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Shorty Rogers

  • musicmakermark
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Westcoast Jazz-Trompeter, Flügelhornspieler, Komponist und Bandleader, geboren am  14. April 1924 in Great Barrington, Massachusetts, als Milton Rajonsky. Er studierte Trompete an der Highschool of Music and Arts in New York City sowie Komposition und Arrangement am Los Angeles Conservatory.


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Rogers spielte zuerst bei Will Bradley (1942) und Red Norvo (1942–1943). Nach seinem Militärdienst engagierten ihn 1945 Woody Herman, Charlie Barnet, dann wieder Woody, Herman (bis 1949) und Stan Kenton (1950/51). Bei Kenton war er auch als Arrangeur tätig.

 

Um 1953 war er Mitglied von Howard Rumsey's Lighthouse All-Stars. Anschliessend liess er sich in Los Angeles nieder, wo er ab Mitte der 1950er Jahre viele eigene Gruppen leitete und zu einem der führenden Musiker des Westcoast Jazz wurde.

 

Erste Aufnahmen erschienen auf dem 10"-Album "Modern Sounds" (Capitol, 1952), einer Schallplatte seiner Gruppe Shorty Rogers And His Giants. Diese Gruppe bestand neben dem Leader aus Art Pepper (as), Jimmy Giuffre (ts), John Graas (frh), Gene Englund (tuba), Hampton Hawes (p), Don Bagley (b) und Shelly Manne (dm).

 

Auf dem zweiten Giants-10"-Album "Shorty Rogers And His Giants" (RCA Victor, 1953) war Joe Mondragon der Bassist. Dazu kam Milt Bernhart (tb) als neunter Musiker. Auf der 10"-EP "Cool And Crazy" (RCA Victor, 1953) war eine kleine Bigband zu hören, die um die Giants herum aufgebaut wurde.

 

Die Giants waren die wichtigste Gruppe von Shorty Rogers. Unter diesem Gruppennamen, teilweise auch als Shorty Rogers And His Augmented Giants, erschien bei Labels wie "RCA Victor", später bei "Atlantic" und "Reprise" über ein Dutzend weitere Alben in den unterschiedlichsten Besetzungen.

 

Die Giants waren auch auf dem Soundtrack zum Film "The Man "With The Golden Arm" (Decca, 1956) von Otto Preminger mit Frank Sinatra und Kim Novak zu hören. Bei den Giants spielten viele wichtige Westcoast-Jazzmusiker wie Art Pepper, Bill Holman, Bob Enevoldsen, Curtis Counce, Gene Englund, George Roberts, Hampton Hawes, Jimmy Giuffre, Joe Mondragon, John Graas, Larry Bunker, Lou Levy, Mel Lewis, Milt Bernhart, Paul Sarmento, Pete Jolly, Ralph Peña und Shelly Manne.

 

Von Shorty Rogers kam unter anderen Bandnamen eine ganze Reihe von weiteren Aufnahmen heraus. Von Shorty Rogers And His Orchestra, einer Bigband-Version seiner Giants, erschienen nach der erwähnten 10"-EP mit "Shorty Rogers Courts The Count" (RCA  Victor, 1954), "Chances Are It Swings" (RCA Victor, 1959) und "The Wizard Of Oz And Other Harold Arlen Songs" (RCA Victor, 1959) drei weitere Alben.

 

Später nannte er sein Grossorchester auch Shorty Rogers Big Band. Mit Gerry Mulligan (bars) als Co-Leader leitete er eine Bigband, die "Modern Sounds" (Capriol, 1956) aufnahm. Als Shorty Rogers Quintet entstand mit Jimmy Giuffre (sax, cl), Lou Levy (p), Ralph Peña (b) und Larry Bunker (dm) die LP "Wherever The Five Winds Blow" (RCA Victor, 1957).

 

Mitte der 1980er Jahre leitete er zusammen mit Bud Shank das Bud Shank-Shorty Rogers Quintet, das in der Besetzung Shank (sax, fl), Rogers (tp), John Critchinson (p), Ron Matthewson (b) und Kenny Clare (dm), die B-Seite der LP "Back Again" (Choice, 1984) bespielte.

 

Die A-Seite stammte von einer von Victor Lewis geleiteten Bigband, in der das Shank-Rogers Quintet integriert war. Auf "California Concert" (Contemporary, 1985) wurden Shank und Rogers von George Cables (p), Monty Budwig (b) und Sherman Ferguson (dm) begleitet.

 

Einzelne Stücke von Rogers erschienen unter Gruppenbezeichnungen wie Boots Brown And His Blockbusters oder Boots Brown And The Pflugelpipers. Zudem trat Shorty Rogers auch als The Prince oder als Roger Short auf. Shorty Rogers war nicht nur ein aktiver Leader, sondern auch ein begehrter Sideman.

 

 Er spielte in Gruppen von Teddy Charles, Shelly Manne, Pete Jolly, Al Cohn, Jimmy Giuffre, Johnny Richards, Pete Rugolo, Elmer Bernstein, Billy Eckstein, Howard Roberts, Stan Getz, Ray Peterson, Chet Baker, Bobby Troup, Billy Strayhorn, Herb Alpert, Art Pepper und begleitete Betty Bennett, Eartha Kitt.

 

Rogers war auch bei einigen mehr experimentellern Aufnahmen jener Zeit beteiligt. Er war auf der LP "Jazz Composers Workshop" (Savoy, 1955) zu hören, die in diversen Besetzungen um Rogers, Bill Russo, Jimmy Giuffre und Bill Russo eingespielt wurden.

 

Auch auf der LP "The Three" & "The Two" (Contemporary, 1960) war Rogers zu hören, im Trio mit Jimmy Giuffre (cl, ts, bars) und Shelly Manne (dm). Die B-Seite dieser wegweisen Kammerjazz-LP mit Aufnahmen von 1954 bestritt Manne im Duo mit Russ Freeman (p). Vor allem die Trioaufnahmen waren revolutionär.

 

Das Stück "Three On A Row" wurde von Rogers nach den Regeln der 12-Ton-Technik komponiert, während "Abstract No. 1" eine der ersten freien Improvisationen im Jazz überhaupt darstellte. Anfang der 1960er Jahre hörte Shorty Rogers vorerst auf, selber Trompete zu spielen.

 

Er betätigte sich fortan vor allem als Komponist und Arrangeur. Dabei arbeitete er für The Monkees oder schrieb Musik für TV-Serien. Ab 1982 war er wieder als Musiker aktiv. Shorty Rogers starb am 7. November 1994 70-jährig in Van Nuys, California.

 

Laut discogs.com besitzt Rogers über 500 Credits als Musiker sowie über 800 als Arrangeur oder Komponist. Shorty Rogers' Schaffen wurde auf verschiedenen Compilations zusammengefasst. Eine der umfassendsten waren die 6-LP/4-CD-Box "The Complete Atlantic And EMI Jazz Recordings Of Shorty Rogers" (Mosaic, 1989).

 

Drei Einzel-CDs hiessen "Complete Quintet Sessions 1954-1956 - Volume 1 bis 3" (alle Fresh Sound, 2006). Die drei CDs kamen gleichzeitig auch zusammen als Set heraus. "Creative West Coast Swing" (Membran, 2005) war ein weiteres 4-CD-Set.

 

Auch "West Coast Jazz" (Proper Box, 2006) mit Aufnahmen, die Rogers zwischen September 1951 und September 1954 mit verschiedenen Begleitern eingespielt hatte, bestand aus 4 CDs. "Volume 1: 1946-1954 - West Coast Trumpet Ace, Bandleader, Composer" (JSP, 2008) erstreckte sich über fünf CDs. "Eight Classic Albums" (Real Gone, 2011) war vier CDs stark.                            11/25

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