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David Bowie – Teil II

musicmakermark
vor 12 Stunden
6 Min. Lesezeit

Nach seinem Umzug nach Berlin liess sich der britische Sänger/Songwriter David Bowie eine Zeitlang von deutschen Bands wie Kraftwerk, Cluster, Can oder Neu!, aber auch von Steve Reich inspirieren. Sein nächstes Album trug den Titel "Heroes" (RCA, 1977).


 

Es war dies ein Top-3-Album in England. In den USA kam die LP nur auf Platz 35. Das Titelstück wurde zum bekanntesten Song von Bowie. Der Text des Liedes handelt von zwei Liebenden, die sich an einer Mauer küssen.

 

Bowie verarbeitete in diesem Song sowohl eigene Beobachtungen, die er in Berlin gemacht hatte, als auch Eindrücke des Expressionismus der 1920er Jahre. Im sepziellen war dies das Gemälde "Liebespaar zwischen Gartenmauern" von 1916 von von Otto Mueller.

 

Iggy Pop liess sich in jener Zeit ebenfalls in Berlin nieder und bezog im selben Haus wie Bowie eine Wohnung. Bowie half Pop bei den Aufnahmen der beiden Alben "The Idiot" und "Lust For Life" (beide RCA, 1977), deren Musik grösstenteils von Bowie geschrieben wurde.

 

Er ging auch als Keyboarder mit Iggy Pop auf Tournee. "Mantra Studio Broadcast 1977" (Iconography, 2016) zeigt Bowie bei einer Radiosession mit seinem Protegé Iggy Pop. In den Jahren in Berlin drehte Bowie den Film "Schöner Gigolo, armer Gigolo", der letzte Film von Marlene Dietrich.

 

1978 David ging Bowie wieder auf Tournee und nahm unter anderem das Kindermärchen "Peter und der Wolf" mit dem Philadelphia Orchestra auf. Dieses Werk wurde unter dem Titel "Peter And The Wolf/Young Person's Guide To The Orchestra‎" (RCA Red Seal, 1978) auf einer LP veröffentlicht.

 

Im selben Jahr wurde das Live-Doppelalbum "Stage" (RCA Victor, 1978) auf den Markt gebracht. Danach zog Bowie nach Montreux in die Schweiz, wo mit "Lodger" (RCA, 1979) das nächste Album entstand. Es war ein weiteres Top-5-Album in England. In den USA resultierte Platz 20.

 

Das neue Jahrzehnt begann für David Bowie nach der Scheidung von Angela Barnett und dem alleinigen Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn sowie mit seinem Broadway-Debüt im Stück "The Elephant Man", in dem er als Schauspieler von Kritikern gelobt wurde.

 

Auch musikalisch hatte Bowie mit dem Album "Scary Monsters (And Super Creeps)" (RCA, 1980) und dessen Singleauskopplung "Ashes To Ashes" Erfolg. "Ashes To Ashes" war Bowies zweite Nummer-1-Single in England. Das Album läutete zudem erneut eine Phase von drei aufeinanderfolgenden Nummer-1-Alben in England ein.

 

1981 war er in einem Cameo-Auftritt im Film "Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" bei einem Konzert in der Deutschlandhalle zu sehen. Der Soundtrack (RCA, 1981) bestand ausschlieslich aus Songs von früheren Bowie-Alben.

 

Mit Queen nahm Bowie die Single "Under Pressure" (EMI, 1981) auf, die eine von total fünf Nummer-1-Hits für Bowie in England wurde. Dann wechselte er das Label und veröffentlichte mit "Let's Dance" (EMI, 1983) das bislang erfolgreichste Album. Es verkaufte sich weltweit rund 11 Millionen Mal.

 

Auch der Titelsong als Single verkaufte sich millionenfach und war ein Nummer-1-Hit in den USA und in England. Auch weitere Songs des Albums, wie etwa "China Girl" und "Modern Live", konnten sich auf Platz 2 in England sowie in den Top-15 der Billboard Hot 100 in den USA platzieren.


Platz 1 in England und Platz 4 in den USA war resultatmässig die Ausbeute für das "Let's Dance"-Album. Danach folgte jedoch eine Schaffenskrise mit dem kaum gelobten Album "Tonight" (EMI, 1984), das aber erneut Platz 1 in der englischen Albumhitparade belegte und sich im Zuge von "Let's Dance" erneut millionenfach verkaufte.

 

In den USA stand die LP auf Platz 11. Etwas schwächer schnitt "Never Let Me Down" (EMI, 1987) ab. Die LP landete auf Platz 6 in England und auf Platz 34 in den USA. Mit Mick Jagger von den Stones nahm er die Single "Dancing in the Street" (EMI, 1985) auf, die in England ein Nummer-1-Hit war.

 

In diese Zeit fiel auch die Single "This Is Not America" (EMI, 1985), die er mit der Pat Metheny Group für den Soundtrack von "The Falcon And The Snowman" eingespielt hatte. Eine weitere Single war "Absolute Beginners" (Virgin, 1986), der Titelstrack zum gleichnamigen Film.

 

Ebenfalls in jenen Jahren nahm Bowie mit Trevor Jones die Filmmusik zu "Labyrinth" (EMI, 1986) auf, in dem Bowie eine Hauptrolle spielte. Frühe Aufnahmen von David Bowie solo oder mit The Lower Third wurden auf dem Mini-Album "1966" (PRT, 1987) herausgebracht.

 

Nach dem kommerziellen und künstlerischen Misserfolgen der letzten Alben tauchte Bowie vorerst mit dem Projekt Tin Machine wieder auf. Nach zwei Tin Machine-Studioalben wandete sich Bowie wieder eigenen Alben zu.

 

Er veröffentlichte mit "Black Tie, White Noise" (Arista, 1993) ein siebtes Nummer-1-Album in England. Die 1992 erfolgte Heirat mit Iman Abdulmajid, einem weltweit bekanntes Fotomodell und Schauspielerin aus Somalia, prägte die musikalische Stimmung des Werkes.

 

Ein weiteres Lebenszeichen war sein Album zur Verfilmung von Hanif Kureishis "The Buddha of Suburbia" (Arista, 1993), irreführend als Soundtrack verkauft. Auch kein Meilenstein war das folgende Album "Outside (The Nathan Adler Diaries: A Hyper Cycle)" (Arista, 1995).

 

Das nächste Album "Earthling" (Arista, 1997) enthielt grosse Einflüsse von Drum'n'Bass. Auf "Hours..." (Virgin, 1999) wandte sich Bowie wieder einfacheren Songstrukturen zu. Die letzten drei Alben schafften es trotz nicht immer guten Kritiken alle in die Top-10 der englischen Albumcharts.

 

Das galt auch für die nächsten Alben "Heathen" (ISO/Columbia, 2002) und "Reality" (ISO/Columbia, 2003). Darauf setzte David Bowie seine Zusammenarbeit mit Tony Visconti nach einer längeren Pause fort. Bei der Veröffentlichung des "Reality"-Albums am 8. September 2003, schrieb Bowie Musik- und Technologie-Geschichte.

 

An diesem Tag wurde sein neues Studioalbum in Kinos auf der ganzen Welt live und interaktiv präsentiert. Eine eigens für diesen Anlass produzierte Live-Show wurde per Satellit in die Kinos gesendet.

 

Die Show wurde in alle teilnehmenden europäischen Kinos gleichzeitig übertragen und – bedingt durch den Zeitunterschied – einen Tag später in Asien, Japan und Australien, sowie Nordamerika, Kanada und Südamerika.

 

Die Show wurde im digitalen Breitbildformat gefilmt, der Ton im DTS-5.1-Surround-Sound aufgezeichnet und den Kinos komplett digital übermittelt. Damit stellte das Verfahren den bis dato umfassendsten und innovativsten Einsatz von Digitaltechnik in Kinos dar.

 

Mit der "A Reality Tour" ab 7. Oktober 2003 ging Bowie auf eine der längsten Welttourneen seiner Karriere. Kurz vor ihrem Ende musste er die Tournee jedoch am 25. Juni 2004 in Deutschland auf wegen eines Herzinfarkts im Backstagebereich abbrechen.

 

Danach vergingen zehn Jahre, ehe er mit "The Next Day" (ISO/Columbia, 2013) wieder ein neues Album vorlegte. Es war das achte Nummer-1-Album von Bowie in Grossbritannien und schaffte es auch in den USA auf Platz 2 der Billboard 200.

 

Am 8. Januar 2016, am Tag seines 69. Geburstags, erschien mit "Blackstar" (ISO/Columbia, 2016) sein letztes Album. Nur zwei Tage später, am 10. Januar 2016, starb David Bowie an Leberkrebs in seiner Wohnung in New York City.

 

Die Verkaufszahlen von "Blackstar" sowie vieler anderer Bowie-Veröffentlichungen schossen nach seinem Tod nach oben. "Blackstar" wurde sein neuntes Nummer-1-Album in England und sein erstes in den USA. 

 

Sechs Jahre nach Bowies Tod kam mit "Toy" (ISO und Parlophone, 2022) ein erstes posthumes Album mit neuem Material heraus. Es handelte sich um 2002 eingespielte Neufassungen von Songs, die er in den Jahren 1964 bis 1971 veröffentlicht hatte.

 

Das Album kletterte auf Platz 5 in Grossbritannien, kam in den USA aber nicht in die Charts. Von David Bowie kamen 26 offizielle Studio- und neun Livealben heraus. Dazu kamen zwei Soundtrack-Alben sowie über 130 Singles oder EPs.

 

Von Bowie erschienen über 130 offizielle oder inoffizielle Compilations und Reissue-Pakete. Mit der Compilation "Changesbowie" (EMI, 1990) konnte Bowie in England ein eine weiteres Nummer-1-Album verbuchen.

 

Es handelte sich daei um eine Zusammenfassung der Compilations "Changesonebowie" (RCA, 1976) und "Changestwobowie" (RCA, 1981). "All Saints: Collected Instrumentals 1972-1999" (EMI, 2011) enthielt Instrumentals aus der Zeit von "Low" und "Heroes" sowie weitere bisher unveröffentlichte oder rare Instrumentalstücke.

 

Mit "Five Years (1969–1973)" (2015) erschien der erste Teil einer Serie von aufwendigen Boxsets, die vom Label "Parlophone" zusammengestellt wurden. Es bestand aus 12 CDs oder 13 LPs und resumierte den ersten Teil von Bowies Karriere. Die Fortsetzung davon war "Who Can I Be Now? (1974–1976)" (2016) mit 12 CDs oder 13 LPs.

 

11 CDs oder 13 LPs stark war "A New Career in a New Town (1977–1982)" (2017). Dann folgte "Loving the Alien (1983–1988)" (2018) mit 11 CDs oder 15 LPs als Inhalt. "Brilliant Adventure (1992-2001)" (2021) erstreckte sich über 11 CDs oder 18 LPs, gefolgt von "I Can't Give Everything Away [2002–2016]" (2025), bestehend aus 18 LPs oder13 CDs.       10/26

 

siehe auch: David Bowie – Teil I                   

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