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Stefano Scodanibbio

musicmakermark
vor 43 Minuten
3 Min. Lesezeit

Italienischer Komponist und Kontrabass-Spieler, geboren am 18. Juni 1956 in Macerata. Er galt als einer der bedeutendsten Kontrabassisten der Gegenwarts-Musik. Durch neu entwickelte Techniken erweiterte er die Möglichkeiten des Instruments in einem vorher nicht für möglich gehaltenen Ausmss sowohl hinsichtlich der Tonhöhe als auch der Klangfarben.


 

Komponisten wie Sylvano Bussotti, Franco Donatoni, Julio Estrada, Brian Ferneyhough, Fred Frith, Vinko Globokar, Salvatore Sciarrino und Iannis Xenakis schrieben Werke für ihn. Lange arbeitete er mit den Komponisten Giacinto Scelsi und Luigi Nono zusammen.

 

Luciano Berios "Sequenza XIV" übersetzte er 2002 vom Cello auf den Kontrabass. Er trat regelmässig in Duos mit Rohan de Saram, Terry Riley und Markus Stockhausen auf. Grosse Aufmerksamkeit fanden auch seine Auftritte mit dem experimentellen Dichter Edoardo Sanguineti.

 

1983 gründete er in seinem Geburtsort das Rassegna di Nuova Musica, ein Festival für zeitgenössische Musik, das er leitete. Ab 1996 unterrichtete er Kontrabass bei den Ferienkursen für neue Musik in Darmstadt. Erste Aufnahmen von Scodanibbio als Interpret erschienen auf einer titellosen Aufnahme (Edipan, 1987).

 

Darauf interpretierte er Werke für Solo-Kontrabasss von Tonio Tesei, Fernando Mencherini, Joanne Maria Pini, Arduina Gottardo, Fausto Razzi und Giancarlo Schiaffini. Werke von Julio Estrada waren auf der CD "Chamber Music For Strings" (Montaigne, 1995) zu hören und zwar solche für Soloinstrumente, Streichduo und Streichquartet, gespielt vom Arditti String Quartet, deren Mitglieder oder von Scodanibbio.

 

Werke von Terry Riley und Scodanibbio wurden unter den Titeln "Lazy Afternoon Among The Crocodiles" (AIAI, 1997) und und "Diamond Fiddle Language" (Wergo, 2005) zugänglich gemacht. Die Komponisten traten gleichzeitig auch als Instrumentalisten auf, wobei Riley an Synthesizern zu hören war.

 

"Voyage That Never Ends" (New Albion, 1998) und "Geografia Amorosa" (Col Legno, 2000) bestanden aus Solowerken von Scodanibbio, die er selber einspielte. "Six Duos" (New Albion, 2001) zeigt die vier Streicher Irvine Arditti (vio), Dov Scheindlin (viola), Rohan de Saram (cello) und Stefano Scodanibbio (b) in verschiedenen Duo-Kombinationen mit Duostücken von Scodanibbio.


Auf "My New Address" (Stradivarius, 2004) fanden sich Werke von Scodanibbio für ein kleines Kammerensemble. Michael Kiedaisch (dm, g), Stefano Scodanibbio (b) und Michael Svoboda (tb) waren die Interpreten von Solo- bis Triostücken von Giacinto Scelsi auf der CD "Suono Rotondo" (Wergo, 2005). Stefano Scodanibbio warr als Mitglied von grösseren oder kleineren Ensembles zu hören, die Werke von John Cage oder  Mauricio Sotelo interpretierten.

 

Mit Thollem McDonas (p) nahm Scodanibbio frei improvisierend "On Debussy's Piano And..." (Die Schachtel, 2010) auf. "Oltracuidansa" (Mode,  2010) bestand aus einem fast stündigen Werk von und mit Scodanibbio für Kontrabass und ein Acht-Kanal-Tonband. "Spaces & Spheres" (Wergo, 2013) zeigt Scodanibbio 2008 live zusammen mit den Improvisatoren Markus Stockhausen (tp, flh), Tara Bouman (cl, bcl), Fabrizio Ottaviucci (p) und Mark Nauseef (dm, perc).

 

Auf "Reinventions" (ECM New Series, 2013) spielte das Quartetto Prometeo Stücke, die Stefano Scodanibbio inspiriert von Bach sowie spanischen und mexikanischer Musik geschrieben bzw. arrangiert hatte. Der Mitschnitt eines Auftritts mit dem Free Improv/Black Music-Bassisten William Parker an einem Festival 2008 in Italien erschien als Titel "Bass Duo" (Centering, 2017).

 

Auf der CD "Dark Queen Mantra" (Sono Luminus, 2017) spielt das Del Sol String Quartet, teilweise mit Gyan Riley (g), Werke von Terry Riley und Stefano Scodanibbio.

 

2010 hatten Scodanibbio und Daniele Roccato das Kontrabass-Ensemble Ludus Gravis gegründet, dem als weitere Mitglieder Stefano Battaglia, Maurizio Bucci, Paolo Di Gironimo, Simone Masina, Andrea Passini, Giacomo Piermatti, Francesco Platoni und Alessandro Schillaci angehörten.

 

Aufnahmen davon erschienen lange nach Scodanibbio Tod. Es war dies die CD "Alisei" (ECM New Series, 2018). Auf "Works For Double Bass" (Wergo, 2020) mit Werken von Hans Werner Henze war Ludus Gravis nur mit einem Stück zu hören.

 

Stefano Scodanibbio starb am 8. Januar 2012 im Alter von 55 Jahren in Cuernavaca. Auf "Il Nuovo Contrabbasso Italiano" (Stradivarius, 2021) spielte Dario Calderone neben Werken von Giacinto Scelsi, Franco Donatoni und Salvatore Sciarrino auch eines von Stefano Scodanibbio sowie einen Teil von "Sequenza", dem gemeinsamen Werk von Scodanibbio mit Luciano Berio.  

 

Das Arditti Quartet nahm sich für "String Quartets" (Kairos, 2022) seiner Streichquartette "Visas" (1985/1987), "Altri Visas" (2000) und "Mas Lugares (Su Madrigali Di Monteverdi) − A Luciano Berio" (2003) an.       09/26

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