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Milton Babbitt

musicmakermark
vor 22 Minuten
2 Min. Lesezeit

Amerikanischer Komponist, Musiktheoretiker und Mathematiker, geboren am 10. Mai 1916 in Philadelphia, Pennsylvania. Er war einer der Pioniere der seriellen und elektronischen Musik und gilt als einer der einflussreichsten Komponisten und Kompositionslehrer der USA.


 

Er wuchs in Jackson, Mississippi, auf und lernte als Kind Violine. Als Klarinettist und Saxophonist spielte er nach der High School in Jazz-Ensembles. 1931 begann er ein Mathematikstudium an der University of Pennsylvania und wechselte später zu Musik an die New York University, wo er bei Philip James and Marion Bauer studierte.

 

In New York lernte er den Komponisten Arnold Schönberg kennen, der ihn mit seiner Zwölftontechnik beeinflusste. Nach dem Bachelor of Arts im Jahre 1935 nahm Babbitt privaten Kompositionsunterricht bei Roger Sessions, den er ab 1938 bei ihm an der Princeton University fortsetzte. 1942 erwarb er einen Master of Fine Arts.

 

Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges arbeitete er als Mathematikprofessor an der Princeton University. Er definierte als erster die serielle Musik und trug entscheidend zur Entstehung des akademischen Faches Musiktheorie bei.

 

Ab 1950 wirkte er an der Entwicklung eines der ersten Synthesizers, des Mark II, mit. 1959 war er einer der Gründer und der Direktor des Columbia-Princeton Electronic Music Studio.

 

Milton Babbitt schrieb Kammermusik und Orchesterkompositionen, dazu elektronische Stücke. Zum Teil kombinierte er konventionelle Instrumente und Elektronik miteinander. Er schrieb das Stück "All Set" (1957), das von  Gunther Schuller und George Russell für deren Third Stream-LP "Modern Jazz Concert" (Columbia, 1958) übernommen wurde.

 

Babbitt unterrichtete an verschiedenen Universitäten, ab 1960 an der Princeton University und ab 1973 an der Juilliard School of Music. Zu seinen Schülern gehörten Mario Davidovsky, John Eaton, Stanley Jordan, Laura Karpman, Donald Martino, Tobias Picker, Anton Rovner und Stephen Sondheim.

 

Seinen Doktortitel bekam er in Princeton erst im Jahre 1992, nachdem dort 1946 seine Dissertation über das Zwölftonsystem moderner Komponisten noch zurückgewiesen wurde.

 

Von Babbitt erschienen über seinen Tod hinaus viele Schallplatten mit dessen Werken. Auf den meisten wurden seine Kompositionen Stücken anderer Komponisten gegenübergestellt. Einige wenige Schallplatten enthielten nur Babbitt-Werke.

 

Darunter befand sich die LP "Piano Works" (Harmonia Mundi, 1986) mit Robert Taub (p) als Interpreten. "Concerto For Piano And Orchestra/The Head Of The Bed" (New World, 1987) enthielt ein Orchester- und ein Kammermusikstück.

 

"Sextets/The Joy Of More Sextets" (New World, 1988) bestand entgegen dem Titel aus zwei längeren Duowerken von Babbitt, gespielt von Rolf Schulte (vio) und Alan Feinberg (p). Schlicht "Milton Babbitt" hiess eine Aufnahme (Composers Recordings Inc., 1988) mit Kompositionen für Kammerensemble oder Solopiano.

 

Auf der Doppel-CD "Soli E Duettini" (Koch International Classics, 1996) sind auf CD 1 Musiker der von den Komponisten Harvey Sollberger und Charles Wuorinen gegründeten und geleiteten Group For Contemporary Music in diversen Stücken von Babbitt zu hören.

 

CD 2 umfasst eine Lesung von Milton Babbitt über seine Rolle als amerikanischer Komponist. CD 1 wurde später (Naxos, 2006) einzeln wiederveröffentlicht. Auf "Occasional Variations" (Tzadik, 2003) fanden sich seine Kompositionen "String Quartet No. 2" (1523), "String Quartet No. 6" (1993) und "Composition For Guitar" (1984).

 

Dazu kam das aus elektronischer Musik bestehende Titelstück, das Babbitt zwischen 1968 und 1971 auf dem RCA Mark II Sound Synthesizer eingespielt hatte. Milton Babbitt starb am 29. Januar 2011 in Princeton, New Jersey, 94-jährig.                                             09/26

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