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Aldo Romano

  • musicmakermark
  • vor 5 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Italienischer Jazz-Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist und Bandleader geboren am 16. Januar 1941 in Belluno in Norditalien. Er lebt seit 1947 in Frankreich. Romano spielte zuerst Gitarre und wechselte unter dem Eindruck von Art Taylor Anfang der 1960er Jahre ans Schlagzeug.


 

Er begleitete er Musiker wie  Bud Powell, Jackie McLean, Stan Getz, Kenny Drew oder J.J.Johnson, wenn diese in Pariser Jazzclubs auftraten. 1964 wurde er mit seinem langjährigen Partner Jean-François Jenny-Clark (b) Mitglied der Gruppen von François Tusques und Bernard Vitet.

 

Steve Lacy holte ihn mit Kent Carter (b) für die Aufnahmen von "Sortie" (GTA, 1966) und "Disposability" (Vik, 1966) ins Studio. Auf der ersten dieser beiden LPs war auch noch Enrico Rava (tp) zu hören. In jener Zeit bildeten Lacy, Carter und Romano mit Carla Bley (p) und Michael Mantler (tp) die Jazz Realities.

 

Diese Gruppe nahm in Holland eine gleichnamige LP (Fontana, 1966) auf. Er spielte 1965/66 in der Gruppe von Don Cherry und war 1966/67 Mitglied der Bands um Carla Bley. 1969 begleitete er unter anderem Keith Jarrett, Dexter Gordon, Jean-Luc Ponty, Phil Woods, und Steve Kuhn. 

 

Auch Giorgio Gaslini, Rolf und Joachim Kühn, Barney Wilen, Giorgio Azzolini, Michel Portal und andere griffen Ende der 1960er Jahre auf Romanos Dienste zurück. Mit Henri Texier (b, div instr) sowie den Multiinstrumentalisten Georges Locatelli, Michel Libretti und Chris Hayward gab er als Total Issue eine gleichnamige LP (UA, 1971) heraus.

 

1974 gründete er mit Jasper Van't Hof (key), Charlie Mariano (reeds), Jean-François Jenny-Clark (b) und Philip Catherine (g) die Fusiongruppe Pork Pie, von der mehrere Alben erschienen. Auch bei Aufnahmen von Karin Krog, The Paris Quartet, Michel Graillier, François Jeanneau, Franz Koglmann/Bill Dixon, Tania Maria, Gato Barbieri, Christian Escoudé, Claude Barthélémy und Gordon Beck war er zwischen Mitte und Ende der 1970er Jahre auch dabei.  

 

Mit dem Bassisten Jean-François Jenny-Clark bildete Romano ein viel beschäftigtes Rhythmusduo, das die Duo-LP "Divieto Di Santificazione" (Horo, 1977) einspielte. Romano/Jenny-Clark bildeten in den 1970er Jahren auch die Rhythmusgruppe von Enrico Rava (tp, flh) und Joachim Kühn (p).

 

Auf "Il Piacere" (Owl, 1979), seinem ersten Album unter eigenem Namen, wurde er von Michel Portal (cl, band), Claude Barthélémy (b, g) und Jean-François Jenny-Clark (b) begleitet. "Night Diary" (Owl, 1980) zeigt Romano mit Bobby Malik (ts), Jasper Van't Hof (p, comp), Didier Lockwood (vio) und Cees Van Der Laarse (e-b). 

 

1980 entdeckte Romano in Südfrankreich den Pianisten Michel Petrucciani, ging mit ihm auf Tournee und nahm mit ihm und teilweise Jean-François Jenny-Clarke (b) die drei Alben "Flash" (Bingow, 1981), "Michel Petrucciani" (Owl, 1981) und "Estate" (Riviera, 1982) auf.

 

Mit unterschiedlich besetzten Gruppen nahm Aldo Romano sein nächstes eigenes Album "Alma Latina" (Owl, 1983) auf. 1988 gründete Romano mit Paolo Fresu (tp, flh), Franco D'Andrea (p) und Furio Di Castri (b) das Quartet Ritual.

 

In dieser Besetzung, aber unter Romanos Namen, wurden "Ritual" (Owl, 1988), "To Be Ornette To Be" (Owl, 1990), "Dreams And Waters" (Owl, 1991), "Non Dimenticar" (MLP und Polygram, 1993) und "Canzoni" (Enja, 1997) aufgenommen. 

 

Mit Rava anstelle von Fresu entstand als Enrico Rava Quartet "Opening Night" (ECM, 1992). Mit dem Ritual-Stammquartett sowie mit weiteren Musikern wie Olivier Ker Ourio (hca), Stefano Di Battista (sax), Jean-Michel Pilc (p, e-p) und Michel Benita (b) entstand ebenfalls unter Romandos Namen "Prosodie" (Verve, 1995).

 

Romano und Fresu bildeten später mit Glenn Ferris (tb) und Michel Benita (b) die Gruppe Palatino, von der zwischen 1998 und 2011 vier Alben auf den Markt kamen. Auf einen Vorschlag des Fotografen Guy Le Querrec unternahmen Louis Sclavis (cl, ss), Henri Texier (b) und Aldo Romano (dm) ab 1990 Konzert-Tourneen durch verschiedene afrikanische Länder.

 

Unter diesen Eindrücken entstanden mehrere Aufnahmen (siehe Romano, Sclavis, Texier), jeweils üppig bebildert von Le Querrec. 1991 war er Mitglied eines Quartetts von Richard Galliano (acc) mit Philip Catherine (g) und Pierre Michelot (b), das "New Musette" (Label Bleu, 1991) einspielte und einer neuen Musikrichtung den Namen gab.

 

Auf Dutzenden von Ensembleaufnahmen war Romano war als Co-Leader mit dabei. Im Duo mit Joe Lovano (ts) hatte er "Ten Tales" (Owl, 1990) aufgenommen.  Für die Doppel-CD "Intervista" (Verve, 1997) holte er Stefano Di Battista (ss, as), Nelson Veras (g) und Palle Danielsson (b) dazu.

 

"Corners" (Label Bleu, 1999) zeigt ihn mit Mauro Negri (cl), Tim Miller (g), Ronnie Lynn Patterson (p) und Michel Benita (b). Für "Because Of Bechet" (EmArcy und Universal, 2002) holte Romano eine ganze Reihe von Musikern ins Studio.

 

"Threesome" (Universal, 2004) war eine unter Romanos Namen erschienene Trioaufnahme mit Danilo Rea (p) und Rémi Vignolo (b). Mit Baptiste Trotignon an Stelle von Rea spielten Romano und Vignolo "Flower Power" (Naïve, 2006) ein.     

 

2004 erhielt Romano den dänischen "Jazzpar"-Preis, eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Jazz. Für die Entgegennahme stellte er eine Gruppe zusammen, die "The Jazzpar Prize" (Enja, 2004) aufnahm.

 

Auf "Chante" (Dreyfus, 2005) ist Romano in Begleitung vieler weiterer Musiker als Sänger zu hören, darunter auch im Duett mit der Schauspielerin Carla Bruni, der späteren Gattin des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Auf "Etat de Fait" (Dreyfus, 2007) setzte er später diese Linie mit grösstenteils anderen Musikern fort. 

 

Henri Texier (b), Géraldine Laurent (sax) und Mauro Negri (cl) waren Romanos Begleiter bzw. Begleiterinnen auf "Just Jazz" (Dreyfus, 2008). Mit Fabrizio Bosso (tp) an Stelle von Negri entstand "Complete Communion To Don Cherry" (Dreyfus, 2010), eine Hommage an Don Cherry und Ornette Coleman.

 

Dieses Quartett veröffentlichte danach als Complete Communion die Liveaufnahme "Desireless" (Musica Jazz, 2010). Mit rund einem Dutzend Musikerinnen und Musiker nahm Romano "Origine" (Dreyfus, 2010) auf. 

 

"Inner Smile" (Dreyfus, 2011) war eine Trio-CD unter Romanos Namen mit Baptiste Trotignon (p) und Thomas Bramerie (b). Von Aldo Romano' New Blood mit  Baptiste Herbin (as), Alessandro Lanzoni (p) und Michel Benita (b) erschien "Plays "The Connection" (Dreyfus, 2013).

 

Im Trio mit Vincent Le Quang (ss, ts) und Henri Texier (b) nahm Romano unter seinem Namem "Liberi Sumus (Live Au Triton)" (Le Triton, 2014) auf. Mit Dino Rubino (p) und Michel Benita (b) kam ebenfalls unter Romanos Namen "Mélodies En Noir & Blanc" (Le Triton, 2017) zu Stande.

 

"Reborn" (Le Triton, 2020) war wieder einmal eine grössere Produktion mit je nach Stück unter anderem mit Enrico Rava (tp), Glenn Ferris (tb), Jasper Van't Hof (key, p) und anderen. Aldo Romano besitzt bei discogs.com über 200 Credits als Musiker.    04/26

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