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Jazzmatazz

Fusionsprojekt des amerikanischen Rappers Guru, geboren am 17. Juli 1961 in Roxbury, Boston, Massachusetts, als Keith Elam. In diesem Projekt führte Elam alias Guru Anfang der 1990er Jahre mit Hilfe von bekannten Jazzmusikern, Sängerinnen, Sängern, Rappern und Scratchern erstmals konsequent Hip Hop und Jazz auf einer gemeinsame Ebene zusammen. Elam war Mitte der 1980er Jahre ins Hip Hop-Mekka New York gepilgert.



Dort hielt er sich bis zu den ersten Erfolgen mit DJ Premier in der Gruppe Gang Starr mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Schon bei Gang Starr hatte er ein Sample aus Dizzy Gillespie's "Night In Tunesia" verwendet. Die Idee selber war freilich nicht ganz neu, hatte Grandmaster Flash in den frühen 1970er Jahren, vor der Geburt des modernen Rap, Musik von Bob James, James Brown, Donald Byrd und Roy Ayers zusammengemischt.

 

Weitere Vorläufer von Jazzmatazz waren Herbie Hancock und DST beim Track "Rockit" (Columbia, 1983), Run DMC und LL Cool J, die sich beide schon Mitte der 1980er Jahre Ausschnitte aus ältereren Jazzaufnahmen bedienten.

 

Der Alt- und Sopransaxophonist Brandford Marsalis war es, der Guru den endgültigen Anstoss zum Jazzmatazz-Projekt gab, indem er Gang Starr 1989 das Stück "Jazz Thing" zum Soundtrack zu Spike Lee's "Mo'Better Blues" beisteuern liess. In der Folge spielte Marsalis mehrere Male mit Gang Starr live.

 

Marsalis stand zusammen mit Donald Byrd (tp) auch als Pate hinter dem Album "Jazzmatazz, Volume I (An Experimental Fusion Of Hip-Hop And Jazz)" (Chrysalis, 1993). Zu jedem Track lud Guru eine oder zwei Grössen aus Jazz, Soul oder Rap ein. Es waren dies neben anderen Zachary Breaux, Ronnie Jordan, Lonnie Liston Smith, Roy Ayers, Courtney Pine, MC Solaar sowie Carleen Anderson und N'dea Davenport, beide von den Brand New Heavies.

 

Das Album schaffte es auf Platz 94 der Billboard 200, auf Platz 15 der US-R&B/Hip Hop-Alben und auf Platz 58 in Grossbritannien. Auch das zweite, mehr raplastige Album "Volume II: The New Reality" (Chrysalis, 1995) entstand mit einem Allstar-Aufgebot. Darunter befanden sich neben anderen Brandford Marsalis, Chaka Khan, Me'Shell N'Degeocello, Kenny Garrett, Donald Byrd, die Massive Attack-Sängerin Shara Nelson, Ramsey Lewis, Bernard Purdie, Courtney Pine und Ronnie Jordan.

 

Mit den Plätzen 71 bei den Billboard 200, 16 bei den US-R&B/Hip Hop-Alben und 12 in Grossbritannien schnitt dieses Album etwas besser ab als das erste. Die dritte Jazzmatazz-CD erschien erst fünf Jahre danach und hiess "Volume III: Streetsoul" (Virgin, 2000). Zur illustren Gästeschar gehörten Angie Stone, Donell Jones, Macy Gray, Bilal, Erykah Badu, The Roots, Amel Larrieux, Kelis, Craig David, Isaac Hayes, Les Nubians, Junior Reid und Herbie Hancock.

 

Mit Platz 32 bei den Billboard 200 und Platz 8 bei den US-R&B/Hip Hop-Alben resultierten wiederum gute Chartsplatzierungen auf dem US-Markt. Folge 4 hiess sieben Jahre danach "The Hip Hop Jazz Messenger: Back To The Future" (7 Grand, 2007). Das Album erschien in den wichtigsten US-Charts nur gerade auf Platz 45 der R&B/Hip Hop-Alben-

 

Auf diesem Album waren neben anderen Slum Village, Bob James, Damian "Jr Gong" Marley, Common, Ronnie Laws, Blackalicious und David Sanborn zu hören. Kurz darauf erschien als Ergänzung zum vierten Alben das kommerziell verbreitete Mixtape "The Timebomb: Back to the Future Mixtape" (7 Grand, 2007).

 

Mit "Best Of Guru's Jazzmatazz" (Virgin, 2008) folgte wenig später eine Compilation mit Tracks aus den ersten drei Jazzmatazz-Alben zusammen mit Remixes und alternativen Versionen. Keith Elam veröffentlichte auch drei Alben unter dem Namen Guru oder MC Guru. Das erste war "Baldhead Slick & Da Click" (Landspeed, 2001), aufgenommen mit einer ganzen Reihe von Gast-Produzenten und –Rappern.


Danach folgten "Version 7.0: The Street Scriptures" (7 Grand, 2005) und "Guru 8.0: Lost and Found" (7 Grand, 2009). Elam starb am 19. April 2010 48-jährig in New York an den Folgen eines Herzinfarktes, den er Anfang 2010 erlitten hatte. DJ Premier, sein Duopartner bei Gang Starr, veröffentlichte ebenfalls eigene Aufnahmen.  01/24

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