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Emīls Dārziņš

  • musicmakermark
  • 28. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Lettischer Dirigent, Musikkritiker, Pädagoge und Komponist, geboren am 3. November 1875 in Jaunpiebalga in der Region Vidzeme. Er schrieb vor allem Vokalwerke und ist zudem für seinen "Melancholischen Walzer" bekannt. Massgeblich für sein Werk war das erwachende lettische Nationalbewusstsein im späten 19. Jahrhundert.


 

Die Eltern förderten seine Musikerziehung. Sein Vater leitete einen Chor und gab ihm Klavierunterricht. Als Dārziņš im Alter von 3 Jahren infolge von Überbelastung und einer Krankheit fast sein Augenlicht verlor, nahm seine Beschäftigung mit der Musik zu.

 

Infolge einer diagnostizierten Sonnenallergie lebte er die folgenden fünf Jahre lang abgeschirmt von Tageslicht. Zum ersten Schulbesuch im Alter von acht Jahren konnte er wieder ein normales Leben führen. Mit 16 zog Dārziņš nach Riga, wo er seine Studien fortsetzte und sein erstes Werk für Chor schrieb.

 

Dadurch wurde der Rimski-Korsakow-Schüler und Komponist Jāzeps Vītols auf ihn aufmerksam. 1897 begann Dārziņš ein Studium am Moskauer Konservatorium, das er aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen musste.

 

Danach bescuhte er die Organistenklasse des Konservatoriums von Sankt Petersburg. Obwohl er privat als Musiklehrer tätig war, konnte er den Lebensunterhalt kaum bestreiten. Im Frühjahr 1901 kehrte er nach Riga zurück, ohne ein Studium abgeschlossen zu haben.

 

Er begann eine Tätigkeit als Musikkritiker, Pädagoge, Chorleiter und Pianist. Seine Ehe verlief wegen seines Alkoholismus und wegen materiellen Sorgen nicht glücklich. Anfang 1908 wurden zwei seiner Orchesterwerke, darunter der "Melanholiskais valsis" in Riga uraufgeführt.

 

Sie wurden von Kollegen seines Fachs vernichtend kritisiert. Das Stück wurde als Plagiat von Jean Sibelius’ "Valse triste" dargestellt. Der Leiter des St. Petersburger Konservatoriums, Alexander Glasunow, wies diese Vorwürfe zurück. Von der öffentlichen Debatte demoralisiert, vernichtete Emīls Dārziņš seine gesamten Werke für Orchester.

 

Einzig der "Melanholiskais valsis" wurde nach seinem Tode für konzertante Aufführungen rekonstruiert. Ende 1908 hatte er die Arbeiten an der zuletzt unvollendet gebliebenen Oper "Rožainās dienas" begonnen. Am 31. August 1910 starb Emīls Dārziņš bei einem Unfall am Rigaer Zasulauka-Bahnhof.

 

Vermutet wurde ein Suizid. Sein Schaffen ist auf mehreren Schallplatten dokumentiert. Sein umstrittenes Hauptwerk "Melancholiskais Valsis" kam schon früh auf einer Schellack-Schallplatte (Bellaccord Electro, 1932) heraus. Ab den 1960er Jahren erschienen mehrere LPs beim russischen Staatslabel "Melodiya".

 

Emīls Dārziņš ist der Vater des Komponisten, Pianisten und Musikkritikers Volfgangs Dārziņš (1906-1962).                           04/26

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