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Camel

Britische Melodic/Prog Rock-Formation, gegründet 1971 in Guildford, Surrey. Andrew Latimer (g), Doug Ferguson (e-b) und Andy Ward (dm) hatten davor im Trio unter dem Bandnamen The Brew gespielt. Das Trio veröffentlichte mit "Crossroads/Play Your Tune" (Oak, 1969) eine 7"-Single. Als Backingband des Singer/Songwriters Phillip Goodhand-Tait entstand das Album "I Think I'll Write a Song" (DJM, 1971).



Danach holten die drei The Brew-Musiker Peter Bardens (key) dazu, der zuvor in Van Morrisons Gruppe Them sowie mit Rod Stewart (vcl) und Peter Green (g) bei Shotgun Express gespielt hatte. Weil Bardens für einen Auftritt gebucht war, trat das Quartett am 8. Oktober 1971 in Belfast unter dem Bandnamen Peter Bardens' On auf.

 

Nach einer Namensänderung in Camel erfolgte am 4. Dezember 1971 am Waltham Forest Technical College in London ein weiterer Auftritt und zwar als Opener für Wishbone Ash. Das erste Album "Camel" (MCA, 1973) zerriss keine grossen Stricke. Der Zweitling "Mirage" (Deram, 1974) schaffte es in den Billboard 200 in den USA auf Platz 149.


"The Snow Goose" (Decca, 1975) stand auf Platz 162 der Billboard 200. Mit Platz 22 war die Gruppe auch erstmals in den britischen Charts vertreten. "Moonmadness" (Decca, 1976) schnitt mit Platz 15 in Grossbritannien und Platz 118 in den USA so gut ab wie kein anderes Album von Camel davor.

 

Mit "Snow Goose" hatte Camel für Aufsehen gesorgt. Es handelte sich um ein mit Hilfe eines Orchesters eingespieltes Konzeptalbum, das auf Paul Gallicos gleichnamiger Kurzgeschichte basierte. Gallico weigerte sich nicht nur, bei der Aufführung mit dem London Symphony Orchestra unter David Bedford in der Royal Albert Hall aus seinem Buch vorzulesen, sondern klagte Camel auch wegen Verletzung des Urheberrechts ein.

 

2013 spielte Camel zu Ehren des 2002 verstorbenen Peter Bardens das Album noch einmal neu ein. "The Snow Goose" (Camel, 2013) entstand in der Besetzung Andy Latimer (g, key, fl), Guy LeBlanc (key, org, moog, vcl), Colin Bass (e-b) und Denis Clement (dm, perc, key). Vor den Aufnahmen zum nächsten Studioalbum "Raindances" (Decca, 1977) gab es den ersten personellen Wechsel. Für Doug Ferguson kam Richard Sinclair (e-b) von Wilde Flowers in die Gruppe.

 

Das Album stand auf Platz 20 der britischen Charts sowie auf Platz 136 in den USA. Die Doppel-LP "A Live Record" (Decca, 1978) enthielt "The Snow Goose" in einer Live-Aufnahmen von 1975 und dazu weitere Konzertaufnahmen, die zwischen 1974 und 1977  teilweise mit Ferguson, teilweise mit Sinclair entstanden waren.

 

Ständiger Gast zu jener Zeit sowie später war Mel Collins (sax, fl), der auf "Breathless" (Decca, 1978) sowie auf späteren Aufnahmen der Band zu hören war. "Breathless" erreichte Platz 26 in Grossbritannien und Platz 134 in den USA. Es war das letzte Album mit Peter Bardens.

 

Auf "I Can See Your House From Here" (Decca, 1979) bestand Camel aus Andrew Latimer (g, fl, vcl), Jan Schelhaas (p, synth), Kit Watkins (p, e-p, org, synth) von Happy The Man, Colin Bass (e-b, vcl) und Andy Ward (dm, perc). Neben Mel Collins war Phil Collins (perc) von Genesis bei den Aufnahmen mit dabei gewesen.

 

Das Album schaffte es auf Platz 45 der UK-Albumcharts. Dann wechselte die Besetzung fast bei jeder Aufnahme. Einzige Konstante blieb Andrew Latimer. Bis dato waren 24 verschiedene Musiker einmal Mitglied von Camel. Bei Aufnahmen wurde Camel oftmals von Bläsern oder Streichern begleitet.

 

Die Gruppe veröffentlichte bis Mitte der 1980er Jahre weitere Alben wie "Nude" (Decca, 1981), "The Single Factor" (Decca, 1982) und "Stationary Traveller" (Decca, 1984). Letztere beiden Alben schafften es auf Platz 57 der UK-Albumcharts. Danach kamen keine weiteren Camel-Alben mehr in die wichtigeren Hitparaden. "Pressure Point Live" (Decca, 1984) hiess ein zweites Livealbum.

 

Dann wurde es fast zehn Jahre still um Camel. Erst 1992 tauchte die Gruppe, die inzwischen in Kalifornien in den USA ihre Zelte aufgeschlagen hatte, wieder auf. Die neuen Aufnahmen sowie älteres Material wurden fortan auf dem eigenen Label "Camel Productions" herausgegegen.

 

Dort erschienen mit "Dust And Dreams" (1991), "Harbour Of Tears" (1996), "Rajaz" (1999) und "A Nod And A Wink" (2002) weitere Studioalben. Andy Latimer war 1992 an der seltenen Blutkrankheit Polycythaemia (PV) erkrankt und musste Ende 2007 eine Knochenmarktransplantation über sich ergehen lassen.  

 

Von Camel erschienen im Laufe der Jahre mehrere Livealben, welche die Band bei Auftritten in den 1970er und 1980er Jahren zeigte. "The Paris Collection" (Camel, 2001) enthielt einen Livemitschnitt von 2000. Aufnahmen von 2018 erschienen auf der Doppel-CD "Live At The Royal Albert Hall" (Camel, 2020).

 

Auf DVD und Blu-ray war das Konzert schon 2019 zugänglicht gemacht worden. Von Camel kamen viele Compilations heraus. "Lunar Sea (An Anthology 1973-1985)" (Decca, 2001) deckte auf zwei CD das ganz frühe Schaffen der Band ab. Das gleiche galt für das 4-CD-Set "Rainbow's End: An Anthology 1973-1985" (Decca und Universal, 2010).    

 

"Air Born: The MCA & Decca Years 1973-1984" (Universal und Decca, 2023) umfasste nicht weniger als 27 CDs und vier Blue-rays.     02/24

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