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Gram Parsons

  • musicmakermark
  • vor 2 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanischer Folk und Country Rock-Sänger, Gitarrist und Komponist, geboren am 5. November 1946 in Waycross, Georgia, als Ingram Cecil Connor III. Den Künstlernamen erhielt er von seinem Stiefvater Bob Parson.


 

14-jährig wurde der von Elvis Presley beeinflusste Parsons Sänger der Pacers und der Legends, zwei lokalen Rock & Roll-Cover-Bands. Ab 1962 begann er sich vermehrt für Folk Music zu interessieren. 1963 schloss er sich einer Gruppe an, die sich The Shilos nannte und im Stile der Journeymen spielte.

 

Albert Grossman, der Manager von Bob Dylan, bot der Gruppe im Sommer 1964 in New York, wo sie viele Konzerte gaben, einen Vertrag an. Die Mitglieder waren aber noch zu jung, um diesen unterschrieben zu dürfen.

 

Zurück im Süden nahmen sie im März 1965 neun Songs auf, die später mit einem Track von 1964 als "Gram Parsons: The Early Years, Volume I (1963-1965)" (Sierra, 1979) auf den Markt kamen. Im Herbst 1965 liess er sich in Cambridge, Massachusetts, dem Zentrum der Folk Rock-Szene nieder, um an der Harvard University zu studieren.

 

Gleichzeitig stellte er mit John Nuese (g), Ian Dunlop (b) und Mickey Gauvin (dm) eine Band zusammen, die sich The Like nannte, dann aber vor allem als International Submarine Band in Erscheinung trat. Nach einem Abstecher nach New York City liess sich die Band in Los Angeles nieder.

 

Noch bevor das ISB-Album "Safe At Home" (LHI, 1968) auf den Markt kam, schloss sich Parsons The Byrds, wo er bei den Aufnahmen zum sechsten Byrds-Album "Sweetheart Of The Rodeo" (Columbia, 1968) mitwirkte.

 

Parsons hatte grossen Einfluss auf die Byrds und brachte Country-Elemente in deren Musik ein. Gleichzeitig überwarf sich Parsons schnell mit McGuinn und Hillman, die ihn schon im Sommer 1968 auf die Strasse stellten.

 

Parsons trieb sich während Anfang der 1970er Jahre viel mit Keith Richards und Mick Jagger von den Rolling Stones herum, denen er die Country-Musik näher brachte und sie später - vor allem auf den Alben "Sticky Fingers" (Rolling Stones Records, 1971) und "Exile On Main Street" (Rolling Stones Records, 1972) - auch wesentlich beeinflusste.

 

Nach seiner Zeit mit den Byrds sicherte er sich die Rechte am Bandnamen The Flying Burrito Brothers und stellte mit dem ehemaligen Byrds-Mitglied Chris Hillman (vcl, g, mand) als Co-Leader eine neue FBB-Besetzung zusammen. Sie engagierten Sneaky Pete Kleinow (pedal-steel-g) und Chris Etheridge (e-b, p, vcl) und beschäftigten einige Drummer, ehe sie später mit dem ehemaligen ISB-Mitglied Jon Corneal den passenden Schlagzeuger fanden.

 

Wieder entdeckte Liveaufnahmen von Parsons und den FBB erschienen später in Form der Doppel-CD „Live At The Avalon Ballroom 1969 – Gram Parsons Archive Volume 1“ (Amoeba, 2008). Im Juni 1970 wurde Parsons wegen fehlendem Engagement von den restlichen Bandmitgliedern entlassen.


Trotz seinen Eskapaden und seiner Drogensucht erhielt Parsons einen Vertrag von "A&M" als Solokünstler. Mit Ry Cooder (g), Clarence White (g) und Earl "Les" Ball (p) nahm Parsons im Sommer 1970 zehn Songs auf, die allerdings nicht veröffentlicht wurden.

 

Gram Parsons spielte darauf erneut eine Zeitlang mit den Flying Burrito Brothers und entdeckte auf Vermittlung von Chris Hillman eine junge Folk-Singer/Songwriterin mit dem Namen Emmylou Harris. Mit mehreren Musikern, darunter drei Mitgliedern der damaligen Elvis Presley-Begleitband, nahm Parsons das Album "GP" (Reprise, 1973) auf.

 

Das Album wurde wurde ein kommerzieller Flop. Die Stimmen von Emmylou Harris und von Gram Parsons passten allerdings perfekt zueinander. Nach der Veröffentlichung von "GP" gingen Parsons und Emyylou Harris zusammen mit anderen Musikern auf die "Fallen Angels"-Tournee durch die USA.

 

Bei einigen Konzerten kamen auch Linda Ronstadt und Neil Young auf die Bühne. Ein Konzert bei einer Radiostation in Long Island erschien nachträglich auf der LP "Gram Parsons & The Fallen Angels: Live 1973" (Sierra, 1982) sowie auf der EP "More Gram Parsons & The Fallen Angels: Live 1973" (Sierra, 1982).

 

LP und EP wurden 1994 und 1996 als "Live 1973" (Sierra) bzw. "Fallen Angel" (Rhino) auf einer CD wieder veröffentlicht. Das nächste Album "Grievous Angel" entstand mit beinahe der selben Besetzung wie zuvor "GP". Zu einer weiteren Tournee kam es nicht.

 

Gram Parsons starb, noch vor der Veröffentlichung, am 19. September 1973 im Alter von 26 Jahren an den Folgen einer Überdosis Drogen in einem Hotel in der Nähe des Joshua Tree National Monuments. Er sollte in New Orelans bestattet werden.

 

Als Freunde davon hörten, stahlen sie auf dem Transport von Los Angeles nach New Orleans den Sarg und zündeten ihn samt der Leiche wiederum in der Nähe des Joshua Tree Memorials an. Kurz danach, im Januar 1974, kam das letzte Parsons-Album "Grievous Angel" (Reprise, 1974) auf den Markt.

 

Drei Outtakes dieser Session finden sich auch auf "Sleepless Nights" (A&M, 1976), das unter dem Namen von Parsons erschien. Es enthielt zudem Cover-Versionen von Country-Songs, welche die Flying Burrito Brothers 1970 eingespielt hatten.

 

Die beiden Parsons-Alben "GP" und "Grievous Angel" wurden mehrfach gemeinsam wiederveröffentlicht. Mit Alternate Takes, Promo-Singles, Interviews und anderem Material kamen die beiden Alben auch im Rahmen der 3-CD-Box "The Complete Reprise Sessions" (Rhino, 2006) noch einmal auf den Markt.

 

Die Alternate Takes wurden auch separat auf der LP "180 Gram: Alternate Takes From GP And Grievous Angel" (Rhino und Reprise, 2014) angeboten. Unter dem Titel "Return Of The Grievous Angel" erschien 1999 eine Tribute-CD.

 

Darauf interpretierten Musikerinnen, Musiker und Gruppen wie Pretenders, Emmylou Harris, Evan Dando, Chris Hillman, Steve Earle, Sheryl Crow, David Crosby, Wilco, Cowboy Junkies, Whiskeytown oder Elvis Costello Songs von Gram Parsons.  Teilweise erschien die CD auch mit einer Bonus-CD, auf welcher die Orginalsongs zu hören sind.

 

Im Laufe der Jahre erschien viel weiteres Material von Parsons in Form von Compilations oder Archivaufnahmen. Unter dem Gruppennamen The Flying Burrito Bros Featuring Gram Parsons erschien mit "Honky Tonk Heaven" (A&M, 1973) eine nur in Europa veröffentlichte Doppel-LP-Compilation mit 22 damals noch nie veröffentlichten Songs.

 

"The Early Years 1963-65" (Sierra, 1979) erschien unter Parsons Namen, enthielt aber Songs seiner früheren Band The Shilohs. Eine erweiterte Version mit dem Titel "The Early Years Box Set" (Sierra, 2010) enthielt diese Aufnahmen auf einer LP und einer CD.

 

Dazu wurde die CD mit weiterem frühen Material von und einem Interview mit Parsons ergänzt. Dazu gab's eine DVD mit Livetracks von Gram Parsons & The Fallen Angels.

 

Auf "Warm Evenings, Pale Mornings, Bottled Blues 1963-1973" (Raven, 1991) fanden sich Songs von The Shilohs, der Byrds, der Flying Burrito Brothers sowie solche von Parsons mit Emmylou Harris. "Cosmic American Music" (Magnum America und Sundown, 1995) bestand aus Rehearsal-Aufnahmen von 1972.

 

"Another Side Of This Life" (Sundazed, 2000) enthielt bisher noch nie veröffentlichten Demoaufnahmen von 1965/1966. "Sacred Hearts & Fallen Angels: The Gram Parsons Anthology" (Rhino, 2001) war eine Doppel-CD mit eigenen Aufnahmen oder solchen von Parsons mit Bands, denen er angehört hatte.  

 

Gram Parsons ist nicht verwandt mit Gene Parsons, der von 1968 bis 1972 den Byrds sowie von 1974 bis 1976, dann 1978 und 1979 den Flying Burrito Brothers angehörte.                                        03/26

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