgeschnitten worden waren.


Im Laufe der Jahre waren diverse weitere Compilations oder Wiederveröffentlichungs-Pakete erschienen. Das Boxset "50th Anniversary Deluxe Editions" (BMG, 2015) bestand aus je zehn LPs und CDs mit frühen Alben und viel Bonusmaterial. 28 Musiker waren einmal über kurz oder lang Mitglied der Scorpions.                                                                                            09/26

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