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Ernst Thoma

  • musicmakermark
  • vor 14 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Schweizer Experimental-Musiker, Komponist und Instrumentebauer, geboren am 2. Januar 1953 in Mühlehorn, Glarus. Er ist einer der Pioniere der elektronischen Musik in der Schweiz. Von 1969 bis 1973 machte er eine Lehre als Buchdrucker und absolvierte einen Fernkurs in Elektronik.


 

Schon in seiner Jugend begann er Generatoren, Filter und andere musikalisch verwendbare, elektronische Geräte zu bauen und zu spielen. Ab 1974 besuchte er für zwei Jahre die F+F Schule für Kunst und Mediendesign in Zürich.

 

Anschliessend folgten zwei Jahre an der Musikakademie Basel im elektronischen Studio bei David Johnson. Polyphonie Zürich war von 1980 bis 1984 eine Gruppe von Andres Bosshard (kassetten-mach), Ernst Thoma (synth), Stephan Wittwer (g) und Alfred Zimmerlin (cello).


Mittels Verkabelung wurden alle Instrumente zu einem verschmolzen, auf dem alle vier Musiker gleichzeitig spielten. Von dieser Gruppe kamen keine eigenen Aufnahmen heraus. Ein Duo mit Knut Remond (dm, perc) zwichen freier Improvisation, experimentellen Klängen und Techno-ähnlichen Klängen hiess TV-Totem.

 

Von diesem kam als erstes eine gleichnamige Kassette (V. Tapes und Krimi Tapes, 1982) heraus. Diese Aufnahmen wurden später unter dem Titel "TV Totem 3" (Orbeatize, 2017) auf einer LP wiederveröffentlicht. Keinen Titel hatte eine ebenfalls 1982 veröffentlichte Kassette.

 

Aufnahmen von 1983 wurden erst später auf der LP "TV Totem 4" (Orbeatize, 2017) zugänglich gemacht. Ein Track stammte von 2013. Unter dem Titel "TV Totem 1+2" (Orbeatize, 2018) wurden Livetracks von 1981 und 1982 zu einer LP vereint.

 

Thoma und Remond waren neben Hans-Rudolf Lutz, Magda Vogel und/oder Mani Neumeier auch Mitglieder der Experimental Pop-Gruppe UnknownmiX, von der mehrere Aufnahmen erschienen. Dazu war er damals und später auf Aufnahmen von Stephan Wittwer, Gabi Delgado, Christoph Gallio und anderen zu hören.

 

"Modern Tracks" und "Kaffehauskonzerte" (beide 1986) hiessen zwei selber herausgebrachte Solokassetten, auf denen er als Instrumente einen Commodore SX 64-Computer, einen C-LAB Sequenzer und einen Oberheim Xpander einsetzte.

 

Ab 1995 baute Thoma in Stein am Rhein ein Studio für elektronische Musik und Sounddesign auf. Danach übernahm er Auftragsarbeiten für  Werbung, Film, Mehrkanal-Klangräume und Medienproduktionen. Später realisierte er vor allem Audioarbeiten mit Kunstschaffenden aus unterschiedlichen Bereichen.

 

1996 baute Thoma ein neues Live-Instrument, die "Blue Wheel Instant Composing Machine" und trat damit ab 1998 wieder vermehrt live auf. Bis Ende der 1990er Jahre entwickelte und baute er unter dem Label "TMS" verschiedene Synthesizer und elektronische Geräte für Musiker, Studios und den Eigengebrauch.

 

Dazu waren weitere Soloaufnahmen oder solche als Co-Leader erschienen. "Interni Pensieri" (Intakt, 1997) war eine Trioaufnahme mit Dorothea Schürch (voice, sampl) und Michel Seigner (sampl). Die CD-R "Random Circle" (1998) und die CD "Time Layer" (Unit, 2004) enthielten Soloaufnahmen. Im Duo mit Birgit Ulher (tp) kam dazwischen "Slants" (Unit, 2003) zu Stande.


Ernst Thoma starb am 14. November 2020 im Alter von 66 Jahren in Zürich. "Reels 1977-1986" (Soave und Orbeatize, 2024) hiess ein auf 300 Stück limitiertes Set von 14 CDs in einen Holzkasten. Es handelte sich um einen umfassenden Überblick über das Schaffen von Thoma als Solokünstler oder als Mitglied von Gruppen.

 

Viele der Tracks waren davor noch nie veröffentlicht worden. Die Einzelteile des Boxsets lagen, zusammen mit weiterem Material verteilt auf knapp 30 CDs, auch als Testpressungen vor.                                                           08/26

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