top of page

Byard Lancaster

  • musicmakermark
  • 2. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Free/Soul/Contemporary Jazz-Sopran-, Alt- und Tenorsaxophonist, Klarinettist, Flöstist, Trompeter, Komponist und Bandleader, geboren am 6. August 1942 in Philadelphia, Pennsylvania. Sein Vater und Grossvater waren Amateurmusiker. Er studierte neben Saxophon und Flöte auch Klavier, Gesang, Komposition und Dirigieren.


 

Er ging mit Kenny Barron zur Schule. Von 1960 bis 1963 studierte er an der Shaw University, dann am Berklee College of Music und am Konservatorium von Boston. Von 1961 bis 1964 spielte er mit Dave Burrell und ging 1965 nach New York City.

 

Dort spielte er beim Schlagzeuger Sunny Murray und war mit Jack Graham (as), Jacques Coursil (tp) und Alan Silva (b) an dessen zweitem Album "Sunny Murray Quintet" (ESP, 1966) beteiligt. Nach Auftritten mit Bill Dixon war er zwischen 1968 und 1971 in unregelmässigen Abständen Mitglied der Orchester von Sun Ra.

 

Von 1971 bis 1977 arbeitete er mit McCoy Tyner. Daneben wirkte er 1976 mit dem Pianisten Sonelius Smith bei den "Wildflowers Loft-Sessions" mit, spielte er einige Zeit mit Larry Young und mit Memphis Slim in Paris. Anfang der 1980er Jahre war er in Ronald Shannon Jacksons Decoding Society tätig.

 

Danach liess er sich wieder in Philadelphia nieder. Er war dort auch als Konzertveranstalter tätig. Sein erstes Album unter eigenem Namen war "It's Not Up To Us" (Vortex, 1966) und entstand mit Hilfe von Sonny Sharrock (g), Jerome Hunter (e-b, b), Kenny Speller (perc) und dem späteren Weather Report-Mitglied Eric Gravatt (dm).

 

Mit den ebenfalls aus Philadelphia stammenden Khan Jamal (vibes, marimba), Monnette Sudler (g), Billy Mills (e-b), Omar Hill und Rashid Salim (perc) sowie Dwight James (dm) bildete er in den 1970er Jahren die Formation Sounds Of Liberation, von der die LP "New Horizons" bzw. "Sounds Of Liberation" (Dogtown, 1972) erschien.

 

Weitere Aufnahmen dieses Ensembles aus jener Zeit kamen erst 45 Jahre später als "Unreleased (Columbia University 1973)" (Dogtown, 2018) heraus. Im selben Jahr wie die erste Sounds Of Liberation-Aufnahme kam ebenfalls auf dem Label von Lancaster "Live At Macalester College 72" (Dogtown, 1972) heraus.

 

Darauf fanden sich Aufnahmen der J.R. Mitchell Experimental Unit und der Byard Lancaster Unit. Beide Bands bestanden mehr oder weniger aus Lancaster, Sid Simmons (p), Calvin Hill (b), Jerome Hunter (b) und/oder Paul Morrison (e-b), Lester Lumley (perc) und J.R. Mitchell (dm).

 

In Frankreich, wo sich Lancaster in der ersten Hälfte der 1970er Jahre aufhielt, entstanden mehrere Aufnahmen. Mit Clint Jackson III (tp) als Co-Leader sowie mit Jean-François Catoire (b), Keno Speller (perc) und Jonathan Dickinson (dm) spielte er "Mother Africa" (Palm, 1974) ein.

 

Die Doppel-LP "Exactement" (Palm, 1974) bestand aus unbegleiteten Soloaufnahmen von Lancaster (as, ss, bcl, fl, p, elect). In zwei Tracks wurde er von Keno Speller (perc) begleitet. Mit Sylvain Marc (e-b) und Steve McCall (dm) als Co-Leader nahm er die von einer 7"-Single begleitete LP "Us" (Palm, 1974) auf.

 

"Funny Funky Rib Crib" (Palm, 1979) entstand mit Francois Nyombo (g), Eric Denfert (as, bars), Del Rabenja (p, ts), Joseph Traindl (tb), Clint Jackson (tp), François Tusques (e-p), Zizi Japhet (e-b), Sylvain Marc (e-b, dm), Frank Raholison und Steve McCall (dm).

 

Alle vier Alben wurden später unter dem Titel "The Complete Palm Recordings 1973 – 1974" (SouffleContinu und Palm, 2024) in ihrer Originalform im Rahmen eines Vinyl-Sets wiederveröffentlicht. Teil des Sets war auch die einseitig bespielte 12"-EP "Love Always", eine gemeinsame Aufnahme mit Jef Gilson.   

 

Eine Radiosession mit Skip Parnell (b) und Harold E. Smith (wooden-fl, perc) war als "Exodus" (Philly Jazz Inc., 1977) erschienen. "Documentation: The End Of A Decade" (Bellows, 1980) war eine Aufnahme mit Alfred Pollitt (e-p), Michael Ray (tp), Joan Hansom (vcl), David Eyges (cello), Bobby Byrd und/oder Edward Crockett (b) sowie Chucky Lee (dm).

 

Solo bzw. im Overdubbingverfahren spielte Lancaster in einem Studio "Personal Testimony (Then And Now)" (Concert Artists, 1980) ein. Mit David Eyges (cello) nahm er im Duo "The Arrow" (Music Unlimited, 1981) und später "Lightnin' Strikes" (Black And Blue, 1989) auf.

 

Mit Sunny Murray (dm) zum Trio aufgestockt realisierten Lancaster und Eyges "Crossroads" (Music Unlimited, 1982). In den 1990er Jahren kamen einige weniger bekannte Aufnahmen heraus. Erst gegen Ende der 1990er Jahre wurde sein von Funk und Soul geprägtes Spiel im Rahmen des Nu Jazz-Revivials wiederentdeckt.

 

Auf einer Maxisingle (Ubiquity, 1999) wurde sein Track "Us" von der gleichnamigen LP von 1974 zusammen mit Tracks von Skyjuice und Dark Leaf veröffentlicht. Mit Odean Pope (ts) als Co-Leader eines Quartetts nahm er "Philadelphia Spirit In New York" (Cadence/CIMP, 2001) auf. Begleitet wurden die beiden Saxophonisten von Edward Crockett (b) und J.R. Mitchell (dm).

 

"A Heavenly Sweetness" (Discograph, 2005) hiess eine französische  Produktion mit Georges Edouard Nouel (e-p, synth, perc), Roger Raspail (perc) und Anne Wirz (vcl). "Pam Africa" (CIMP/Cadence, 2005) und "Ancestral Link Hotel" (CIMP/Cadence, 2006) wurden mit Hilfe von Edward Crockett (b), Bert Harris (didj) und Harold E. Smith (dm, didj) aufgenommen.

 

"Soul Unity" (Heavenly Sweetness, 2006) zeigt ihn mit Alfie Pollitt (p), Khan Jamal (vibes, balafon), Reverend Joe Craddock (vcl), Keno Speller undBrett Andrew (perc) sowie Jim Hart (dm, perc, vibes, marimba). Byard Lancaster starb am 23. August 2012 im Alter von 70 Jahren in Wyndmoor, Pennsylvania.         02/26

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page