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David Bowie – Teil I

musicmakermark
vor 12 Stunden
6 Min. Lesezeit

Englischer Sänger, Musiker, Komponist, Bandleader und Schauspieler, geboren am 8. Januar 1947 in London als David Robert Haywood Jones. Im Alter von neun Jahren kam David über seinen Vater, der ihm seine ersten Singles schenkte, mit Rock & Roll in Kontakt.



 

1962, im Alter von 15 Jahren, sang Bowie unter dem Künstlernamen Dave Jay in der Gruppe The Kon-Rads und spielte dort auch Saxophon. Die Band nahm die von Bowie mitkomponierte 7"-Single "I Never Dreamed/I Thought Of You Last Night" (Decca, 1963) auf, die allerdings erfolglos blieb, sodass Bowie die Gruppe verliess.

 

Im Jahr danach nahm er unter dem Gruppennamen Davie Jones & The King Bees die 7"-Single "Liza Jane/Louie, Louie Go Home" (Vocalion Pop, 1964) auf, die ebenfalls floppte. Während den 1960er-Jahren sammelte er Erfahrungen als Sänger und Musiker in verschiedenen weiteren Bands.

 

Mit The Manish Boys spielte er die 7"-Single "I Pity The Fool/Take My Trip" (Parlophone, 1965) ein. Als Davy Jones & The Lower Third entstanden mit "You've Got A Habit Of Leaving/Baby Loves That Way" (Parolophone, 1965) und "Can't Help Thinking About Me/And I Say to Myself" (Pye, 1966) zwei weitere 7"-Singles.

 

1967 arbeitete er mit dem britischen Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, dessen Einfluss sich in den folgenden Jahren in David Bowies Bühnenshows niederschlug. Durch diese Erfahrungen fing der damals noch schüchterne junge Bowie allmählich an, vielseitige künstlerische Ausdrucksweisen zu entwickeln.

 

Im Verlaufe seiner weiteren Karriere enstanden Figuren wie Major Tom, Ziggy Stardust, Aladdin Sane, Thin White Duke oder Nathan Adler. Als aufstrebender Rockstar wollte er nicht, dass er mit Davy Jones von der damals berühmten Band The Monkees verwechselt wird. Deshalb nannte er sich fortan David Bowie.

 

Erste Schallplatten unter diesem Namen waren die beiden 7"-Singles "Do Anything You Say/Good Morning Girl" und "I Dig Everything/I'm Not Losing Sleep" (beide Pye, 1966), die er mit Hilfe seiner damaligen Band The Buzz aufgenommen hatte.

 

Nach einem Labelwechsel erschien noch vor dem ersten Album die 7"-Single "Rubber Band/The London Boys" (Deram, 1967). Der Song auf der A-Seite wurde für das Debutalbum "David Bowie" (Deram, 1967) verwendet. Es enthielt einige Songs, die von Musicals inspiriert waren, daneben Folksongs und Balladen.

 

Das Album war mit Platz 125 in den englischen Albumcharts kommerziell nicht sehr erfolgreich, so dass er sein Konzept änderte. Starthilfe bekam er von seinem späteren Produzenten Tony Visconti, den er Ende 1967 kennenlernte, und der auch für seinen Freund Marc Bolan arbeitete.

 

Anfang 1969 wurde ein halbstündiger Promotion-Film mit dem Titel "Love You Till Tuesday" gedreht. Dabei wurden einige Lieder des ersten Albums und einige neue Kompositionen in Szene gesetzt.  Eine dieser neuen Songs war die Weltraumballade "Space Oddity".

 

Bowie wurde dazu vom Stanley-Kubrick-Film "2001: Odyssee im Weltraum" inspiriert und beschreibt darin den Raketenstart des fiktiven Astronauten Major Tom und dessen Gefühle allein im Weltall zu sein, als die Kommunikation mit der Bodenstation am Ende des Liedes plötzlich abbricht.

 

Zehn Jahre später löste David Bowie den Weltraum-Trip im Lied "Ashes to Ashes" mitsamt der Angstzustände in Major Tom als Drogentrip und Halluzinationen eines Drogensüchtigen auf. Dabei wurde Major Tom im Nachhinein als Junkie dargestellt.

 

Das zweite Album hiess erneut "David Bowie" (Philips, 1969). In den USA wurde es unter dem Titel "Man Of Words/Man Of Music  (Mercury, 1969) herausgebracht und später unter dem Titel "Space Oddity" (RCA, 1972) mit einem neuem Cover wiederveröffentlicht.

 

Die LP verkaufte sich etwas besser, als das Debutalbum. In England schaute Platz 17 heraus, in den Billboard 200 in den USA gar Platz 16. Die Singleauskoppelung "Space Oddity" kam in England vorerst auf Platz 5 der Singlecharts, in den USA auf Platz 124 der Billboard Hot 100.

 

1973 war "Space Oddity" nach der Wiederveröffentlichung Bowies erster Nummer-1-Hit in England und ein Top-15-Titel bei den Billboard Hot 100. Im Mai 1970 erschien als Auskoppelung aus dem zweiten Album die Single "Memory Of A Free Festival" (Mercury, 1970).

 

Obwohl diese Single ebenfalls erfolglos blieb, ist sie historisch interessant, da hier zum ersten Mal der Gitarrist Mick Ronson auf einer Studioaufnahme zu hören war. Bis 1973 blieb er Bowies musikalischer Begleiter.

 

Bowie, Ronson, Tony Visconti (e-b) und John Cambridge (dm) traten ab Anfang 1970 kurzzeitig unter dem Bandnamen The Hype auf. Mit dieser Band versuchte sich Bowie an einem neuen Bühnenkonzept, indem die vier Musiker in Kostümen auftraten und Stilmittel des Theaters nutzten.

 

So verkleidete sich Bowie als "Rainbow Man", Visconti als "Hype Man", Ronson als "Gangster Man" und Cambridge als "Pirate Man". Danach erschien Bowies drittes Album "The Man Who Sold The World" (Mercury, 1970). Musikalisch ging es Richtung Hardrock.

 

In den Texten bezog sich Bowie auf Science-Fiction, Buddhismus und Mystik. Die LP schnitt chartsmässig mit Platz 26 in England und Platz 105 in den USA deutlicher schlechter ab, als das zweite Album. Der Titelsong wurde später mehrmals gecovert, so von Lulu, Midge Ure, John Cougar Mellencamp und Nirvana.

 

"Hunky Dory" (RCA, 1971) hiess das nächste Album. Es war das erste Top-3-Album für Bowie in England. In den USA tat er sich noch immer schwer. Dort war "Hunky Dory" nur auf Platz 47 der Billboard 200 zu finden.

 

Als Begleitmusiker war darauf der spätere Yes-Keyboarder Rick Wakeman zu hören. Zudem spielten alle Mitglieder der kommenden Begleitband von Ziggy Stardust  mit dem Bandnamen The Spiders From Mars mit. Es waren dies Mick Ronson (g), Trevor Bolder (e-b) und Woody Woodmansey (dm).

 

Bowies Beschäftigung mit der damaligen Musik- und der Kunstszene der USA zeigte sich auf diesem Album in Referenzen an Bob Dylan, The Velvet Underground und Andy Warhol. Mit "The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars" (RCA, 1972) gelang Bowie der weltweite Durchbruch.

 

Dies, auch wenn das Album mit Platz 5 in England etwas schwächer abschnitt, als zuvor "Hunky Dory". In den USA resultierte immerhin Platz 21. Ein Grund für den Erfolg war die Erfindung seines Alter Egos Ziggy Stardust, dessen Aufstieg und Fall in einer dem Untergang geweihten Welt erzählt wird.

 

Ein weiterer Grund für seinen Erfolg war seine theatralische Bühnenshow mit ihren provozierend homoerotischen Zügen. Dieses damals skandalöse Spiel mit der Homosexualität feuerte Bowie zusätzlich an, indem er sich in einem Interview als schwul outete.

 

Dies, obwohl er nicht nur seit zwei Jahren mit Angela Barnett verheiratet war, sondern auch einen Sohn hatte. Bei den Aufnahmen zum Album "Aladdin Sane" (RCA, 1973) arbeitete Bowie erstmals dem Pianisten Mike Garson zusammen, der Bowie während Jahren begleitete.

 

"Aladin Sane" war das erste von drei aufeinanderfolgenden Nummer-1-Alben in England und kam in den Billboard 200 auf Platz 17. In dieser Zeit wirkte Bowie auch als Produzent und Förderer anderer Musiker wie Lou Reed, Mott The Hoople oder Iggy Pop & The Stooges.

 

Bowies nächstes Album "Pinups" (RCA, 1973) enthielt nur Coverversionen. Es handelte sich um Songs aus den 1960er Jahren von The Pretty Things, Them, The Yardbirds, Pink Floyd, The Mojos, The Who, The Easybeats, The Merseys und The Kinks.  

 

Auf dem Cover liess sich Bowie mit der 1960er-Stilikone Twiggy abbilden. In den USA war es erneut ein Top-25-Album. Das Konzeptalbum "Diamond Dogs" (RCA, 1974) basierte in weiten Teilen auf George Orwells Dystopie "1984".

 

Bowie spielte das Album ohne seine bisherige Begleitband The Spiders From Mars und auch ohne Mick Ronson ein. Es war Bowies drittes Nummer-1-Album en suite in Grossbritannien und das erste Top-5-Album in den USA.

 

Bowie zerstritt sich während der US-Tournee auch mit seinem Manager DeFries und blieb auf einem Schuldenberg sitzen. Aufnahmen dieser USA-Tournee von Konzerten am 14. und 15. Juli 1974 im Tower Theatre in Philadelphia wurden auf der Doppel-LP "David Live" (RCA, 1974) herausgebracht.

 

Beeinflusst durch seinen Umzug nach New York City, entstand das nächste Album "Young Americans" (RCA, 1975). Es war ein musikalischer Neuanfang, in dem sich Bowie mit der Musik befasste, die ihn als jungen Mann prägte, nämlich Rhythm & Blues und Soul.

 

Mit der Single-Auskoppelung "Fame" hatte Bowie seinen ersten Nummer-1-Hit in seiner neuen Heimat. Es war mit Platz 9 ein weiteres Top-10-Album in den Billboard 200. In England resultierte wie beim "David Live"-Doppelalbum Platz 2.

 

Nach dem Aufnahmen für das Album übernahm David Bowie die Hauptrolle in dem Science-Fiction-Film "The Man Who Fell To Earth" von Nicolas Roeg. In Los Angeles entstand das folgende Album "Station To Station" (RCA, 1976), ein weiteres Top-5-Album sowohl in den USA wie in England.

 

Nach der "White-Light Tour" 1976 zog der Musiker zurück nach Europa. Er ging zunächst in die Schweiz und nach den Aufnahmen für das Album "Low" (RCA, 1977) in Frankreich nach Berlin. In den USA verpasste die LP die Top-10 knapp, in England kam das Album auf Platz 2. Das Album enthielt die Hitsingle "Sound and Vision"

 

Von 1976 bis 1978 bewohnte Bowie eine Siebenzimmer-Altbauwohnung im West-Berliner Bezirk Schöneberg.                   10/26

 

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