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Soundgarden

musicmakermark
12. Sept.
4 Min. Lesezeit

Amerikanische Grunge und Alternative Rock-Band, gegründet 1984 in Seattle, Washington. Ihre Wurzeln hatte die Gruppe im Bundesstaat Illinois. Die drei Schulfreunde Kim Thayil (g), Hiro Yamamoto (e-b) und Bruce Pavitt beschlossen, nach dem Abschluss der High School nach Olympia, Washington, zu ziehen, um dort weiter zu studieren.


 

Dort gerieten die drei schnell in die lokale Underground-Szene. Pavitt gründete ein Fanzine und später das wegweisende Label "Sub Pop". Yamamoto spielte in mehreren Cover-Bands, eher er sich 1984 mit seinem Zimmerkollegen Chris Cornell (vcl), der sich in diversen Bands als Drummer versucht hatte, zusammentat.

 

Kurz danach stiess Thayil dazu. Die Gruppe mit Scott Sundquist (dm) nannte sich - nach einer Skulptur, die in Seattle stand - Soundgarden. 1986 wurde Sundquist durch Mat Cameron abgelöst. Die ersten Sporen verdiente sich das Quartett in lokalen Clubs ab. 1987 wurde Soundgarden von "Sub Pop" unter Vertrag genommen.

 

Dort erschienen im selben Jahr die 12"-/Kassetten-EP "Screaming Life", aus der mit "Hunted Down/Nothing To Say" auch eine Single ausgekoppelt wurde. Nach der zweiten EP "Fopp" (Sub Pop, 1988) erhielt die Gruppe mehrere Angebote. Anstatt zu einem Major zu gehen, entschied sich Soundgarden für "SST".

 

Dort kam das erste Album "Ultramega OK" (1988) heraus. Es schaffte zwar den Sprung in die Charts nicht, bekam aber so gute Kritiken, sodass Soundgarden für ihr zweites Album "Louder Than Love" (A&M, 1989) trotzdem zu einem Major-Label wechselte. Mit Platz 108 in den Billboard 200 resultierte ein erster Chartserfolg.

 

Danach stieg Yamamoto aus, um seine Studien voranzutreiben. Er wurde zuerst durch den Ex-Nirvana-Mann Jason Everman (e-b) und Anfang 1990 durch Ben Shepherd (e-b) von Episode ersetzt. 1990 veröffentlichte "Sub Pop" die beiden EPs "Screaming Life" und "Fopp" auf einer CD noch einmal.

 

Vom dritten Soundgarden-Album "Badmotorfinger" (A&M, 1991), eingespielt mit Hilfe von Gastmusikern, erwartete man den Durchbruch der Gruppe. Tatsächlich wurden davon allein in den USA 2 Millionen Exemplare verkauft. Dafür gab's aber nur Platz 39 in den Billboard 200, gleich wie in den britischen Charts.

 

Im selben Monat war Nirvanas Hitalbum "Nevermind" (DGC, 1991) erschienen, das zwar das Soundgarden-Album etwas in den Schatten stellte, beim Verkauf aber trotzdem nachhalf.


1990 taten sich Cornell und Cameron mit Stone Gossard (g) und Jeff Ament (e-b) von Mother Love Bone sowie mit Mike McCready (g) von Shadow zur Formation Temple Of The Dog zusammen, um ein gleichnamiges Tribute-Album (A&M, 1991) für den wegen Drogen verstorbenen Mother Love Bone-Sänger Andrew Wood einzuspielen.

 

Als Background-Sänger war bei dieser Session auch Eddie Vedder (vcl) dabei. Kurz danach gründeten Vedder, McCready, Gossard und Ament mit David Krusen als erstem von vielen Schlagzeugern Pearl Jam. Den eigentlichen Durchbruch schaffte Soundgarden erst mit "Superunknown" (A&M, 1994).

 

Das Album klettere in den Billboard 200 sowie in Australien und in Kanada auf Platz 1, in Grossbritannien auf Platz 4, und verkaufte sich über 3 Millionen Mal. Die Band bekam dafür zwei Grammys. Mit "Black Hole Sun" enthielt das Album zudem die meistverkaufte Single der Band. Das Nachfolgealbum von "Superunkknown" hiess "Down On The Upside" (A&M, 1996).

 

Es verkaufte sich in den USA eine Million Mal, was zu Platz 2 in den Billboard 200 reichte. In vielen anderen Ländercharts resultierten ebenfalls Top-10-Plätze. Die Band war einer der Headliner der sechsten "Lollapalooza"-Tour, ging als Headliner noch einmal auf Tournee durch die USA und löste sich am 9. April 1997 auf.

 

Mit "A-Sides" (Mercury, 1997) erschien nachträglich eine Compilation mit Single-Tracks. Matt Cameron wechselte 1997 zu Pearl Jam und ersetzte dort Jack Irons, der aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Am 1. Januar 2010 gab Soundgarden nach 13 Jahren Unterbruch die Reunion bekannt.

 

"Telephantasm" (A&M, 2010) war vorerst eine Compilation mit bekannten Hits und rarem Material. Das Album enthielt mit "Guitar Hero: Warriors of Rock" auch ein Video-Game. Von dieser Compilation kam auch eine 2-CD/1-DVD-Version heraus. Auch "Live On I-5" (A&M, 2011) bestand aus Liveaufnahmen von 1996, kurz bevor sich die Band erstmals aufgelöst hatte.

 

Soundchecks von diesem Konzert kamen unter dem Titel "Before The Doors: Live on I-5T (A&M, 2011) in Form einer 10"-EP heraus. Die 5-CD-Box "The Classic Album Selection" (A&M, 2012) enthielt mit Ausnahme von "Ultramega OK" alle Studio-Alben. Dafür wurde die Konzertaufnahme "Live On I-5" beigelegt.

 

"King Animal" (2012) war das erste Studioalbum nach der Reunion von 2010, eingespielt vom Quartett Chris Cornell (vcl, g), Kim Thayil (g), Ben Sheperd (e-b) und Matt Cameron (dm). Chartsmässig schaute Platz 5 in den Billboard 200 und Platz 21 in den UK-Charts heraus.

 

"Echo of Miles: Scattered Tracks Across The Path" (A&M, 2014) hiess eine drei CD starke Raritäten-Sammlung mit Single-B-Seiten, Demotracks, Livesongs sowie Beiträgen für Compilations oder EPs.


"Superunknown: The Singles" (A&M, 2014) nannte sich ein Set mit fünf 10-EPs. "Live From The Artists Den" (Universal, 2019) war ein weiteres Livealbum, aufgezeichnet im Februar 2013 und herausgebracht als Doppel-CD, 4-LP-Set oder auf einer Blu-ray.

 

Shepherd und Cameron hatten sich zu Beginn der 1990er Jahre mit Alan Davis (e-b) und John McCain (g) zum Soundgarden-Seitenprojekt Hater zusammengetan. Von Hater erschien vorerst eine gleichnamige CD (A&M, 1993). Später existierte die Band weiter und gab mit "2nd" (Burn, Burn, Burn, 2005) eine zweite Aufnahme heraus.

 

Chris Cornell nahm eine Reihe von Aufnahmen unter dem eigenem Namen auf. Er schloss sich nach dem Abgang von Zack de la Rocha (vcl) den verbliebenen Rage Against The Machine-Mitgliedern Tom Morello (g), Tim Commerford (e-b) und Brad Wilk (dm) an.

 

Nach einigem Zögern beschlossen die vier Musiker, diese Band nicht mehr als Rage Against The Machine, sondern unter dem Namen Audioslave weiterzuführen. Chris Cornell starb am 18. Mai 2017 in Detroit, Michigan. Er hatte sich nach einem Konzert mit Soundgarden in seinem Hotelzimmer erhängt.                                   09/26

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