top of page

Scott Walker

musicmakermark
vor 11 Stunden
3 Min. Lesezeit

Amerikanischer Singer/Songwriter, Bassist sowie Bandleader, geboren am 9. Januar 1943 in Hamilton, Ohio, als Noel Scott Engel. Während den 1950er Jahren trat er als Scotty Engel auf, ohne dass er den Sprung zum Teenagerstar ganz schaffte. "When Is A Boy A Man/Steady As A Rock" (Unique, 1957) hiess eine Single, die Engel veröffentlichen konnte.


 

Bis Mitte der 1960er Jahre folgte eine Reihe von weiteren Singles. Danach zog er nach Hollywood, wo er Bass spielen lernte, in Studios tätig war und 1962 Mitglied von The Routers wurde. Nach einem Engagement bei The Daltons gründete er 1964 mit Gary Leeds (dm) und John Maus (g) The Walker Brothers.

 

Dieses Trio pflegte einen pompösen Balladensound und hatte vor allem in England grosse Erfolge zu verzeichnen. 1967 lösten sich die Walker Brothers auf, um zwischen 1975 und 1978 noch einmal zusammenzukommen. Die drei Musiker nannten sich Scott Walker, John Walker und Gary Walker.

 

Von den drei Musikern schaffte einzig der öffentlichkeitsscheue Scott Walker eine Karriere als Solokünstler. Er hatte sich in den 1960er Jahre in Grossbritannien niedergelassen. Seine ersten drei LPs "Scott 1" (Philips, 1967), "Scott 2" (Philips, 1968) sowie "Scott 3" (Philips, 1969) verkauften sich gut.

 

Das erste Album erschien in den USA als "Aloner" (Smash, 1968). Das erste und dritte Album erreichten Platz 3 der englischen Charts, während das zweite Album sogar auf Platz 1 gelangte. Auf den ersten drei Alben fanden sich neun Songs des französischen Chansoniers Jacques Brel.

 

Diese Brel-Interpretationen wurden später auf der LP "Sings Jacques Brel" (Philips, 1981) vereint. Auf dem Höhpunkt des Ruhms veröffentlichte er mit "Scott 4" (Philips/Fontana, 1969) ein düsteres, schwieriges Album, das sich schlecht verkaufte und erst noch unter seinem richtigen Namen Noel Scott Engel, erschien.

 

"Sings Songs From His TV-Series" (Philips, 1969) war sein letztes Top-10-Album in England, während "Til The Band Comes In" (Philips, 1970) und "The Moviegoer" (Philips, 1972) mit Interpretationen von Filmsongs keine Chartsplätze mehr erreichten.

 

Nach "Any Day Now" (Philips, 1973) wechselt Scott Walker das Label und gab mit "Stretch" (CBS, 1973) und "We Had It All" (CBS, 1974) zwei weitere LPs heraus.  Nach dem Ende der Reunion der Walker Brothers dauerte es fünf Jahre, ehe er mit "Climate Of Hunter" (Virgin, 1984) ein neues Solo-Album herausbrachte.

 

Darauf wurde er von Musikern wie Mark Knopfler (g) von den Dire Straits oder von Evan Parker (ss, ts) begleitet. Dann vergingen 12 Jahre, bis zum nächsten Album "Tilt" (Fontana, 1995) und weitere 11 Jahre bis zu "The Drift" (4AD, 2006).

 

Mit diesen drei Alben gelangte Walker wieder in die UK-Charts, wenn  auch nur auf hintere Plätze. Dazwischen war einzig Walkers Soundtrack "Pola X" (Barclay, 1999) zum gleichnamigen Film von Léos Carax erschienen.

 

Neben Walker, der den Hauptteil der Filmmusik lieferte, wurde auch Musik von Fairuz, Smog, Gilles Fournier und Sonic Youth verwendet. "And Who Shall Go To The Ball? And What Shall Go To The Ball?" (4AD, 2007) hiess ein vierteiliges Instrumental-Werk, geschrieben für eine zeitgenössische Tanz-Aufführung.

 

"Bish Bosch" (4AD, 2012) hiess sechs Jahre nach "The Drift" das nächste richtige Song-Album von Walker. Zusammen mit der Drone Metal-Band Sun O))) nahm Walker "Soused" (4AD, 2014) auf. Bei "The Childhood Of A Leader" (4AD, 2016) handelte es sich um einen weiteren Soundtrack, ebenso bei "Vox Lux" (Columbia, 2018).

 

Von Scott Walker erschienen im Laufe der Zeit mehrere Compilations und Boxsets, darunter das 5-CD-Set "In Five Easy Pieces" (Mercury, 2003) und die fünf LP oder fünf CD umfassende Box "Scott (The Collection 1967-1970)" (Unviversal, 2013) mit den frühen Aufnahmen von Walker.

 

Das Set "5 Classic Albums" (Spectrum und Universal, 2016) bestand ebenfalls aus den ersten fünf Alben. Scott Walker starb am 22. März 2019 in London. Er wurde 76 Jahre alt. Er gilt für viele Musikerinnen, Musiker und Bands als Inspirationsquelle.                                  10/26

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page