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Lindsay Cooper (GB)

musicmakermark
vor 10 Stunden
4 Min. Lesezeit

Britische Komponistin, Improvisatorin, Saxophonistin, Oboe- und Fagottspielerin sowie Multiinstrumentalistin, geboren am 3. März 1951 in Hornsey. Sie spielte zuerst Klavier, wechselte dann auf das Fagott. Sie erhielt zwischen 1965 und 1968 eine klassische Ausbildung am Dartington College of Arts und am Royal College of Music.


 

Sie spielte darauf im National Youth Orchestra of Great Britain und wurde Mitglied der Royal Academy of Music in London. Ende der 1960er Jahre verbrachte sie ein Jahr in New York City, wo sie auch in Projekte ausserhalb der klassischen Musik involviert war.

 

Nach ihrer Rückkehr nach Grossbritannien schloss sie sich der Canterbury-Szene an. Sie war ein Jahr lang Mitglied der Formation Comus und wurde dann von Mike Oldfield für die Aufnahmen von "Hergest Ridge" (Virgin, 1974) beigezogen. Inzwischen hatte sie ihr Instrumentarium auf die Oboe und Flöte ausgeweitet.


1973 wurde sie als Ersatz von Geoff Leigh Mitglied bei der Art Rock-Formation Henry Cow. Im Frühling/Sommer 1974 musste sie die Gruppe verlassen. Sie wurde aber zu weiteren Aufnahmen beigezogen und wurde vom Februar 1975 an wieder volles Mitglied bis zum Split von Henry Cow 1978.


1977 hatte sie mit Sally Potter, Maggie Nicols, Georgie Born, Irène Schweizer und anderen Musikerinnen die Feminist Improvising Group (FIG) gegründet, die bis 1982 als On/Off-Projekt bestand. Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre folgten Aufnahmen mit Egg, Steve Hillage, Hatfield & The North, Art Bears, Mike Westbrook, David Thomas And The Pedestrians, Catherine Jauniaux und Maarten Altena.

 

"Rags" (Arc, 1980) war ihre erste Aufnahme unter eigenem Namen. Darauf wurde Cooper (bassoon, oboe, fl, ss, sops, key, acc, dm) von Fred Frith (g), Sally Potter (vcl), Phil Minton (tp, vcl), Georgie Born (b, cello) und Chris Cutler (dm) begleitet. Mit Maggie Nicols (vcl) und Joëlle Léandre (b) entstand die LP "Live At The Bastille" (Sync Pulse, 1982).

 

Von 1983 bis 1986 bildete sie mit Chris Cutler (dm, perc), Zeena Parkins (harp, acc, g) und Dagmar Krause (vcl) den Stamm der Formation News From Babel. Coopers nächste eigene Aufnahme hiess "Music From The Gold Diggers" (Sync Pulse, 1983).

 

Unter den vielen Musikerinnen und Musikern, die sie begleiteten, fanden sich in einzelnen Stücken auch Dave Holland (p), Lol Coxhill (ss) oder Marilyn Mazur (dm, perc, marimba). Die Kassette "The Small Screen, Music For Television" (Sync Pulse, 1984) enthielt kürzere Tracks, die für TV-Filme entstanden waren. Wiederum wurde Cooper von mehreren Musikerinnen und Musikern begleitet.


Für die Aufnahmen von "Music For Other Occasions" (No Man's Land und Sync Pulse, 1986) versammelte Linsay Cooper rund 20 bekannte Namen aus der New Yorker und Londoner Szene. Darunter befanden sich Chris Cutler (dm), Zeena Parkins (harp), Georgie Born (g, e-b, cello, e-p), Sally Potter (vcl), Kate Westbrook (vcl), Maggie Nicols (vcl), Elvira Plenar (p), Annemarie Roelofs (tb), John Harle (ss) und Alfred 23 Harth (ss).

 

Zu einem Teil der "No Man's Land"-Version gab's die Kassette "Outtakes For Other Occasions" (No Man's Land, 1986) mit Stücken, die Cooper grösstenteils solo für für verschiedene Filme aufgenommen hatte. Auf "An Angel On The Bridge" (ABC, 1991) wurde Cooper von Louise Johnson (harp), Michael Askill (perc) und Cathy Marsh (vcl) begleitet.

 

Musik für eine Tanz-Company erschien unter dem Titel "Schrödinger's Cat" (Femme und Line, 1991). Bei diesen Aufnahmen machten zudem noch Dean Brodrick (key, p, acc, bassoon), Peter Whyman (as, ss, bcl) und Stuart Jones (tp, cello, e-b) mit.       

 

Mit Sally Potter (vcl) erarbeitete sie für das Album "Oh Moscow" (Victo, 1991) Arbeiterinnenlieder aus dem 19. Jahrhundert und spielte diese live am Victoriaville Festival 1989 mit Potter, Alfred 23 Harth (sax, cl), Elvira Plenar (p, synth), Phil Minton (tp, vcl), Hugh Hopper (e-b) und Marilyn Mazur (dm) ein.

 

"Angels On The Edge Of Time" (Angelica, 2015) hiess eine viel später veröffentlichte Liveaufnahme eines Auftritts des Quartetts Lindsay Cooper (ss, bassoon), Fred Frith (g, radio), Gianni Gebbia (as, ss, bird calls) und Lars Holmmer (acc, melodica, key) am Angelica Festival in Italien im Mai 1992.

 

Für "Sahara Dust" (Intakt, 1993) wurde ein Text der australischen Schriftstellerin und Sängerin Robyn Archer verwendet. Mitmusiker waren Phil Minton (tp, vcl), Elvira Plenar (p, synth), Dean Brodrick (acc, bassoon, key), Paul Jayasinha (tp, cello, synth) und Robyn Schulkowsky (div perc).

 

Mit Alfred 23 Harth und Phil Minton gründete sie das Trio Trabant A Roma, das Liveaufnahmen von 1991 unter dem Titel "State of Volgograd" (FMP, 1994) herausbringen konnte. "Pia Matter" (Resurgence, 1997) war eine Duoaufnahme mit Charles Grey (synth, sampl).

 

Mitte der 1990er Jahre erkrankte Lindsay Cooper an Multipler Sklerose und wurde abeitsunfähig. Sally Potter organisierte für ihre Kollegin eine Sammlung. 1998 erschien das Doppelalbum "A View From The Bridge – Composed Works" (Impetus, 1998), das einen Überblick über das Schaffen von Cooper als Komponistin in den Jahren 1987 bis 1998 wiedergab.

 

Darauf fanden sich ihre "Concertos" für Fagott bzw. Sopransaxophon sowie Lieder und Ensemblekompositionen inklusive "An Angel On The Bridge". Minton, Jayashina, Brodrick, Schulkowsky, Veryan Weston (p), Maggie Nicols (vcl) und Ian Mitchell (bcl) führten 1999 unter dem Namen "Lindsay Cooper Song Project" diverse Songkompositionen von Cooper auf.

 

Linday Cooper starb am 18. September 2013 62-jährig. "Rarities Volumes 1 and 2" (ReR, 2014) hiess nachträglich eine Sammlung von Outtakes, bislang unveröffentlichtes oder äusserst rares Material dieser Musikerin. Gleichzeitig mit dem Erscheinen dieser Doppel-CD gaben Musiker von Henry Cow, News From Babel und Oh Moscow miteinander in England und Italien total drei Memorial-Konzerte.  


Sie ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen schottischen Bassisten, Cellisten und Tubaspieler Lindsay Cooper.                                               10/26

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