Der amerikanische Pianist und Bandleader Uri Caine widmete einen Grossteil seiner musikalischen Tätigkeit der Musik von klassischen Komponisten. Er interpretierte siebenjährig die ersten klassischen Stücke. Als Musikstudent begleitete er klassische Sänger oder trat mit einem E-Musik-Repertoire auf.
Wichtig für ihn war sein Zusammentreffen mit dem Komponisten George Rochberg, einem Vorreiter der seriellen Musik. Neben seinem Komposition-Studium bei Rochberg und George Crumb an der University of Pennsylvania, spielte er, der inzwischen auch den Jazz entdeckt hatte, in lokalen Jazzclubs.
Die meisten seiner Aufnahmen mit Werken klassischer Musik nahm er mit Jazzmusikern auf. Die erste war "Urlicht/Primal Light" (Winter & Winter, 1997). Darauf interpretierte er mit Hilfe von Begleitern Musik von Gustav Mahler (1860-1911).
Seine Mitmusiker waren Don Byron (cl), Dave Binney (ss), Dave Douglas (tp), Josh Roseman (tb), DJ Olive (tt), Danny Blume (g, elect), Larry Gold (cello), Mark Feldman (vio), Arto Lindsay und Dean Bowman (vcl), Michael Formanek (b), Joey Baron (dm) und Aaron Bensoussan (hand-dm)
Das Mahler-Projekt wurde in leicht veränderter Besetzung auch live aufgeführt. Ein Mitschnitt vom Gustav Mahler-Festival in Toblach erschien unter dem Titel "Mahler In Toblach/I Went Out This Morning Over The Countryside" (Winter & Winter, 1999) auf einer Doppel-CD.
Für "Wagner e Venezia" (Winter & Winter, 1997) nahm sich Caine der Musik von Richard Wagner (1813-1883) an. Dabei wurde Uri Caine von Mark Feldman (vio), Drew Gress (b), Erik Friedlander (cello), Joyce Hamman (vio) und Dominik Cortese (acc) begleitet.
Nach Mahler und Wagner widmete sich Caine mit seinem Ensemble auf "Love Fugue: Robert Schumann" (Winter & Winter, 2000) dem Komponisten Robert Schumann (1810-1856). Begleitet wurde er bei der Umsetzung von Schumanns "Dichterliebe"-Zyklus von David Gilmore (g), Federica Valli (p), Mariko Takahashi (narr), Mark Ledford (vcl) und David Moss (vcl).
Zwischen den Stücken intonierte das Streichquartett La Gaia Scienza die vier Sätze von Schumanns "Piano Quartet, op 47". Als nächstes kam noch im selben Jahr Johann Sebastian Bach (1685-1750) und seine "Goldberg Variations" (Winter & Winter, 2000) an der Reihe. Auf dieser Doppel-CD mit total 72 Tracks wurde Caine von einer ganzen Reihe von Musikern, Musikerinnen und Ensembles unterstützt.
Als nächstes nahm sich Uri Caine die "Diabelli"-Variationen von Ludwig van Beethoven (1770-1827) vor. Diese 34 Variationen wurden von Caine zusammen mit dem Orchester Concerto Köln eingespielt und erschienen unter dem Titel "Diabelli Variations" (Winter & Winter, 2002).
Auf "Dark Flame" (Winter & Winter, 2003) widmete sich Caine erneut Gustav Mahler und seinen Liedern. Das Album entstand mit Hilfe des Kettwiger Bach Chors sowie mit Shulamith Caine, Julie Paton, Sadiq Bey, Sepp Bierbichler, Aaron Bensoussan, Tong Qiang Chen und Barbara Walker (vcl).
Dazu kamen Mark Feldman (vio), Ralph Alessi (tp), Don Byron (cl), David Gilmore (g), DJ Olive (tt), Michael Formanek (b) und Jim Black (dm) sowie Sissi Chen, Tao Chen, Bao-Li Zhang und Yi Zhou (eastern instr).
Im Mozart-Jahr 2006 war Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) an der Reihe. "Plays Mozart" (Winter & Winter, 2006) hiess ein Album mit Joyce Hammann (vio), Chris Speed (cl), Ralph Alessi (tp), DJ Olive (tt) und Nguyên Lê (g), Drew Gress (b) und Jim Black (dm).
"The Classical Variations" (Winter & Winter, 2008) hiess eine Sammlung mit Ausschnitten aus den vielen Klassik-Adaptionen von Caine. 11 der 20 Tracks wurden allerdings erstmals veröffentlicht. "The Othello Syndrome" (Winter & Winter, 2008) war Uri Caines Annäherung an Giuseppe Verdi (1813-1901), eingespielt mit vielen weiteren Musikerinnen und Musikern.
Mit dem Arditti Quartet nahm Caine für "Twelve Caprices" (Winter & Winter, 2010) eigene Werke im Stile der zeitgenössischen Musik auf. Später folgte in Zusammenarbeit mit dem Lutoslawski Quartet eine ähnliche Aufnahme, die "Space Kiss" (816 Music, 2017) hiess.
Bei "The Drummer Boy" (Winter & Winter, 2011) handelte es sich um eine Compilation mit Stücken aus den Aufnahmen mit Musik von Gustav Mahler. "Rhapsody In Blue" (Winter & Winter, 2013) war Caines Widmung an George Gershwin (1898-1937).
Eingespielt wurde sie mit Ralph Alessi (tp), Chris Speed (ts, cl), Joyce Hammann (vio), Theo Bleckman (vcl), Mark Helias (b) und Jim Black (dm). Auf "The Spirio Sessions" (Steinway & Sons, 2016) fanden sich Duoaufnahmen mit Jenny Lin (p). Dabei wurden Werke von Mozart, Scarlatti und Caine gespielt.
"The Brandenburg Project" (BIS, 2021) hiess eine 3-CD-Box des Royal Swedish Chamber Orchestras mit Werken von Bach, Olga Neuwirth, Brett Dean, Uri Caine, Mark-Anthony Turnage, Steven Mackey und Anders Hillborg. Von Caine stammte das halbstündige Werk "Hamsa" (2015). 04/26