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Volker Kriegel

  • musicmakermark
  • 21. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Deutscher Jazz- und Jazz Rock-Gitarrist, Bandleader und Komponist, geboren am 24. Dezember 1943 in Darmstadt. Er brachte sich das Gitarrespielen selbst bei. Zu seinen ersten musikalischen Vorbildern gehörte das damalige Oscar Peterson Trio mit dem Gitarristen Herb Ellis.



 

Deshalb war auch seine erste eigene Gruppe gleich besetzt. Nachdem er nach dem Abitur zunächst als Zeichenlehrer gearbeitet hatte, gründete er ein weiteres Trio, mit dem er 1964 beim Düsseldorfer Amateurjazzfestival Preise als bester Gitarrist und bester Solist gewann.

 

1965 wurde er Mitglied des Quintetts von Claudio Szenkar. Anfang der 1960er Jahre studierte er an der Goethe-Universität Frankfurt Soziologie und Psychologie. Während seiner Studienzeit war Kriegel erstmals in der Frankfurter Jazz-Szene engagiert.

 

Er spielte in Jam Sessions mit Albert und Emil Mangelsdorff, Fritz Hartschuh, Gustl Mayer und Rolf Lüttgens. Zu dieser Zeit arbeitete Kriegel auch als Zeichner für Zeitungen. 1964 entschied er sich gegen eine Arbeit als Zeichenlehrer bzw. für den Weg zum Profimusiker.

 

1967 war Volker Kriegel Mitglied der Formationen Swinging Oil Drops von Emil Mangelsdorff und Sound Constellation von Gustl Mayer. Zudem wirkte aber bei den Aufnahmen zum Album "Doldinger Goes On" (Philips, 1967) von Klaus Doldinger mit.

 

Von 1968 bis 1973 war er Mitglied der Gruppe The Dave Pike Set. 1968 trat er mit seiner eigener Band als Volker Kriegel Quartett auf. Diese Gruppe bestand aus Claudio Szenkar (vibes), Eberhard Leibling (b) und Peter Baumeister (dm).

 

Mit einem Teil dieser Musiker entstand auch Kriegels erstes Album "With A Little Help From My Friends" (Liberty, 1968). Kriegel und Szenkar wurden darauf von Günter Lenz oder Peter Trunk (b) bzw. Cees See oder Peter Baumeister (dm) begleitet. Auf "Spectrum" (MPS, 1971) waren John Taylor (e-p), Peter Trunk (b, e-b, cello), Cees See (perc) und Peter Baumeister (dm, perc) die Begleiter.

        

Die nächste Aufnahme hiess "Inside: Missing Link" (MPS, 1972) und war eine Doppel-LP, die Kriegel mit Hilfe von Alan Skidmore (ss, ts), Heinz Sauer (ts), Albert Mangelsdorff (tb), John Taylor (e-p), Cees See (fl, perc, vcl, effects), Eberhard Weber sowie John Marshall oder Peter Baumeister (dm) aufgenommen hatte.


"Lift!" (MPS, 1973) zeigte Kriegel in Begleitung von Stan Sulzman (ss, fl), Zbigniew Seifert (e-vio), Taylor, Weber, See und Marshall. Nach seinem Ausscheiden aus dem Dave Pike Set gründete er mit Rainer Brüninghaus (key), Eberhard Weber (b, e-b, cello), Peter Giger (perc) und Joe Nay (dm) die Formation Spectrum, von der die LP "Mild Maniac" (MPS, 1974) erschien.


Das nächste Album "Topical Harvest" (MPS, 1976) erschien dann wieder unter Kriegels Namen. Es zeigte den Gitarristen mit Peter Coura (g), Mangelsdorff, Brüninghaus, Hans Peter Ströer (b, g, synth, perc), Giger, Ray Mantilla (perc), und Nay.


Aus diesen Aufnahmen Anfang/Mitte der 1970er Jahre  entwickelte sich die Gruppe Volker Kriegel &  Mild Maniac Orchestra, von der mehrere Aufnahmen herauskamen. Einige dieser Alben erschienen allerdings unter Volker Kriegels Namen, wurden aber mit den Stammmusikern des Mild Manica Orchestras eingespielt.


Zwischen 1974 und 1982 kamen zudem beim Label "Biton" vier Alben der Gruppe Volker Kriegel & The Groove-Combination heraus. Darauf bewegte sich Kriegel zwischen Bossa Nova und Jazz Funk.

 

Ab 1977 war Kriegel eine der treibenden Figuren hinter der Allstar-Formation United Jazz und Rock Ensemble. Die meisten Aufnahmen dieser Formation erschienen auf dem Label "Mood", dessen Mitgründer Kriegel ebenfalls 1977 gewesen war.

 

Als Musiker trat Kriegel ab Anfang der 1980er Jahre kürzer. Mit Musikern aus dem Mild Maniac Orchestra-Umfeld entstanden nur noch zwei Aufnahmen: "Schöne Aussichten" (Mood, 1983) und "Palazzo Blue" (Mood, 1987).

 

Andere Gruppen hiessen The Volker Kriegel Trio, Volker Kriegel & Friends, Volker Kriegel Quartett und Volker Kriegel Workshop Group. Ab Mitte der 1990er Jahre musste Kriegel seine Aktivitäten als Musiker ganz aufgeben.

 

Er widmete sich seiner zweiten Karriere als Erzähler, Übersetzer, Cartoonist und Illustrator und betätigte sich gelegentlich als Musikkritiker. Nachdem er bereits in den 1990er Jahren wiederholt an Krebs erkrankt war, starb Volker Kriegel am 14. Juni 2003 im Alter von 59 Jahren im spanischen San Sebastian.

 

Aufnahmen von 1981 erschienen nachträglich auf der CD/DVD "Jazzfest Berlin 81" (Art Of Groove, 2012). Aufnahmen aus der Anfangszeit wurden unter dem Titel "Lost Tapes - Mainz 1963-1969" (Arthaus Musik, Jazzhaus und SWR Music, 2013) auf einer Doppel-CD zusammengefasst.

 

Weiteres Archivmaterial erschien auf "Two Concerts (Lagos 1979 & Bochum 1990)" (MIG, 2019). In Nigeria war er damals mit seinem Mild Maniac Orchestra aufgetreten, in Bochum mit seiner letzten Gruppe.

 

Aus Kriegels Aufnahmen wurden viele Compilations zusammengestellt. Er war Mitglied der Gruppen Curt Cress Clan, EM Swingin Oil Drops, Festival Big Band, Ingfried Hoffmann Big Band, Jazz Gala Big Band Orchestra, Karin Krog & Friends, Rolf Kühn Sextet sowie The Kühn Brothers & The Mad Rockers.                                     12/25

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