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Mauricio Kagel

  • musicmakermark
  • 28. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Argentinisch-deutscher Komponist, Dirigent, Librettist und Regisseur, geboren am 24. Dezember 1931 in Buenos Aires als Mauricio Raúl Kagel .Er stammte aus einer jüdischen Familie, die in den 1920er Jahren aus Russland geflohen war. Früh erhielt er privaten Instrumentalunterricht.


 

Er arbeitete in Buenos Aires als Filmkritiker, Korrepetitor und Dirigent. In den 1950er Jahren nahm er an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teil. 1957 reiste er mit seiner Frau, der Bildhauerin und Grafikerin Ursula Burghardt, mit einem Stipendium nach Deutschland.

 

Ab 1960 war er als Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen tätig. 1968 kam es im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Wolf Vostell und anderen zur Gründung des Labor e.V., der akustische und visuelle Ereignisse.

 

1969 wurde er zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule in Köln und, als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen, zum Leiter der Kölner Kurse für Neue Musik ernannt. Dort blieb er bis 1975. 1974 erhielt er an der Kölner Musikhochschule eine Professur für Musiktheater.

 

Kagel war Mitbegründer des Ensembles für Neue Musik in Köln und arbeitete in den elektronischen Studios von Köln, München und Utrecht. Er dirigierte viele seiner Werke selbst und war Regisseur und Produzent aller seiner Filme und Hörspiele.

 

Mauricio Kagel gilt als der wichtigste Vertreter des "Instrumentalen Theaters", einer Art ritualisierten Konzertakts, in den auch die sichtbaren Begleiterscheinungen des Musizierens (Mimik, Gestik, Aktionen) mit einbezogen werden.

 

Ein Beispiel seiner Musiktheaterwerke ist das 1971 in der Hamburgischen Staatsoper uraufgeführte Werk "Staatstheater", das aufgrund von Drohbriefen unter Polizeischutz dargeboten werden musste. Er entwickelte eigene Instrumente und Spieltechniken und schrieb orginelle Partituren.

 

Auch in Werken für den Konzertsaal spielte Theatralik und sichtbare Musik immer eine grosse Rolle. So stürzt der Solist im Konzertstück für Pauken und Orchester am Ende kopfüber in sein Instrument. Andere Werke bezogen Alltagsgegenstände und Geräusche mit ein.

 

Die Verwendung von Elektronik und Tonbänder, aber auch Verweise auf traditionelle Musik, waren für den Kosmos von Kagels Musik selbstverständlich. Mauricio Kagel schrieb Orchester-, Ensemble-, Vokal- und Bühnenwerke sowie Kammermusik und realisierte Instrumentaltheater, Hörspiele und Filme.

 

Sein Schaffen ist auf über 100 Schallplatten verewigt. Mauricio Kagel starb am 18. September 2008 im Alter von 76 Jahren in Köln.      04/26

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