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Wolfgang Rihm

  • musicmakermark
  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Deutscher Avantgarde-Komponist, Musikwissenschaftler und Essayist, geboren am  13. März 1952 in Karlsruhe. Er begann schon 11-jährig, angereg,t durch Begegnungen mit Malerei, Literatur und Musik, zu komponieren.


 

Während seiner Schulzeit am humanistischen Bismarck-Gymnasium studierte er von 1968 bis 1972 Komposition bei Eugen Werner Velte an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Er beschäftigte sich mit der Musik der Zweiten Wiener Schule.

 

Weitere Kompositionslehrer waren Wolfgang Fortner und Humphrey Searle. Parallel zum Abitur legte er 1972 das Staatsexamen in Komposition und Musiktheorie an der Musikhochschule ab. Es folgten Studien bei Karlheinz Stockhausen 1972/73 in Köln sowie von 1973 bis 1976 an der Hochschule für Musik Freiburg bei Klaus Huber (Komposition) und Hans Heinrich Eggebrecht (Musikwissenschaft).

 

Erste eigene Erfahrung als Dozent sammelte Rihm 1973 bis 1978 in Karlsruhe, ab 1978 bei den Darmstädter Ferienkursen, die er als "Schüler" ab 1970 besucht hatte, und 1981 an der Musikhochschule München. 1985 übernahm er als Nachfolger seines Lehrers Eugen Werner Velte den Lehrstuhl für Komposition an der Musikhochschule Karlsruhe.

 

Nach der Aufführung seines Orchesterstücks "Morphonie–Sektor IV" bei den Donaueschinger Musiktagen 1974 fand Wolfgang Rihm erstmals breite Anerkennung innerhalb des Musikbetriebs. Die Freie Universität Berlin würdigte ihn 1998 mit einer Ehrendoktorwürde. 2016 übernahm Rihm die künstlerische Gesamtleitung der von Pierre Boulez gegründeten Lucerne Festival Academy.

 

Stilistisch lassen sich grob drei Perioden im Schaffen von Rihm unterscheiden: Seine frühen Stücke knüpfen an eine Tradition an, die sich von den späten Instrumentalwerken Beethovens hin zu Schönberg, Berg und Webern spannt.

 

Ab den 1980er Jahren entwickelt sich ein ausdrucksknapper Stil. Klänge werden als Zeichen gedeutet, im Sinne einer neuen Erforschung musikalischer Semantik. Ab den 1990er Jahren erscheinen die beiden Positionen als These und Antithese zugespitzt.

 

Neben zahlreichen Kompositionen für kleinere Besetzungen und drei Sinfonien schreibt er Bühnenwerke. Aufgeführt wurde als erstes die Kammeroper "Faust und Yorick" (1976) und zwar mit einem Libretto von Frithjof Haas nach dem gleichnamigen Stück von Jean Tardieu.

 

Zwischen 1983 und 1986 folgte das fünfteilige Musiktheaterstück "Die Hamletmaschine" mit einem Libretto nach dem gleichnamigen Theaterstück. Danach erschien 1987 "Oedipus" nach bzw. mit Texten von Sophokles. 1992 brachte die Hamburger Staatsoper "Die Eroberung von Mexiko" auf die Bühne.

 

Wolfgang Rihms Musik wurde ab 1979 auf weit über 100 Schallplatten verewigt. Auf mehreren davon wurden seine Werke solchen anderer wichtiger zeitgenössischen Komponisten wie  Stockhausen, Cage oder Ligeti gegenübergestellt.

 

Wolfgang Rihm starb am 27. Juli 2024 im Alter von 72 Jahren in Ettlingen, Baden-Württemberg.                                                         04/26

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