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Spirit

musicmakermark
vor 3 Tagen
5 Min. Lesezeit

Amerikanische Rock-Gruppe zwischen Progressive, Psychedelic, Hard und Jazz Rock, entstanden 1967 in Los Angeles, California, aus einer Formation mit dem Namen The Red Roosters. Deren Mitglieder Randy California alias Randy Wolfe (g, vcl), Mark Andes (e-b) und Jay Ferguson (vcl) verbanden sich mit John Locke (key) und Ed Cassidy (dm) zu Spirit.


 

Randy California hatte einige Zeit in New York verbracht, wo er in der Gruppe Jimmy James & The Blue Flames spielte. Deren Leader Jimmy James war niemand anderer als Jimi Hendrix gewesen. Im Mittelpunkt von Spirit stand vor allem der glatzköpfige Schlagzeuger Ed Cassidy mit seinem riesigen Drumset.

 

Er hatte zuvor mit Jazzmusikern wie Gerry Mulligan, Cannonball Adderly oder Thelonious Monk gespielt und war gleichzeitig auch der Stiefvater von Randy California. Cassidy war zudem zusammen mit Ry Cooder und Taj Mahal einer der Gründer der Gruppe Rising Sons gewesen.

 

Nach ersten Demoaufnahmen wurde die Gruppe vom Label "Ode" von Lou Adler unter Vertrag genommen, wo die ersten Alben "Spirit" (1968), "The Family That Plays Together" (1968) und "Clear" (1969) erschienen. Das vierte Album war "Twelve Dreams Of Dr. Sardonicus" (Epic, 1970). Es entstand mit David Broomberg (hca) als Gast.

 

Die Alben verkauften sich und und fanden sich in den Charts wieder. Das Debutalbum "Spirit" erreichte Platz 31 der Billboard 200, der Zweitling "The Family That Plays Togehter" erschien auf Platz 22 der US-Albumcharts. Spätere Alben waren chartsmässig nicht mehr so erfolgreich. Auch einige der frühen Singles erreichten die Billboard Hot 100.

 

Die höchste Chartsplatzierung erreichte mit Platz 25 "I Got A Line On You", eine Auskoppelung des zweiten Albums. Nach den ersten vier Alben stiegen Andes und Ferguson aus, um 1971 mit Jo Jo Gunne eine eigene Band zu gründen. Spirit selber machte anfangs der 1970er Jahre eine Krise durch.

 

California hatte einen Reitunfall und nahm anschliessend Unmengen von LSD. In einem Drogenrausch sprang er von der Chelsea-Bride in London in die Themse. California stieg bei Spirit aus und begann eine Solokarriere. Dennoch kam mit "Feedback" (Epic, 1972) ein fünftes Spirit-Album zu Stande.

 

Eingespielt wurde es von Locke und Cassidy zusammen mit dem texanischen Brüderpaar Al (e-b, vcl) und Christian Staehely (g, vcl) als Ersatz für California, Ferguson und Andres. "The Best Of Sprit" (Epic, 1973) war eine erste Compilation. Danach stiegen auch die Urmitglieder Locke und Cassidy aus.

 

Sie überliessen den Staehely-Brüdern die Rechte am Gruppennamen. Die Brüder führten die Band bis Mitte der 1970er Jahre mit neuen Musikern weiter, ohne dass weitere Aufnahmen erschienen. Christian Staehely wurde später ein Sessionmusiker, während Al Staehely zum einem der gefragtesten Musikanwälte avancierte.


Randy Californias erstes eigenes Album hatte "Kapt. Kopter And The (Fabulous) Twirly Birds" (Epic, 1972) geheissen. Bei den Aufnahmen machten in einzelnen Stücken auch Ed Cassidy (dm) und der frühere Hendrix-Begleiter Noel Redding (e-b) mit. Dann folgte mit "The Adventures of Kaptain Kopter & Commander Cassidy in Potato Land" quasi die Fortsetzung von Californias Debutalbum.

 

Neben Cassidy bildeten Ex-Spirit-Mitglied John Locke (key) sowie George Valuck und Benji (key) das Stammquintett dieser LP. Die Aufnahmen wurden vorerst nicht heraus gebracht. Erst knapp zehn Jahre später kamen sie als Spirit-Album (Rhino, 1981) erstmals auf den Markt.

 

1975 erweckten California und Cassidy Spirit mit Larry "Fuzzy" Knight (e-b), der auf Califonias Solo-LP mitgewirkt hatte, zu neuem Leben. Mit Knight, der auch bei Ike & Tina Turner sowie bei Delaney & Bonnie gespielt hatte, nahmen die beiden Spirit-Leader die erst später auf den Markt gebrachten LPs "Live Spirit" (Potato, 1978) und "Made In Germany" (Potato, 1983) auf.

 

Auf der zweiten wirkte auch noch Paul Watkins (perc) mit. Anstelle von Knight wurde Barry Keene (e-b) verpflichtet, mit dem California und Cassidy die Doppel-LP "Spirit Of 76" (Mercury, 1975) und die LP "Son Of Spirit" (Mercury, 1975) aufnahmen.

 

Für die Aufnahmen des nächsten Albums "Farther Along" (Mercury, 1976) kam es zu einer Reunion fast des gesamten Original-Lineups mit Randy California (g, e-b, vcl), John Locke (key), Mark Andes (e-b, vcl) und Ed Cassidy (dm). An Stelle von Sänger Jay Ferguson machte Matt Andes (g, vcl) mit.

 

Dazu kamen sieben weitere Musiker, darunter Ernie Watts (sax) und Ian Underwood (div instr) von den Mothers Of Invention. Die Reunion war nur von kurzer Dauer, denn auf dem nächsten Album "Future Games" (Mercury, 1977) wurden California und Cassidy von Terry Anderson (vcl) und Joe Kotleba (synth) begleitet.

 

1982 kam es zu einer weiteren Reunion, nun in der Originalbesetzung mit Ferguson. Das Resultat dieser Wiedervereinigung war die LP "The Thirteenth Dream" (Mercury, 1984). Zu den Aufnahmen wurden zudem viele weitere Musiker beigezogen, darunter Bob Welch (g, vcl) von Fleetwood Mac.


Danach spielten California und Cassidy mit unterschiedlichen Musikern weitere Alben wie "Rapture In The Chambers" (I.R.S., 1989) und "Tent Of Miracles" (Dolphin, 1990) ein. Dazu erschienen in jener Zeit und später eine ganze Reihe von Compilations.


In den 1990er Jahren begann Randy California für sein Label "W.E.R.C. C.R.E.W." eine Reihe von Alben mit bis zu diesem Zeitpunkt noch nie veröffentlichten Aufnahmen der Gruppe zusammen zu stellen.

 

Es waren dies "Chronicles 1967-1992" (1991), "Live At La Paloma" (1995) und "California Blues" (1996). Am 2. Januar 1997 wurde Randy California beim Baden auf Hawaii von einer Riesenwelle überrascht und getötet. Seine Leiche wurde nie gefunden. Mick Skidmore sorgte nach dem Tod von California, dass weitere Spirit-Aufnahmen erschienen.

 

"Live At The Rainbow Theatre 1978" (Past & Present, 1999) hiess eine Liveaufnahme. "Cosmic Smile" (Phoenix Media, 2000) enthielt Aufnahmen aus den Jahren 1990 bis 1995. Weiteres bisher unveröffentlichtes Material aus den Archiven von California enthielten die Doppel-CD "Sea Dream" (Acadia, 2002), die CD "Blues From The Soul" (Acadia, 2003) und die Doppel-CD "Live From The Time Coast 1989-1996" (Acadia, 2004).

 

Letztere enthielt Aufnahmen jener Spirit-Trioformation mit Mike Nile (e-b), welche die letzte offizielle Spirit-Aufnahme "The Tent Of Miracles" eingespielt hatte. Bei den Liveauftritten zu jener Zeit wurde die Band zudem durch Scott Monahan (key) oder George Valuck (key) erweitert.

 

Auf "Model Shop" (Sundazed, 2005) fanden sich bisher noch nie veröffentlichte Liveaufnahmen von 1968. CD 1 der Doppel-CD "Son Of America" (Acadia, 2005) enthält 25 weitere bislang unveröffentlichte Songs aus den Jahren 1983 bis 1996. CD 2 bestand aus bisher nohe nie veröffentlichtem Material und aus Alternate Takes der "Cosmic Smile"-Sessions.

 

Unter dem Titel "The Original Potato Land" (Acadia, 2006) wurden die Originalaufnahmen zur California/Spirit-Aufnahme "The Adventures of Kaptain Kopter & Commander Cassidy in Potato Land" mit den 1981 veröffentlichten Tracks und mit Bonus-Material zusammengefasst.

 

"The Complete Potatoland" (Esoteric, 2019) war später ein 4-CD-Box-Set mit den beiden "Potato Land"-Versionen sowie Kapt Kopter-Liveaufnahmen von 1972 mitsamt viel Bonusmaterial.

 

"The Euro-American Years" (Acadia, 2007) hiess ein 4-CD-Set mit teilweise noch nie veröffentlichtem  Material von Spirit und der Randy California Band um 1979/1980. Später war "The Euro-American Years 1979-1983" (Esoteric, 2020) sechs CDs stark.

 

"Salvation... The Spirit Of '74" (Acadia, 2007) war eine Triple-CD mit Liveaufnahmen aus den Jahren 1974 und 1975 sowie auf CD 3 mit Demos aus der Anfangszeit, deren Tracks zum Teil später auf den ersten Alben erschienen. "Sunrise & Salvation - The Mercury Era Anthology" (Esoteric, 2021) enthielt auf acht CDs die frühen Alben mitsam viel Bonusmaterial.

 

Der Auftritt in der deutschen TV-Sendung "Rockpalast" von 1978 wurde auf der CD "Rockpalast: West Coast Legends Vol.3" (SPV, 2010) sowie im Rahmen der DVD/Doppel-CD "Live At Rockpalast 1978" (MIG, 2019) dokumentiert.

 

Die ersten fünf Alben wurden in der Reihe "Original Album Classics" (Legacy, Epic und Ode, 2010) im Rahmen eines 5-CD-Sets wiederveröffentlicht. Eine weitere Aufnahme mit frühem Livematerial stellte "Live At The Ash Grove,1967 Vol. I" (Flashback, 2016) dar.

 

Discogs.com listet für Spirit fast 40 Alben und fast 30 Compilations oder Wiederveröffentlichungspakete auf. Ed Cassidy starb am 6. Dezember 2012 89-jährig. John Locke hatte am 4. August 2006 diese Welt verlassen.   09/26

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