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The Kentucky Colonels

  • musicmakermark
  • vor 11 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Amerikanische Bluegrass-Grupppe, gegründet 1954 in Burbank, California, von den drei White-Brüdern Roland (mand), Clarence (g) und Eric Jr. (banjo, b). Zuerst nannte man sich Three Little Country Boys. Teilweise schloss sich deren Schwester Joanne (b) der Band an.



Die Gruppe gewann einen Talentwettbewerb beim Radiosender KXLA in Pasadena, California, und wurde 1957 vom Country-Gitarristen Joe Maphis entdeckt, der die Gruppe in die TV-Sendung "Town Hall Party" unterbringen konnte. Danach schwenkte die Band von Counry Music in Bluegrass um.


Dazu wurde der Kreis der Musiker mit Billy Ray Latham (banjo) und LeRoy Mack (dobro) erweitert und die Gruppe in Country Boys umgetauft. 1961 wurde Roger Bush (b) Nachfolger von Eric White Jr.. Von 1959 bis 1962 konnten The Country Boys bei vier verschiedenen Labels vier Singles veröffentlichen.


Weil mit Mac Wiseman & The Country Boys eine andere Gruppe ähnlich hiess, taufte man sich in The Kentucky Colonels um. "The New Sound Of Bluegrass America" (Briar, 1963) hiess ein erstes Album der Colonels. Geprägt wurde der Sound der Gruppe von Clarence Whites Flatpicking-Gitarrentechnik.


Er machte damit die Gitarre im Bluegrass zu einem Soloinstrument, nachdem sie lange Zeit nur zur Begleitung eingesetzt worden war. In jener Zeit spielte Clarence White eine ganze Reihe von Solostücken ein, die allerdings erst später veröffentlicht wurden.  


Aufnahmen von einem Auftritt der Colonels am Newport Folk Festival 1964 kamen Jahrzehnte später unter dem Titel "Long Journey Home" (Vanguard, 1991) heraus. Nachdem mit Bobby Sloan (fiddle) ein weiterer Musiker dazugestossen war, spielten die Colonels ihr zweites Album "Appalachian Swing!" (World Pacific, 1964) ein.


Die LP verkaufte sich gut und war wegweisend für die Weiterentwicklung des Bluegrass. Zur selben Zeiten spielten Clarence und Roland White als Co-Leader mit Tut Taylor (dobro) das Album "Dobro Country" (World Pacific, 1964) ein. Bei den Aufnahmen machten auch Gary Carlson (g), Billy Ray (banjo) und Victor Gaskin (b) mit.

 

Mitte der 1960er Jahre hatte Bluegrass mit dem Aufkommen der Popmusik und dem Revival der Folkmusik einen schweren Stand. Den Colonels blieb nichts anderes übrig, als ihre Instrumente wie The Byrds und Bob Dylan elektrisch verstärken zu lassen. Für Bobby Sloan kam Scotty Stoneman (fiddle).

 

Ein Konzertmischnitt aus jener Zeit mit Stoneman erschien Jahre später unter dem Titel "1965 Live In L.A." (Sierra Briar, 1978). Ein weiterer Konzertmitschnitt mit Stoneman erschien noch später unter dem Titel "On Stage" (Rounder, 1984). Zudem heuerten die Colonels teilweise auch einen Drummer an.

 

Die Band spielte am 31. Oktober 1965 ihr vorerst letztes Konzert und löste sich vorerst auf. Schon 1966 stellten Clarence und Roland White mit ihrem Bruder Eric sowie mit Dennis Morris (g), Bob Warford (banjo) und Bobby Crane (fiddle) ein neues Kentucky Colonels-Lineup auf die Beine.

 

Diese Version der Band trat mehrmals auf und spielte eine Serie von Demoaufnahmen ein, die später als "1966" (Shiloh, 1978) heraus gebracht wurden. Ebenfalls aus jener Zeit stammten die Stücke auf den später veröffentlichten LPs "Kentucky Colonels Featuring Roland And Clarence White" (UA, 1973), "Livin' In The Past" (Briar, 1975) und "1965-1966" (Rounder, 1976).

 

1967 erhielt Clarence White ein Angebot, Mitglied von Bill Monroes Band The Blue Grass Boys zu werden. White lehnte ab, aber empfahl seinen Bruder Roland, der den Job als Gitarrist bekam. Danach lösten sich die Colonels erneut auf.

 

Clarence White gab Aufnahmen unter seinem Namen heraus, war 1967/1986 Mitglied von Nashville West und spielte von 1968 bis 1973 bei The Byrds. Nach dem Ende der Byrds schloss sich Clarence White der Allstar-Gruppe Muleskinner an und tat sich, ebenfalls noch 1973, mit seinen Brüdern Roland und Eric zusammen.

 

Mit Herb Pedersen (g) und Alan Munde (banjo) als weitere Bandmitglieder traten sie als The White Brothers bzw. The New Kentucky Colonels auf und gingen auf eine Europatournee. Einer dieser Auftritte wurde später unter dem Titel "The New Kentucky Colonels Live In Sweden, 1973" (Rounder, 1976) veröffentlicht.

 

Ein weiterer Mitschnitt wurde als "Live in Holland 1973" (Roland White Music, 2013) von Roland White persönlich herausgebracht. Zurück in den USA gingen die New Colonels mit Gram Parsons, Emmylou Harris, Country Gazette, Sneaky Pete Kleinow, Gene Parsons, Byron Berline und Chris Ethridge auf Tournee.

 

Clarence White starb am 15. Juli 1973 29-jährig in Palmdale, California, an den Folgen einer schweren Hirnverletzung. Eine betrunkene Autofahrerin hatte ihn und seinen Bruder Roland beim Einladen von Instrumenten nach einem Konzert angefahren.

 

Nachträglich erschienen weitere Aufnahmen der Kentucky Colonels. "Clarence White And The Kentucky Colonels" (Rounder, 1980) war eine Compilation. Andere Alben hiessen "On Stage" (Rounder, 1984), "Live In Stereo" (Double Barrel, 1999) und "Rose Lee And Joe Maphis With The Kentucky Colonels" (Pacific Cypress, 2013).                03/26

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