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Burton Greene

  • musicmakermark
  • 2. Feb.
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Free Jazz/Free Improv-Pianist, Komponist und Bandleader geboren am 14. Juni 1937 in Chicago, Illinois. Seine Mutter war klassische Pianistin. Er studierte in Chicago von 1944 bis 1951 klassisches Musik an der Fine Arts Academy, dann von 1955 bis 1956 Modern Jazz bei Dick Marx.


 

In jener Zeit trat er mit Billy Green und Ira Sullivan auf. Er zog Anfang der 1960er Jahre nach New York City. Dort gehörte in den frühen 1960er Jahren zur Free Jazz Szene. Mit Alan Silva gründete er 1963 das Free Form Improvisation Ensemble.

 

In der Besetzung Gary William Friedman (as), Jon Winter (fl), Greene (p), Alan Silva (b) und Clarence Walker (dm) entstanden im April und Dezember 1964 die einzigen Aufnahmen. Diese wurden allerdings erst später unter dem Titel "The Free Form Improvisation Ensemble" (Cadence Jazz, 1998) erstmals öffentlich gemacht.

 

Von einer späteren Version dieser Formation mit Abdelhaï Bennani (ts), Alan Silva (synth), Greene und Chris Henderson (e-dm) erschien die Doppel-CD "Free Form Improvisation Ensemble 2013" (Improvising Beings, 2015).

 

Mit Marion Brown (as), Henry Grimes (b), Dave Grant oder Tom Price (dm) nahm er "Burton Greene Quartet" (ESP, 1966) auf. Das Album kam später mit 20 Minuten Interview-Material unter dem Titel "Bloom In The Commune" (ESP, 2007) noch einmal heraus.

 

Stücke des Quartetts Greene, Marion Brown, Reggie Johnson (b) und Rashied Ali (dm) von 1965 wurden auf der CD "Live At The Woodstock Playhouse 1965" (Porter, 2010) mit weiteren Aufnahmen aus jener Zeit herausgebracht. 

 

Anfang 1966 machte Burton Greene Aufnahmen als Mitglied von Gruppen um Albert Ayler (ts), die erst später auf CD 2 des 9-CD-Box-Sets "The Holy Ghost" (Revenant, 2004) herauskamen. 1965/66 arbeitete er im Trio mit Steve Tintweiss (b) und Tom Price oder Shelly Rusten (dm).

 

Mit letzterem wurde im Mai 1966 bei Auftritten in den USA die Live-LP "On Tour" (ESP, 1968) eingespielt. Mit Byard Lancaster (as, tp) als vierten Musiker nahmen Greene, Tintweiss und Rusten "Presenting Burton Greene" (Columbia, 1968) auf. Weitere Aufnahmen machte er damals mit Patty Waters, Gato Barbieri, Sam Rivers, Byard Lancaster, Archie Shepp, Sun Ra, Ran Blake oder Giuseppi Logan.

 

1969 ging er wie Alan Silva nach Europa, wo er als Komponist oder Begleiter von amerikanischen Musikern wie Paul Bley oder John Tchicai tätig war. Im Juni 1969 machte Greene in Paris Aufnahmen mit Arthur Jones (as), Jacques Coursil (tp), Beb Guerin und Diter Gewissler (b) sowie Claude Delcloo (dm).

 

Diese erschienen unter dem Titel "Aquariana" (BYG, 1969). In einem Track machte Didier Malherbe (fl, shenai) mit. Umgekehrt wurde Greene vom Gong-Mitglied Didier Malherbe zu den Aufnahmen der Gong-LP "Magick Brother" (BYG, 1969) eingeladen.

 

Auch auf einer LP von Jacques Coursil war Greene zu hören. Seine nächste eigene LP hiess "Célesphere" (Futura, 1970), aufgenommen im Duo mit Maarten Van Regteren Altena (b). Eine weitere Duo-LP hiess "Mountains" (Button Nose, 1971). Darauf war Tom Moore (fl, cello) sein musikalischer Partner. In der Folge konnte Greene bis Mitte der 1980er Jahre mehrere weitere Aufnahmen realisieren.

 

Als Narada Burton Greene veröffentlichte er die Solo-LPs "European Heritage" (Circle, 1978), "The Past Is Also The Future" (All Life, 1980) und "Zephyr (Compositions For Solo Harpsichord And Piano)" (Button-Nose, 1983) sowie dazwiscchen die Solo-Doppel-LP "It's All One" (Horo, 1978).

 

Vom Narada Burton Greene Trio mit Mark Miller (b) und Rob Peters (dm) kam "Structures" (Circle, 1978) heraus. Auf "Lady Bug Dance" ‎(Cat, 1980) und "Valencia Chocolate" (Cat, 1985) präsentierte er eine weitere Ausgabe seines Burton Greene Quartets. Dieses bestand nun aus unbekannteren Musikern.

 

Mit Jamalludin Bhartiya (sitar) und Daoud Amin (perc) spielte er ab 1973 als East West Trio. Auf den beiden Aufnahmen "East-West Trio" (Button-Nose, 1981) und "The Vienna Concert" (Button-Nose, 1983) spielte allerdings Glenn Hahn (perc) an Stelle von Amin.

 

In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war "Solo Orchestra In Real Time" (Nimbus West, 1989) die einzige Aufnahme unter seinem Namen. Es handelte sich um Soloaufnahmen auf dem Synthesizer.

 

Ab Anfang der 1990er Jahre leitete er in Holland die New-Klezmer-Gruppe Klezmokum, von der mehrere Aufnahmen erschienen. Aus Klezmokum heraus bildeten sich die Gruppen The Klez'Thetics und Klez-Edge.

 

Ab Ende der 1990er Jahre kam Burton Greene auch in den USA zu vielen neuen Schallplattenaufnahmen. "Shades Of Greene" (Cadence Jazz, 1998) war eine weitere Soloaufnahme. "Thropics" (CIMP/Cadence, 1999) hiess eine Trioaufnahme mit Wilber Morris (b) und Lou Grassi (dm).

 

"Detroit Meets Chicago - Live In Hollywood" und "Detroit Meets Chicago - Back To It" (beide Hum Ha, 2000) zeigten Greene im Duo mit Kenny Millions (sax, cl). Beide Aufnahmen kamen in Form von CD-R auf den Markt. Mit Mark Dresser (b) ging er für die Aufnahmen von "Peace Beyond Conflict" (CIMP/Cadence, 2002) ins Studio.


In Holland entstand im November 2002 live in einem Studio die Solo-CD "Live At Grasland" (Drimala, 2004). Im selben Jahr erschien "Isms Out" (CIMP/Cadence, 2004), eine Quartettaufnahme mit Roy Campbell (tp), Adam Lane (b) und Lou Grassi (dm). "Ins And Out" (CIMP/Cadence, 2006) war eine Trioaufnahme mit Ed Schuller (b) und Gunter Schuller (dm).

 

Für "Signs Of The Times" (CIMP/Cadence, 2006) stiessen Paul Smoker (tp) und Ross Nolan (ss, ts, fl) zu diesem Trio. Danach folgte mit "Retrospective 1961-2005" (CIMP/Cadence, 2007) eine weitere Soloaufnahme.  Im Duo mit Perry Robinson (cl, div fl, ocarina) entstand "Two Voices In The Desert" (Tzadik, 2009).

 

"Parallel Worlds" (Long Song, 2012) hiess eine Duo-Aufnahme mit Alan Silva. Beide Musiker spielten Synthesizer. "Live At Kerrytown House" (No Business, 2012) war eine Doppel-LP oder CD mit solo eingespielten Liveaufnahmen vom 17. Oktober 2010, mitgeschnitten in Ann Arbor, Michigan.

 

"Burton's Time" (CIMP/Cadence, 2014) zeigt Burton in Begleitung von Reut Regev (tb), Michael Attias (sax), Adam Lane (b) und Igal Foni (dm). Diese Begleitgruppe trat auch als R * Time in Erscheinung.

 

Von Burton Greene als Solist sowie Leader bzw. Co-Leader von Bands wie Burton Greene/Roy Campbell Quartet, Burton Greene Ensemble, Burton Greene Quartet, Burton Greene Quintet, East-West Trio, Narada Burton Greene Trio und The Burton Greene Trio kamen über 50 Alben heraus.

 

Burton Greene starb am 28. June 2021 im Alter von 84 Jahren in Amsterdam.                                                                                 02/26

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