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Herbie Mann

  • musicmakermark
  • 31. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Flötist, Komponist und Bandleader zwischen Soul Jazz, Smooth Jazz, Bossa Nova und World Music, geboren am 16. April 1930 als Herbert Jay Solomon in Brooklyn, New York City. Seine Eltern waren russischer bzw. österreichisch-ungarischer Herkunft. Sie waren als Tänzer und Sänger bzw. später als Tanzlehrer tätig.



Herbie Mann trat erstmals 15-jährig als Berufsmusiker auf. Er war zuerst in der Bop-Szene aktiv und spielte unter anderem an der Seite von Phil Woods. Neben der Flöte spielte Mann in jener Zeit auch Bassklarinette und Tenorsaxophon.

 

Seine erste Aufnahme unter eigenem Namen hiess "Flamingo" (Bethlehem, 1955), eingespielt mit Joe Puma (g), Charles Andrus (b) und Harold Granowsky (dm) als Begleiter. In einem Stück spielte Mann vier Flötenspuren im Overdub-Verfahren übereinander.

 

Als The Herbie Mann-Sam Most Quintet entstand mit Sam Most (fl) als Co-Leader sowie mit Joe Puma (g), Jimmy Gannon (b) und Lee Kleinman (dm) eine gleichnamige LP (Bethlehem, 1956). Die LP "Herbie Mann Plays" (Bethlehem, 1956) enthielt jene vier Titel, die Mann mit Benny Weeks (g), Keith Hodson (b) und Lee Rockey für die 10"-EP "East Coast Jazz Series No.4" (Bethlehem, 1954) aufgenommen hatte.

 

Ergänzt wurde diese LP mit Material von 1956 mit Joe Puma (g), Whitey Mitchell (b) und Herb Wasserman (dm). Für das selbe Label und einmal mehr mit Joe Puma (g) entstand "Love And The Weather" (Bethlehem, 1956). Die übrigen Begleiter waren Milt Hinton (b) und Don Lamond (dm) oder Whitey Mitchell (b) und Herb Wasserman (dm).

 

Dazu kam ein Orchester, geleitet von Ralph Burns bzw. Frank Hunter. "Mann In The Morning" (Prestige, 1958) entstand im Oktober 1956 in Schweden mit lokalen Musikern und kam auch unter dem Titel "Herbie Mann In Sweden" heraus. Mit holländischen Musikern nahm Mann wenige Tage später "Herbie Mann With The Wessel Ilcken Trio" (Epic, 1956) auf. Diese LP erschien auch als "Salute To The Flute".

 

Im März 1957 spielte Mann mit dem Belgier Bobby Jaspar (fl) sowie mit Tommy Flanagan (p), Wendell Marshall oder Doug Watkins (b), Bobby Donaldson (dm) sowie teilweise Eddie Costa (vibes), Joe Puma (g) die beiden Alben "Flute Flight" und "Flute Soufflé (beide Prestige, 1957) ein.

 

In der Folge erschienen von Herbie Mann bis Ende der 1950er Jahre eine ganze Reihe von weiteren Aufnahmen für Labels wie "Riverside", "Epic", "Verve", "New Jazz" und "Savoy". Nach einer vom amerikanischen Aussenministerium finanzierten Tournee durch Afrika nahm Mann zwei von afro-kubanischen Rhythmen geprägte Alben auf.

 

Diese hiessen "Flautista! (Verve, 1960) und "Herbie Mann's African Suite" (UA, 1959). Diese zweite LP erschien allerdings unter dem Gruppennamen Johnny Rae's Afro-Jazz Septett, weil Mann vertraglich an "Verve" gebunden war. Auch auf den nachfolgenden Alben setzte Mann immer wieder mehrere Perkussionisten ein.

 

Eines der Alben hatte den programmatischen Titel "Brazil, Bossa Nova & Blues" (Atlantic, 1962). Mit dem Bill Evans Trio mit Evans (p), Chuck Israels (b) und Paul Motian (dm) nahm Mann "Nirvana" (Atlantic, 1964) auf.

 

Bei den Aufnahmen zur LP "Herbie Mann Plays The Roar of the Greasepaint–The Smell Of The Crowd" (Atlantic, 1965), einer späteren Aufnahme für dieses Label mit Songs aus einem Broadway-Musical, setzte Mann auch den damals noch unbekannten Pianisten Chick Corea ein. Corea war auch drei weiteren Mann-Alben zu hören.

 

Nach teilweise bis zu drei Alben pro Jahr erschien mit "Memphis Undergound" (Atlantic, 1969) Herbie Manns erfolgreichstes Album. Es war überhaupt eines der bestverkauften Jazz-Alben überhaupt. Herbie Mann verschmolz darauf Jazz mit Soul und R&B.

 

Er spielte Stücke von Aretha Franklin und Sam & Dave und zog für die in Memphis gemachten Aufnahmen unter anderem Musiker bei, die sonst für Soul- und R&B-SängerInnen im Studio standen. Nach dem Verkaufserfolg erschien eine Reihe von weiteren "Atlantic"-Alben, ehe Mann immer mehr in Richtung Disco abdriftete.

 

Dank seinem Pop-Jazz hatte Mann rund 25 Alben in den Billboard-Charts, so viele wie vor und nach ihm kein anderer Jazzmusiker. Er konnte sich stets mit den besten Studiomusikern umgeben oder jeden prominenten Musikern für Aufnahmen einladen.

 

 Bis Mitte de 1980er Jahre erschienen bei "Atlantic" praktisch jedes Jahr ein oder mehrere Alben. In den frühen 1970er Jahren hatte er mit "Embryo" für kurze Zeit ein eigenes Label gegründet, das von "Cotillion", einem "Atlantic"-Sublabel vertrieben wurde.

 

Bei "Embryo" erschienen Aufnahmen von Ron Carter, Miroslav Vitous, Attila Zoller, Phil Woods & His European Rhythm Machine oder Dick Morrissey mit der Average White Band. Auch einige Herbie Mann-Aufnahmen selber kamen bei "Embryo" auf den Markt, so "Muscle Shoals Nitty Gritty" (1970), "Stone Flute" (1970), "Push Push" (1971) und "Memphis Two-Step" (1971).

 

Ab Mitte der 1990er Jahre hatte er mit "Kokopelli Records" erneut ein eigenes Label, als er mit den Major-Labels in Streit geraten war. Darauf erschienen neben eigenen Aufnahmen auch solche von Sarah Vaughan, David "Fathead" Newman, Jimmy Rowles, Bobby Watson, Cornell Dupree und anderen.

 

Insgesamt erschienen von Herbie Mann und dessen eigenem Namen oder unter Gruppenbezeichnungen wie  Herbie Mann Quartet, Herbie Mann Quintet, Herbie Mann's Californians, The Family Of Mann, The Herbie Mann Afro-Jazz Sextet + Four Trumpets, The Herbie Mann Sextet und The Herbie Mann-Sam Most Quintet weit über 100 Alben, dazu rund ebensoviele Singles oder EPs.

 

Mit seinen Tätigkeiten als Sideman unter anderem für Sarah Vaughan, Carmen McRae, Tony Bennett, Quincy Jones, Chet Baker, Philly Joe Jones, T-Bone Walker, Bee Gees, Jay McShann, Carl Perkins, Mick Taylor, Jimmy Giuffre und viele andere kommt Mann auf über 300 Credits-Einträge bei discog.com.

 

Seinen letzten Auftritt hatte er am 3. Mai 2003 am New Orleans Jazz and Heritage Festival. Zwei Monate später starb er am 1. Juli 2003 73-jährig in seinem Haus in Pecos, New Mexico.

 

Sein Schaffen wurden auf fast 50 Compilations zusammengefasst. Im Rahmen der "Original Album Series" (Atlantic und Rhino, 2011) wurden fünf Alben aus den 1960er und 1970er Jahren zusammen wiederveröffentlicht.

 

Je vier CD umfassten "Eight Classic Albums" (Real Gone, 2012), "Eight Classic Albums Vol. 2" (Real Gone, 2013), "The Complete Recordings Part One: 1955-1957", "The Complete Recordings: Part Two 1957-1958" und "The Complete Recordings Part Three: 1959-1962" (alle drei Enlightenment, 2016).                                                                   01/26

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