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Emmylou Harris

  • musicmakermark
  • vor 7 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanische Country-Singer/Songwriterin, geboren am 2. April 1947 in Birmingham, Alabama. Beeinflusst von Bob Dylan und Joan Baez begann sie während ihren Studien an der University Of North Carolina Musik zu machen.


 

1969 heiratete Harris den Songschreiber Tom Slocum, von dem sie eine Tochter bekam, sich dann aber kurz danach wieder scheiden liess. Zu jener Zeit konnte sie mit "Gliding Bird" (Jubilee, 1970) ihr erstes Album veröffentlichen. Dieses Label ging nach Erscheinen der LP bankrott.

 

Nach einem kurzen Abstecher nach Nashville kehrte sie aus finanziellen Gründen zu ihren Eltern nach Washington D.C. zurück, wo sie mit Gerry Mule und Tom Guidera im Trio auftrat. Bei einem dieser Auftritte 1971 wurde sie vom ehemaligen Byrds-Mitglied und damaligen The Flying Burrito Brothers-Musiker Chris Hillman entdeckt.

 

Vorerst wollte Hillman Emmylou als Sängerin für die FBB engagierten, doch schlussendlich empfahl er sie 1972 an Gram Parsons weiter, der für sein Solo-Projekt Fallen Angels eine Frauenstimme suchte und der Emmylou ebenfalls bei einem Konzert unter die Lupe nahm. Mit Gram Parsons nahm Harris die Alben "GP" (Reprise, 1973) und "Grievous Angel" (Reprise, 1974) auf.

 

Outtakes der "GP"-Sessions erschien später unter dem Titel "Cosmic American Music: The Rehearsal Tapes 1972" (Magnum America, 1995). Aufnahmen einer Radiosession für den Sender WLIR in Long Island erschienen auf der LP "Gram Parsons & The Fallen Angels Live 1973" (Sierra, 1982) und auf der EP "More Gram Parsons & The Fallen Angels Live" (Sierra, 1982).

 

LP und EP wurden später als "Live 1973" (Sierra, 1994) auf einer CD zusammen gefasst. Parsons verstarb am 19. September 1973 an einer Überdosis Drogen und Alkohol. Unter dem Produzenten und späteren Ehemann Brian Ahern spielte sie ihr zweites eigenes Album "Pieces Of The Sky" (Reprise, 1975) ein.

 

Damit kam Harris auf Platz 7 bei den Country-Alben und auf Platz 45 bei in den Billboard 200. Die LP enthielt eine Coverversion des Beatles-Songs "For No One" sowie Harris' erste Hitsingle "If I Could Only Win Your Love", ein Cover eines Songs der Louvin Brothers.

 

Mit dieser schaffte es Harris auf Platz 4 bei den US-Country-Singles und auf Platz 58 bei den Billboard Hot 100. Begleitet wurde sie damals und in den Jahren danach von The Hot Band, einer Formation von Musikern, zu denen auch die einstigen Elvis Presley-Begleiter Glen D. Hardin, Hank DeVito und James Burton gehörten.

 

Harris hatte die Musiker bei den Sessions zu den beiden Gram Parsons-Alben kennengelernt. Ein erst später veröffentlichtes Live-Dokument mit Aufnahmen aus jener Zeit war "Amazing Grace Coffee House Evanston, IL 15 May 1975" (Echoes, 2015).

 

Mit ihren nächsten LPs "Elite Hotel" (Reprise, 1976) und "Luxury Liner" (Warner, 1977) stand sie ganz oben in den Country-Charts. Dazu waren beide Top-25-Alben bei den Billboard 200. Für die LP "Elite Hotel" bekam sie zudem ihren ersten von vielen Grammys.

 

Dieses Album enthielt mit "Together Again" und "Sweet Dreams" auch ihr beiden ersten Nummer-1-Singles in den Country-Charts. Das nächste Album "Quarter Moon In A Ten Cent Town" (Warner, 1978) erreichte Platz 3 bei den Country-Alben.

 

Eine der Singles, "Two More Bottles of Wine", bescherte Emmylou Harris einen dritten Nummer-1-Hit bei den Country-Singles. Zugleich war es ihre schon fünfte Nummer-1-Single in den kanadischen Country-Charts.

 

"Live In 1978: Live Radio Broadcasts" (All Acess, 2015) hiess eine später veröffentlichte Radioaufnahme aus jener Zeit auf einer Doppel-LP mit der Hot Band und mit Ricky Skaggs als Gast.

 

Nach ihrer Zusammenarbeit mit Gram Parsons ging Emmylou Harris auch später immer wieder mit anderen Stars ins Studio. Auf dem Titelstück ihres Weihnachtsalbums "Light Of The Stable" (Warner, 1979) sangen Dolly Parton, Linda Ronstadt und Neil Young Backing Vocals.

 

Dabei erkannten die drei Sängerinnen, dass ihre Stimmen gut zueinander passen. Fortan arbeiteten die drei Frauen mehrfach zusammen (siehe Dolly Parton/Linda Ronstadt/Emmylou Harris) und brachten die beiden hocherfolgreichen Trioalben "Trio" (Warner, 1987) und "Trio 2 (Asylum, 1999) heraus.

 

Mit Linda Ronstadt entstand zudem das Duo-Album "Western Wall: The Tucson Sessions" (Elektra, 1999), wie die beiden "Trio"-LPs ein Top-10-Album in den Country-Charts. "All That Roadrunning" (Universal, 2006) hiess später eine Duo-CD mit Mark Knopfler (g, vcl) von den Dire Straits.

 

Mit Rodney Crowell nahm sie die beiden Country-Top-10-Alben "Old Yellow Moon" (Nonesuch, 2013) und "The Traveling Kind" (Nonesuch, 2015) auf. Dazu hatte Harris mit "Duets" (Reprise, 1989) ein Album veröffentlicht.

 

Darauf ist sie in Begleitung von Gram Parsons, Roy Orbison, Earl Thomas Conley, Southern Pacific, Neil Young, George Jones, John Denver, Ricky Skaggs, Willie Nelson, Don Williams, The Desert Rose Band und The Band zu hören. Die meisten Duett-Songs stammten von vorherigen Alben.

 

Harris machte zudem auf den Alben "Desire" (Columbia, 1976) von Bob Dylan und "The Revolution Starts Now" (Artemis, 2004) von Steve Earle mit. Weiter war sie bei Aufnahmen von Ryan Adams, Elvis Costello, Conor Oberst dabei oder trat mit Mary-Chapin Carpenter, Bruce Cockburn, Joan Baez, Patty Griffin und Nanci Griffith auf.

 

Weitere LPs unter eigenem Namen waren "Blue Kentucky Girl" (Warner, 1979), "Roses In The Snow" (Warner, 1980) mit Bluegrass-Songs und "Evangeline" (Warner, 1981). Alle drei landeten in den Top-5 der Country-Charts sowie auf mittleren Rängen der Billboard 200.

 

"Blue Kentucky Girl" enthielt zudem mit "Beneath Still Waters" eine weitere Nummer-1-Country-Single. "Cimarron" (Warner, 1981) war das nächste Studiowerk und "Last Date" (Warner, 1982) ihr erstes richtiges Livealbum.

 

"(Lost His Love) On Our Last Date" von "Last Date" war Harris' fünfte und letzte eigene Single, die es auf Platz 1 der Country-Charts schaffte. Das nächste Album "White Shoes" (Warner, 1983) erreichte nur Platz 22 bei den Country-Alben, aber mit "The Ballad Of Sally Rose" (Warner, 1985) und "Thirteen" (Warner, 1986) war sie wieder in den Top-10.

 

"Brand New Dance" (Warner, 1990) kam ebenfalls nur auf Platz 23. Anfang der 1990er Jahre löste sie ihre Hot Band auf und formierte mit The Nash Ramblers eine neue, grösstenteils akustische Begleitband.

 

Ihr gehören Sam Bush (fiddle, mand, vcl), Roy Huskey, Jr. (b, vcl), Al Perkins (banjo, g, dobro, vcl), Larry Atamanuik (dm) und John Randall Stewart (g, mand, vcl) an. Das mit dieser Band aufgenomme Live-Album bzw. -Video "At The Ryman" (Warner, 1992) löste eine Sanierung des Ryman Auditoriums in Nashville aus.

 

Weitere Alben in den 1990er Jahren waren "Cowgirl's Prayer" (Elektra, 1993) und die Live-CD "Spyboy" (Eminent, 1998). Dabei musste sie sich mit hinteren Chartsplätzen begnügen. Dazu war das von Daniel Lanois produzierte Album "Wrecking Ball" (Elektra, 1995) erschienen.

 

Der Titelsong stammte von Neil Young, der auch auf  zwei Songs mitsang. Weitere Coverversionen stammten von Steve  Earle, Julie Miller, Jimi Hendrix, Gillian Welch sowie Kate und Anna McGarrigle. Larry Mullen jr. von U2 machte als Drummer bei den Aufnahmen mit.

 

Trotzdem kam Harris damit nur auf Platz 96 der Billboard 200. Danach hatte Emmylou Harris mit "Red Dirt Girl" (Nonesuch, 2000), "Stumble Into Grace" (Nonesuch, 2003), "All I Intended To Be" (Nonesuch, 2008) und "Hard Bargain" (Nonesuch, 2011) wieder vier Top-10-Country-Alben.

 

Weitere Alben mit neuem Material erschienen seither keine mehr. Emmylou Harris veröffentlichte gesamthaft 28 offizielle Studioalben, fünf Livealben, ein Soundtrack-Album und an die 60 Singles. Dazu kamen 15 offizielle Compilations.  

 

Im Rahmen der beiden 5-CD-Sets "Original Album Series" (Warner, 2010) und "Original Album Series Vol.2" (Warner, 2013) wurden je fünf Alben gemeinsam wiederveröffentlicht. "The Studio Albums 1980-83" (Nonesuch, 2019) enthielt fünf Alben auf Vinyl, die zwischen 1980 und 1983 erschienen waren. Dazu gab's eine 7"-Single.               03/26

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