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Jethro Tull – Teil II

  • musicmakermark
  • vor 1 Stunde
  • 4 Min. Lesezeit

"M.U. - The Best of Jethro Tull" (Chrysalis, 1976) hiess eine erste richtige "Best Of"-Compilation, die im Jahr darauf mit "Repeat - The Best of Jethro Tull - Vol II" (Chrysalis, 1977) eine Fortsetzung erhielt. Konzertaufnahmen aus jener Zeit Ende der 1970er Jahre erschienen später in Form einer CD oder einer DVD unter dem Titel "Live At Madison Square Garden 1978" (EMI, 2009).


 

Die nächsten Studioalben "Songs From The Wood" (Chrysalis, 1977), "Heavy Horses" (Chrysalis, 1978) und "Stormwatch" (Chrysalis, 1979) zielten dann in Richtung Folk-Rock, begleitet vom Live-Doppel-Album "Bursting Out" (Island, 1978).  In den UK- und US-Charts belegten die Studioalben allesamt Plätze unter den Top-30.

 

Wegen gesundheitlichen Problemen musste John Glascock während einer US-Tournee durch Tony Williams von Stealers Wheel ersetzt werden. Glascock starb am 19. November 1979 nach einer Herzoperation. Barlow verliess darauf entmutigt die Band.

 

John Evan und Gastmusiker David Palmer (key) mussten auf Druck der Schallplattenfirma den Hut nehmen, so dass Anderson und Barre als einzige Musiker übrig blieben. Mit Hilfe von Eddie Jobson (key, e-vio) von Roxy Music, Dave Pegg (e-b) von Fairport Convention und Mark Craney (dm) spielten Anderson und Barre die Top-30-LP "A" (Chrysalis, 1980) ein.

 

Was zuerst als Anderson-Soloalbum gedacht war, erschien allerdings als JT-LP. Mit diesem Lineup entstand auch das Video "Slipstream" (1981), das bei der CD-Wiederveröffentlichung von "A" 2004 als Bonus-DVD beigelegt wurde. Jobson und Craney blieben nicht definitiv bei JT, so dass die Gruppe mit Aushilfsdrummern auftrat.

 

"Broadsword And The Beast" (Chrysalis, 1982) hiess ein weiteres Top-30-Album in den USA und in Grossbritannien, eingespielt in der Besetzung Ian Anderson (vcl, fl), Martin Barre (g), Dave Pegg (e-b, mand, vcl) und Peter-John Vettese (p, key, synth, vcl) mit Gerry Conway (dm) als Gastmusiker.

 

Danach erschien mit "Walk Into Light" (Chrysalis, 1983) das erste Solo-Album von Ian Anderson, der später noch eine Reihe von weiteren eigenen Alben veröffentlichte. Wie das nächste Tull-Album "Under Wraps" (Chrysalis, 1984) war es stark von elektronischen Klängen geprägt.

 

Es entstand ohne Drummer in der Quartettbesetzung Anderson, Barre, Pegg und Vettese. Anderson selber war für das Drum-Programming verantwortlich. Vorerst reichte es in den UK-Charts noch zu Top-20-Platzierungen. In den USA wurden die Chartsplätze immer schwächer.

 

"Live At Hammersmith '84" (Raw Fruit, 1990) hiess ein Livemitschnitt aus jener Zeit. Nach "Under Wraps" verschwand JT drei Jahre von der Bildfläche. Vettese verliess die Band. "Original Masters" (Chrysalis, 1985) hiess eine weitere Compilation in Form einer CD.

 

Mit dem hardrock-orientierten Album "Crest Of A Knave" (Chrysalis, 1987) kehrte Tull wieder auf die Szene zurück, eingespielt in der Besetzung Anderson (vcl, fl, g, perc, key, dm-programming), Barre (g) und Pegg (e-b, b) sowie Doane Perry oder Gerry Conway (dm).

 

Mit diesem Album gewann Tull überraschend den Grammy Award für die beste Hard Rock/Metal-Performance, und dies vor Metallica und ihrem Album "...And Justice For All" (Elektra, 1988). Zum 20-jährigen Bestehen der Band veröffentlichte JT das erwähnte 5-LP-Set "20 Years Of Jethro Tull" (Chrysalis, 1988).

 

Die einzelnen LPs trugen den Titel "Radio Archives", "Rare Tracks", "Flawed Gems", "2Other Sides of Tull" und "The Essential Tull". Vom Ganzen erschien auch eine Art Compilation mit dem Titel "20 Years Of Jethro Tull: Highlights" (Chrysalis, 1988). Später erschien das Set auch in Form einer Triple-CD.

 

1988 stiess mit Martin "Maart" Allcock (div instr, key) von Fairport Convention ein neuer Musiker dazu. Es folgten Alben wie "Rock Island" (Chrysalis, 1989) und "Catfish Rising" (Chrysalis, 1991). 1992 ging Jethro Tull in der Quartettbesetzung Anderson, Barre, Pegg und Dave Mattacks (div perc, key) auf eine Akustik-Tournee.

 

Dabei wurde "A Little Light Music" (Chrysalis, 1992) mitgeschnitten.  Zum 25-Jahr-Jubiläum kam das 4-CD-Set "25th Anniversary Box Set" (Chrysalis, 1993) heraus, deren einzelne CDs mit "Remixed", "Carnegie Hall, N.Y.", "The Beacons Bottom" und "Pot Puri" betitelt waren.

 

Gleichzeitig erschienen die Doppel-CDs "The Best of Jethro Tull - The Anniversary Collection" und die erwähnte Compilation "Nightcap" (beide Chrysalis, 1993). Mit "Roots To Branches" (Chrysalis, 1995) und "J-Tull Dot Com" (Fuel 2000, 1999) wurde die Musik wieder etwas weniger hart. Dafür hielten Word Music-Elemente Einzug.

 

Neben weiteren Compilations und Liveaufnahmen enthielt das "The Jethro Tull Christmas Album" (Fuel 2000, 2003) traditionelle Weihnachtslieder zusammen mit neuen und älteren Christmas-Songs von Tull selber. "The Best of Acoustic" (EMI, 2007) war der Titel einer Compilation mit den 24 besten akustischen Tull-Songs aus mehreren Alben.

 

2011 stellte die Gruppe ihre Aktivitäten ein. "Around The World Live" (Eagle Vision, 2013) hiess ein 4-DVD-Set mit Liveaufnahmen aus den Jahren 1970 bis 2005. Im November 2016 tourte Anderson zum 50.-Jahr-Jubiläum seiner Band mit dem dem Bühnenspektakel "Jethro Tull - Performed by Ian Anderson".

 

Dabei handelte es sich um eine Multimedia-Produktion. Erzählt wurde die Geschichte des englischen High Tech-Biochemikers und Namensgeber (Henry) Jethro (William) Tull, der durch Klonen von Pflanzen das Ernährungsproblem einer rasant wachsenden Weltbevölkerung lösen möchte.

 

Das Programm bestand zu 85 Prozent aus Tull-Klassikern, textlich leicht modifiziert. Dazu gab's fünf neue Songs. 2017 nahm JT die Tätigkeit wieder auf. "The Zealot Gene" (Inside Out, 2022) war 23 Jahre nach "J-Tull Dot Com" wieder einmal ein JT-Album mit neuem Material. Ihm gelang den Einstieg in die UK-Top-10.

 

Mit "RökFlöte" (Inside Out, 2023) "Curious Ruminant" (Inside Out, 2025) folgten zwei weitere Studioalben. Es waren dies das 23. und 24. Studiowerk der Gruppe. Dazu hatte JT im Laufe der Jahre neun offizielle Livealben und 15 offizielle Compilations auf den Markt gebracht. Natürlich ist der Output an Compilations und Livealben noch bedeutend grösser.

 

Ian Anderson ist das einzige noch verbliebene Gründungsmitglied. Andere wie Mick Abrahams und Glenn Cornick sind inzwischen verstorben, wie auch einige andere der insgesamt über 40 Musiker, die im Laufe der Jahre einmal Mitglied von Jethro Tull waren.     06/26

 

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