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George Lewis (cl)

Amerikanischer Jazz-Klarinettist und Bandleader, geboren am 13. Juli 1900 im French Quarter von New Orleans, Louisiana, als Joseph Louis Francois Zenon. Eine seiner Vorfahrinnen war um 1803 als senegalesische Sklavin ins Land gekommen. Selbst Lewis Mutter Alice Zeno hatte noch Kenntnis in der senegalesischen Sprache und in den Bräuchen. Lewis begann mit 17 Jahren professionell Musik zu machen.


Er war zuerst Mitglied in Bands von Buddy Petit, Chris Kelly und Kid Ory und blieb meist in der Region New Orleans. Während der Weltwirtschaftskrise ab Ende der 1920er arbeitete er als Hafenarbeiter und machte nur noch in seiner Freizeit Musik. Als der Musikforscher und New Orleans-Jazzliebhaber Bill Russell 1942 in New Orleans Aufnahmen mit dem Trompeter Bunk Johnson machte, wurde Lewis als Klarinettist beigezogen.


Danach kam Lewis selber zu ersten Aufnahmen als Leader, die auf Russells Label "American Music Records" erschienen. Auch der Musikologe Alan Lomax wurde auf Lewis aufmerksam und verschaffte ihm ebenfalls 1942 einen Auftritt in einer Radiosendung. 1944 erlitt er einen schweren Arbeitsunfall, als er von einer Schiffsladung fast erdrückt wurde.


Während der Rekonvaleszenz kamen Lawrence Marrero (banjo) und Alcide "Slow Drag" Pavageau (b) zu Lewis nach Hause, um unter der Aufsicht von Bill Russell weitere Aufnahmen einzuspielen. Dabei entstand mit dem "Burgundy Street Blues" Lewis' bekanntestes Stück. Es beeinflusste Louis Armstrong für sein Stück "Savoy Blues". Lewis war zudem Mitglied der Band von Bunk Johnson, die dazu noch aus Marrero und Pavageau bestand.


Bei einem Abstecher nach New York City mit Jim Robinson (tb), Alton Purnell (p) und Baby Dodds (dm) als weitere Musiker entstanden nach Auftritten auch Aufnahmen für "Decca" und "Victor". Auch für andere Label wie "Circle", "Esquire", "Folkways", "Blue Note", "Vogue", "Riverside", "Verve", "Storyville", "Atlantic" und andere machte Lewis als Mitglied von Bands Aufnahmen.


Dabei war er in Gruppen wie Bunk Johnson And His New Orleans Band, Bunk Johnson's Brass Band, Fats Waller/Bunk Johnson And His Band, Eclipse Alley Five, Louis Nelson Big Four, Preservation Hall Jazz Band oder The Original Zenith Brass Band zu hören. Dazu kamen viele Aufnahmen als Leader von eigenen Gruppen.


Diese hiessen George Lewis & His New Orleans Music, George Lewis & His Jazz Band, George Lewis & His New Orleans All Stars, George Lewis & His New Orleans Rhythm Boys, George Lewis & His New Orleans Stompers, George Lewis & His Orchestra, George Lewis & His Preservation Hall All-Star, George Lewis Band, George Lewis Quartet, George Lewis Trio, George Lewis' 3-Piece Band, The George Lewis Band Of New Orleans, The George Lewis Ragtime Jazzband Of New Orleans, oder George Lewis' Ragtime Band.


Nachdem Bunk Johnson in den Ruhestand getreten war, wurde George Lewis Leader der Band, die zudem noch aus Robinson, Pavageau, Marrero, Purnell, Joe Watkins (dm) und den Trompetern Elmer Talbert, Avery "Kid" Howard und/oder Percy Humphrey bestand. Ab 1949 war Lewis regelmässiger Gast im Club "Bourbon Street" im French Quarter von New Orleans sowie bei der lokalen Radiostation WDSU.


Am 6. Juni 1950 erschien im Magazin "Look" einen Artikel über die George Lewis Band mit Fotos, die der spätere Regisseurs Stanley Kubrick gemacht hatte. Lewis ging mit seiner Band national auf Tournee und wurde als eine der letzten richtigen New Orleans-Bands dargestellt. Ende der 1940er, Anfang der 1950er Jahre beeinflussten Lewis und seine Bands stark die englischen Klarinettisten Monty Sunshine und Acker Bilk.


George Lewis ging ab Ende der 1950er Jahre selber in England auf Tournee, wobei er von Ken Colyer's Jazzmen begleitet wurde. Er gab auch Konzerte in anderen europäischen Ländern und in Japan. Ab 1961 trat Lewis zudem häufig in der "Preservation Hall" in New Orleans auf. Viele dieser Auftritte wurden auf Schallplatten dokumentiert. Lewis übte auch Einfluss auf Klarinettisten wie Sammy Rimington, Tommy Sancton, Ryoichi Kawai, Woody Allen, Butch Thompson, Rudy Balliu und Jesper Capion Larsen aus.


Nach dem Aufkommen der Vinyl-Schallplatten Mitte der 1950er Jahre erschienen von Lewis Dutzende von LP, CD und Singles, dazu auch unzählige Compilations. Eine der umfangreicheren war die drei CD oder fünf LP umfassende Sammlung "The Complete Blue Note Recordings Of George Lewis" (Mosaic, 1990).


Auf der CD "Jam Session: The Only Complete Recordings" (American Music, 2004) wurden jene Aufnahmen zusammengefasst, die Lewis und seine Band mit Elmer Talbert als Trompeter um 1950 eingespielt hatte. George Lewis starb am 31. Dezember 1968, 68-jährig in New Orleans. Er ist nicht zu verwechseln mit dem Avantgarde-Posaunist George Lewis. 09/23

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