David Crosby
- musicmakermark
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Amerikanischer Folk Rock-Singer/Songwriter und Gitarrist, geboren am 14. August 1941 in Los Angeles, California. Er war zuerst Mitglied einer Folk-Band des späteren Filmmusikkomponisten Lex Baxter, die sich Les Baxter's Balladeers nannte und ein gleichnamiges Album (Reprise, 1963) veröffentlichte.

Dann tat er sich mit Gene Clark und Roger McGuinn unter dem Namen The Jet Set und The Beefeaters zusammen. Als The Beefeaters gab dieses Trio die 7"-Single "Please Let Me Love You/Don't Be Long" (Elektra, 1964) heraus und wurde zur Stammzelle der noch im selben Jahr gegründeten Folk Rock-Band The Byrds.
Bis 1967 spielte David Crosby mit dieser Band die fünf erfolgreichen "Columbia"-Alben "Mr. Tambourine Man" (1965), "Turn! Turn! Turn!" (1965), "Fifth Dimension" (1966), "Younger Than Yesterday" (1967) und "The Notorious Byrd Brothers" (1968) ein. Er wurde mit der Zeit auch einer der wichtigen Songwriter in der Gruppe.
Nach einem Streit wurde er im Oktober 1967 während den Aufnahmen zum Album "The Notorious Byrd Brothers" gefeuert. Er gründete mit Stephen Stills von Buffalo Springfield und Graham Nash von den Hollies die Supergroup Crosby, Stills & Nash, die sich nach dem Zuzug von Neil Young Crosby, Stills, Nash & Young nannte.
Nach dem CSNY-Doppel-Livealbum "4 Way Street" (Atlantic, 1971) konzentrierten sich alle vier Mitglieder auf Soloprojekte. Die Band reformierte sich später immer wieder. Auch die einzelnen Musiker arbeiteten weiter zusammen. Crosbys erstes Album unter eigenem Namen hiess "If I Could Only Remember My Name" (Atlantic, 1971).
Es entstand mit Hilfe von Joni Mitchell (vcl), Graham Nash (g, p, vcl), Neil Young (g, vcl, div instr), der fast der gesamten Jefferson Airplane-Besetzung sowie mehreren Musikern von Grateful Dead und Santana. Dieses Album erreichte Platz 12 der Billbard 200.
Mitten in den den Aufnahmen zu diesem Album traten er und die Grateful Dead-Musiker Jerry Garcia (g, vcl, Phil Lesh (e-b) sowie Bill Kreutzmann und Mickey Hart (dm) im Club "The Matrix" in San Francisco auf. Die illustre Gruppe nannte sich David & The Dorks.
Die Aufnahmen erschienen zweimal auf Bootleg-Veröffentlichungen. Die erste hiess "David & The Dorks/Live" (Planet und Conquer, 1985), erschien in Japan und enthielt neben den acht Songs des Auftritts Outtakes der "If I Could Only Remember My Name"-Sessions.
Unter dem Titel "David & The Dorks - 1970 Matrix Broadcast" (Tip City, 2016) kamen die acht Originaltracks später noch einmal heraus. Sie wurden später mehrfach wiederveröffentlicht. Diese Aufnahmen nannte den 15. Dezember 1970 als Datum des Auftritts, laut der LP davor fand das Konzert am 22. Dezember 1970 statt.
Das nächstes Album unter eigenem Namen liess 18 Jahre auf sich warten. In den 1980er Jahren war Crosbys Karriere durch seine massiven Drogenprobleme zunehmend ins Stocken geraten. Zwar holten ihn Stills und Nash ins Studio, um das Album "Daylight Again" (Atlantic, 1982) aufzunehmen, doch Crosbys Beitrag als Sänger war gering.
Der Tiefpunkt kam 1985. Er muss wegen eines Rauschgiftvergehens 1985/86 fast ein Jahr ins Gefängnis und kam erst frei, nachdem sein Urteil in einem Berufungsverfahren aufgehoben wurde. Nach einem erfolgreichen Entzug ging er erneut mit Stills, Nash und Young ins Studio, um "American Dream" (Atlantic, 1989) aufzunehmen.
Im Jahr drauf kam mit "Oh Yes I Can" (A&M, 1989) Crosbys zweites eigenes Album heraus. Bei den Aufnahmen wirkten unter anderem Jackson Browne (vcl), Larry Carlton (g), Jim Keltner (dm), Kenny Kirkland (p), David Lindley (g), Steve Lukather (g), James Taylor (vcl), Bonnie Riatt (vcl) und Graham Nash (g, p, vcl) mit.
Dann vergingen wiederum vier Jahre bis "Thousand Roads" (Atlantic, 1993). Auch dieses Album spielte Crosby mit einem Grossaufgebot an Stars ein, von Phil Collins (dm, key, vcl) und Jackson Browne (vcl) bis Jeff Pocaro (dm) und Paulinho da Costa (perc). Beide "A&M"-Alben fanden sich nur in der zweiten Hälfte der Billboard 200.
"It's All Coming Back To Me Now" (Atlantic, 1995) war ein Live-Album, das Crosby in Begleitung von Jeff Pevar (g), James "Hutch" Hutchinson (e-b), Michael Finnigan (key, vcl), Jody Cortez (dm), Kipp Lennon (vcl), Graham Nash (g, hca, vcl) und Chris Robinson (vcl) von The Black Crowes eingespielt hatte.
Weitere Liveaufnahmen erschienen unter dem Titel "The King Biscuit Flower Hour" (King Biscuit, 1996). Es handelte sich um einen Mitschnitt eines Konzerts vom 8. April 1989 in Philadelphia mit Michael Finnigan (key, vcl), Dan Dugmore (g), Davey Farragher (e-b, vcl) und Jody Cortez (dm) als Begleiter.
"Voyage" (Rhino, 2006) nannte sich ein 3-CD-Set, das Musik aus der gesamten Karriere von David Crosby enthielt. CD 1 bestand aus Tracks der Byrds und Crosby, Stills, Nash & Young. CD 2 war den Alben gewidmet, die David Crosby unter seinem eigenen Namen oder als Mitglied von CPR herausgegeben hatte.
Auf CD 3 befanden sich 16 zuvor noch nie veröffentlichte Songs. Bis zu weiteren eigenen Alben dauerte es mehrere Jahre. Mit "Croz" (Blue Castle, 2014) meldete er sich mit neuem Material zurück. Unterstützt wurde er bei den Aufnahmen unter anderem von Mark Knopfler (g) von den Dire Straits und Wynton Marsalis (tp).
Mit Platz 36 in den Billboard 200 gelang David Crosby ein Achtungserfolg. Zwei Jahre danach erschien mit "Lighthouse" (GroundUP und Verve, 2016) ein weiteres eigenes Album, das allerdings nicht über Platz 117 der Billboard 200 hinauskam. "Sky Trails" (BMG, 2017) war sein nächstes eigenes Album.
Eine Gemeinschaftsarbeit mit den Singer/Songwriterinnen Becca Stevens, Michelle Willis und Snarky Puppy-Leader Michael League hiess "Here If You Listen" (BMG, 2018). Damit war Crosby erstmals seit seinem eigenen Debutalbum wieder einmal in den UK-Charts vertreten, wenn auch nur auf Platz 88.
Später wurde bei einem Auftritt dieses Quartetts als David Crosby & The Lighthouse Band im Dezember 2018 das CD/DVD-Set "Live At The Capitol Theatre" (BMG, 2022) mitgeschnitten. "Planet Earth Rock & Roll Orchestra" (Grey Scale, 2018) war eine Doppel-CD.
Sie stammte von einer Allstarband mit David Crosby, Graham Nash, Paul Kantner, Grace Slick, Jorma Kaukonen, Jack Casady, Jerry Garcia, Phil Lesh, Bill Kreutzmann, Mickey Hart und David Freiberg. Sein letztes eigenes Album zu Lebzeiten hiess "For Free" (BMG, 2021), aufgenommen mit vielen weiteren Musikerinnen und Musikern.
Mehrfach trat David Crosby auch als Schauspieler in Erscheinung. Bekannteste seiner vier Kinofilm-Rollen ist jene des Tickles in "Hook" (1991). Etwas grössere Rollen spielte er als Gast in mehreren TV-Serien, etwa als Duke in "Roseanne" oder als zunächst trockener Alkoholiker Chester in "Nachtschicht mit John", der bei seinem fünften und letzten Auftritt in der Serie rückfällig wird und unter Alkoholeinfluss bei einem Autounfall zu Tode kommt.
Mit der Rolle, die er in den Jahren 1993 und 1994 verkörperte, spielte er auch auf seine eigenen Suchtprobleme an. Im November 1994 wurde eine Lebertransplantation erforderlich, die Crosby nach den vielen Jahren exzessiven Drogenkonsums das Leben rettete.
Crosby hatte Beziehungen mit Christine Hinton, Debbie Donovan und Joni Mitchell. Die ersten zwei seiner vier Kinder, James Raymond und Erika Keller, wurden vorerst zur Adaption freigegeben, fanden dann aber später wieder den Weg zurück zu ihren Eltern. Raymond spielte später wie erwähnt bei CPR.
Crosby ist auch "biologischer" Vater zweier Kinder des Lesbenpaares Melissa Etheridge und Julie Cypher. David Crosby starb nach langer Krankheit am 18. Januar 2023 im Alter von 81 Jahren. Eine ganze Reihe von Alben hatte David Crosby mit Graham Nash als Crosby & Nash aufgenommen. 03/26


