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Merle Haggard

Amerikanischer Country-Sänger/Songwriter, geboren am 6. April 1937 in Bakersfield, California. Seine Eltern und zwei Geschwister lebten in einem umgebauten Güterwagen. Sein Vater arbeitete für die Santa Fe Railroad und brachte ein regelmässiges Einkommen mit nach Hause. Bis kurz vor Merles Geburt hatte die Familie in Oklahoma gelebt.

 

Als Merle neun Jahre alt war, starb sein Vater. Während seine Mutter arbeitete, um die Familie zu ernähren, wurde Haggard bei Verwandten untergebracht. Mit zehn Jahren riss er das erste Mal von zu Hause aus. Auf einem Güterzug ging es Richtung Norden. Mit zwölf Jahren brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei.



Er begann mit dem Nachspielen von Stücken Bob Wills und Hank Williams, später begeisterte er sich für die Musik von Lefty Frizzell. Mehrere Jahre lang spielte er fast ausnahmslos Frizells Songs und adaptierte nach und nach dessen Stil. Seine ersten bezahlten Auftritte hatte er 1951 in Modesto.

 

Zusammen mit einem Freund spielte er für fünf Dollar am Abend. In diesen Jahren kam Haggard regelmässig mit dem Gesetz in Konflikt und wurde wiederholt in Jugendgefängnisse und Besserungsanstalten eingewiesen. Dazwischen schlug er sich mit kleineren Jobs durch. Er war Koch und Lastwagenfahrer und er machte Musik.

 

1953 gab sein Idol Lefty Frizzell ein Konzert in Bakersfield. Merle schaffte es, ihm einige Songs vorzuspielen. Frizell war so beeindruckt, dass Haggard an diesem Abend gemeinsam mit ihm auftreten durfte. 1957 wurde Merle Haggard bei einem Einbruch erwischt und verbrachte die nachfolgenden drei Jahre im Gefängnis San Quentin.

 

In seine Zeit in San Quentin fiel im Januar 1958 auch das Konzert von Johnny Cash für die Insassen. Allerdings handelte es sich nicht um jenen Auftritt, dessen Mitschnitt auf der LP "At San Quentin" (Columbia, 1969) veröffentlicht wurde. Beeindruckt von Cash und seiner Musik startete Haggard im Anschluss an die Haftstrafe seine Musikerkarriere.

 

Mit "I'm A Lonesome Fugitive" (Capitol, 1966) vom dritten, gleichnamigen Album, hatte Haggard seinen ersten Nummer-1-Hit in den US-Country-Single-Charts. Die Erfolge hielten an bis Mitte der 1980er Jahre an. Seine grössten Hits waren "If We Make It Through December" (Capitol, 1973) und sein Duett mit Willie Nelson, bei dem sie Townes Van Zandts "Pancho And Lefty" (Tomato, 1983) interpretierten.

 

Insgesamt hatte Haggard in seiner Karriere 38 Nummer-1-Hits in den Country-Charts, seinen letzten mit "Twinkle, Twinkle Lucky Star" (Epic, 1987). "Strangers" (Capitol, 1965) hatte sein erstes Album geheissen. Es kam auf Platz 9 der Country-Album-Charts. Der Zweitling "Swinging Doors" (Capitol, 1966) war Haggards erstes von 15 Nummer-1-Alben.

 

Von Haggard erschienen im Laufe der Jahre 66 Studio- und acht Livealben. Darunter waren fünf Alben mit der Gruppe The Strangers, gemeinsame Alben mit Bonnie Owens, George Jones, Willie Nelson, Leona Williams und Ray Price. Vier Gospel- und drei Weihnachtsalben runden diese Bilanz ab.

 

Unter den 26 offiziellen Compilations fand sich mit "The Best Of The Best" (Capitol, 1972) ein weiteres Nummer-1-Album. In den 1990er Jahren geriet Haggard etwas in Vergessenheit. In jener Zeit konnte er nur noch drei Alben für kleinere Labels einspielen. Mit "If I Could Only Fly" (Anti-, 2000) und "Roots Vol. 1" (Anti-, 2001) rief sich Haggard dann wieder in Erinnerung.

 

Letzteres hatte ein ähnliches Marketing-Konzept wie Johnny Cashs "American Recordings" und zielte nicht auf die Mainstream-Countrycharts, sondern auf ein Publikum, das sich eher an Independent-Musik orientiert. Als Gitarrist auf diesen beiden "Anti-"-Alben war Norman Stephens, der frühere Mitmusiker von Haggards Vorbild Lefty Frizzell zu hören.

 

Auf "Roots Vol. 1" fanden sich zudem fünf Songs von Frizzell. Danach folgten bis 2007 einige weitere Alben. Im November 2008 musste Haggard sich einer Operation unterziehen, da Ärzte einen bösartigen Tumor in seiner Lunge entdeckt hatten und diesen entfernen mussten.

 

Anfang 2010 unterschrieb Haggard einen neuen Schallplattenvertrag. Danach folgten mit "I Am What I Am" (Vanguard, 2010) und "Working in Tennessee" (Vanguard, 2011). Mit "Django & Jimmie" (Legacy, 2015), einem Duett-Album mit Willie Nelson, tauchte Haggard dann wieder auf. Damit kamen die beiden Altstars auf Platz 1 der Country-Hitparade und auf Platz 7 der Billboard 200.

 

Merle Haggard starb am 6. April 2016 an den Folgen seiner Krankheit in Palo Cedro, California, genau an seinem 79. Geburtstag. Neben den 26 offiziellen erschienen von Haggards Schaffen fast 300 weitere Compilations oder üppige Reissue-Pakete. "Untamed Hawk" (Bear Family, 1995) enthielt Haggards auf fünf CDs seine kompletten Einspielungen für die Labels "Tally" und "Capitol" von 1962 bis 1968, abgesehen von einem Doppelalbum mit Jimmie Rodgers-Songs von 1968.

 

Dieses und anderes Material wurden unter dem Titel "Concepts, Live... 1968-76" (Bear Family, 2008) im Rahmen eines 6-CD-Sets wieder veröffentlicht. Das Set bestand zudem aus der Bob Wills-Tribute-LP von 1970, für die Merle Haggard viele Mitglieder von Bob Wills' ehemaligen Texas Playboys wieder zusammenbrachte.

 

Dabei in diesem Set waren auch drei weitere Live-Alben, darunter eine der bestverkauften Country-LPs aller Zeiten, "Okie From Muskogee – Live In Muskogee, Oklahoma". Dazu kam das Gospelprojekt "Land Of Many Churches". Die Box enthielt auch alle Instrumentaleinspielungen der Strangers, sämtliche Songs ihrer fünf Alben und viele bislang unveröffentlichte Aufnahmen.

 

Dazwischen enthielt "Down Every Road (1962-1994)" (Capitol, 1996) 100 Songs aus seiner ganzen Zeit bei "Capitol. "Hag: The Studio Recordings 1969-1976" (Bear Family, 2007) hiess ein 6-CD-Set, das nur sieben Jahre seines Schaffens für das Label "Capitol" abdeckte. Das 4-CD-Set "The Troubadour" (Bear Family, 2012) bestand aus Aufnahmen für "MCA Records" in den Jahren 1976 bis 1981.

 

"5 Classic Albums" (Capitol Nashville, 2013) hatte die frühen Alben bei "Capitol" zum Inhalt. "The Epic Years" (Epic und Legacy, 2013) umfasste auf vier CDs Songs seiner Alben für "Epic" in den 1980er Jahren.

 

Merle Haggard gehört mit Buck Owens und Dwight Yoakam zu den wichtigsten Vertretern des sogenannten Bakersfield-Sounds, benannt nach der Stadt Bakersfield, California, 150 nordöstlich von Los Angeles. Bakersfield wurde in den 1960er Jahren ein wichtiges Zentrum der Country-Musik.

 

Der härtere und klarere Sound und die simplen Arrangements hoben sich deutlich von dem in dieser Zeit vorherrschenden weicheren Nashville Sound ab. Danach wurde Nashville wieder Zentrum der Country-Music.

 

Unter dem Gruppennamen Bryan And The Haggard spielte der Jazzsaxophonist Bryan Murray mit "Pretend It's The End Of The World" (Hot Cup, 2010) und "Merles Just Want To Have Fun" (Feeding Tube und Northern Spy, 2013) zwei Alben mit schrägen Jazz-Coverversionen von Merle Haggard-Songs ein.                             02/24

 

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