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Mike Oldfield

  • musicmakermark
  • vor 14 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Englischer Komponist, Multiinstrumentalist und Bandleader, geboren am 15. Mai 1953 in Reading, Berkshire. Oldfield tingelte zuerst als Gitarrist durch die lokalen Folkclubs und hatte schon damals zwei 15-minütige Stücke im Repertoire, die eine Art Vorläufer zu seinen später Werken darstellten.



1967 gründete er mit seiner Schwester Sally Oldfield das Folkduo The Sallyangie, das mit "Children Of The Sun" (Transatlantic, 1968) ein Album und später mit "Two Ships" (Big T, 1969) und "Child Of Allah/Lady Go Lightly" (Philips, 1972) zwei Singles veröffentlichte.

 

Danach formierte Mike Oldfield mit seinem Bruder Terry Oldfield das mehr rock-orientierte Duo Barefoot. 1970 wurde Oldfield Mitglied der Gruppe The Whole World des früheren Soft Machine-Mitglieds Kevin Ayers.

 

Mike Oldfield machte als Bassist und Gitarristen bei den Aufnahmen der beiden Kevin Ayers-Alben "Shooting At The Moon" (Harvest, 1970) und "Whatevershebringswesing" (Harvest, 1972) mit. Zu jener Zeit war Oldfield auch Reservegitarrist bei der Londoner Version des Musicals "Hair" und Mitglied der Sensational Alex Harvey Band.

 

In der Band von Kevin Ayers hatte sich Oldfield mit dem Keyboarder und Komponisten David Bedford angefreundet, der ihn ermunterte, erste Versionen seines längeren Werkes "Tubular Bells" aufzunehmen. Mit den Demoversionen konnte er aber vorerst kein Label überzeugen.

 

Als Oldfield im September 1971 im The Manor Studio in London als Bassist für die Arthur Louis Band tätig war, spielte er das Demoband den beiden Toningenieuren Tom Newman und Simon Heyworth vor. Diese gingen damit zum Manor-Studio-Besitzer Richard Branson, der im Begriff war, mit "Virgin Records" ein eigenes Label aufzubauen.

 

Branson gab Oldfield eine Woche Zeit, um "Part 1" von "Tubular Bells" einzuspielen. Danach folgten über einen längeren Zeitraum die Aufnahmen zum "Part 2". Für das Instrumentalwerk spielte Oldfield 20 Spuren (div g, e-b, div key, vcl, mand, glockenspiel, perc, tubular bells) selber ein und legte sie übereinander.

 

Weitere beteiligte Musiker waren Lindsay L. Cooper (b), Mundy Ellis und Sally Oldfield (vcl), Jon Field (fl) sowie zwei Chöre. Die LP erschien am 25. Mai 1973 als erstes Album des neuen "Virgin"-Labels. Sie verkaufte sich weltweit rund 17 Millionen Mal und war in England während 279 Wochen in den Albumcharts, darunter auch mehrere Wochen auf Platz 1.

 

In den USA reichte es auf der Billboard 200-Liste zu Platz 3. David Bedford arrangierte das Werk anschliessend in eine Orchesterversion um. Sie wurde im September 1974 in der Royal Albert Hall in London vom Royal Philharmonic Orchestra unter Bedford aufgeführt.

 

Mike Oldfield und Steve Hillage von Gong machten als Gitarristen mit. Der Mitschnitt erschien unter dem Titel "The Orchestral Tubular Bells" (Virgin, 1975) und erreichte Platz 17 in den englischen Albumcharts. Später wurde die "Tubular Bells"-Reihe fortgesetzt.

 

Für "Tubular Bells II" (WEA, 1992) griff Oldfield Teile der Originalmelodien teilweise wieder auf, komponierte daraus neue Stücke, aber verwendete für die Aufnahmen ganz andere Instrumente. Die Wiederaufbereitung wurde in England mit Platz 1 in den Albumcharts belohnt.

 

"Tubular Bells III" (WEA, 1998) erschien 25 Jahre nach der Veröffentlichung der Original-LP und schaffte es in England auf Platz 4. Die Reihe wurde mit "The Millennium Bell" (WEA, 1999) fortgesetzt. In der Nacht der Jahrtausendwende trat Oldfield mit Tracks davon sowie älteren Stücke bei einem Gratiskonzert vor rund einer halben Million Zuschauern in Berlin auf.

 

Ein Mitschnitt des Auftritts wurde später als "Mike Oldfield The Art in Heaven Concert Live in Berlin" (Warner, 2000) in CD- und DVD-Form veröffentlicht. "The Best of Tubular Bells" (Virgin, 2001) enthielt Ausschnitte aus allen bisherigen "Tubular Bells"-Aufnahmen.

 

Zum 30. Geburtstag der Original-"Tubular Bells"-Aufnahme spielte Oldfield die Aufnahmen völlig neu ein und liess sie als "Tubular Bells 2003" (WEA, 2003) veröffentlichten. Die neue Version war auch Teil des 3-CD-Sets "The Complete Tubular Bells"  (WEA, 2003).

 

Dieses enthielt dazu auch die Originalversionen der "Tubular Bells"-Alben II und III. Von "Tubular Bells" waren auch Single-Versionen erschienen. Die USA-Version (Atlantic, 1974) mit zwei längeren Ausschitten vom Anfang bzw. Ende von "Part 1" wurde ohne das Wissen von Oldfield auf den Markt gebracht.

 

Die Single schoss erst dann auf Platz 7 der Billboard Hot 100, als das Anfangsthema im Film "The Exorcist" verwendet wurde. In England kam die Single-Version in Form eines Mixes verschiedener Melodien mit "Froggy Went A-Courting" als B-Seite unter dem Titel "Mike Oldfield's Single" (Virgin, 1974) heraus. Zu mehr als Platz 31 in den UK-Singlecharts reichte es nicht.

 

"Tubular Beats" (earMUSIC, 2013) enthielt Remixes der Original-Bänder, die York alias Torsten Stenzel in Zusammenarbeit mit Mike Oldfield realisieret hatte. Teilweise wurde das Ausgangsmaterial für die Remixes von Oldfield noch einmal neu eingespielt.

 

Nach der Veröffentlichung der Original-Version von "Tubular Bells" nahm Oldfield mit "Hergest Ridge" (Virgin, 1974) ein "Tubular Bells"-ähnliches Album mit zwei langen Teilen auf. Auch damit schaffte es Oldfield auf Platz 1 der UK-Albumcharts, ehe die LP ausgerechnet von "Tubular Bells" wieder verdrängt wurde.

 

Bedford arrangierte 1976 auch von "Hergest Ridge" eine Orchesterversion, die allerdings nie für eine Veröffentlichung eingespielt wurde. Auch das dritte Oldfield-Album "Ommadawn" (Virgin, 1975) bestand aus zwei längeren Teilen. Es kletterte bis auf Platz 4 der englischen Charts.

 

Die nächsten Alben gelangten zwar in Grossbritannien alle in die Top 30 der offiziellen Charts, konnten jedoch nicht mehr an "Tubular Bells" anknüpfen. Bei "Incantations" (Virgin, 1978) handelte es sich um eine Doppel-LP mit dem vierteiligen Titelstück.

 

"Exposed" (Virgin, 1979) war Oldfields einziges Livealbum. "Platinum" (Virgin, 1979) enthielt mehrere Stücke, darunter das vierteilige Titelstück auf der A-Seite. Eine Doppel-LP-Version erschien in den USA unter dem Titel "Airborn" (Virgin, 1979).

 

Diese enthielt das "Platinum"-Album auf den Seiten A und B, dazu eine Live-Version von "Part 1" von "Tubular Bells und eine Live/Studio-Version von "Incantations" auf den LP-Seiten C und D. Auf dem nächsten Album "QE2" (Virgin, 1980) war erstmals Maggie Reilly als Sängerin zu hören.

 

Zudem enthielt die LP Coverversionen von Songs von The Shadows und Abba. "Five Miles Out" (Virgin, 1982) und "Crises" (Virgin, 1983) waren britische Top-10-Alben.


 

Letzteres enthielt mit "Moonlight Shadow", gesungen von Maggie Reilly, und "Shadow On The Wall" mit der Stimme von Roger Chapman, zwei Singlehits. Vor allem "Moonlight Shadow" stand in vielen Ländercharts ganz zuoberst. In Grossbritannien resultierte Platz 4. "Shadow On The Wall" schafft es dort nur auf Platz 95.

 

Oldfield lud für dieses Album auch Jon Anderson von Yes als Volkalist ein. Auf späteren Alben waren Barry Palmer, Antia Hegerland, Bonnie Taylor, Max Bacon, Kevin Ayers, Nikki Bentley oder Adrian Belew zu hören.

 

"Discovery" (Virgin, 1984) war ein weiteres Top-15-Album. Der gleichzeitig entstandene und fünf Monate später veröffentlichte Soundtrack "The Killing Fields" (Virgin, 1984) kam knapp unter die 100 besten UK-Alben.

 

Weitere Alben wie "Islands" (Virgin, 1987), "Earth Moving" (Virgin, 1989) und "Amarok" (Virgin, 1990) schafften es knapp in die Top 50. "Heaven's Open" (Virgin, 1991), das letzte Album für "Virgin", tauchte nicht mehr in den englischen Albumcharts auf.

 

Nach dem erwähnten Comeback mit "Tubular Bells" II" erreichte Oldfield mit den Alben "The Songs of Distant Earth" (WEA, 1994), "Voyager" (WEA, 1996) und "Guitars" (WEA, 1999) Plätze zwischen 12 und 40 in den UK-Charts. "Tr3s Lunas" (WEA, 2002) verpasste eine Klassierung und "Light + Shade" (Mercury, 2005) kam nur gerade auf Platz 175.

 

"Music of The Spheres" (Universal und Mercury, 2008) war ein weiteres Top-10-Album. Es enthielt klassische Musik mit Lang Lang (p) als Solisten in sechs der 14 Tracks. Davon erschien auch eine Doppel-CD-Version mit der Studio- und einer Live-Version.

 

Sechs Jahre danach meldete sich Oldfield mit "Man On The Rocks" (Virgin, 2014) zurück. "The 1984 Suite" (Virgin, 2016) nannte sich ein weiteres Remixalbum. Sein letztes Studioalbum hiess "Return to Ommadawn" (Virgin, 2017).

 

Von Oldfield erschienen viele Compilations und Reissue-Pakete. "Elements Box" (Virgin, 1993) war vier CDs stark und enthielt alle wichtigen Stücke aus der Anfangszeit von Oldfield bei "Virgin". Unter dem Titel "Classic Album Selection 1973–1980" (Mercury, 2012) wurden frühe Alben in Form eines 6-CD-Sets wiederveröffentlicht.

 

Spätere Alben wurden im Rahmen der 8-CD-Box "The Studio Albums 1992–2003" (Warner, 2014) und des 5-CD-Sets "Original Album Series" (Rhino und Warner, 2016) zusammengefasst.                  06/26

 

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