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Darius Milhaud

musicmakermark
vor 23 Stunden
3 Min. Lesezeit

Französischer Komponist, geboren am 4. September 1892. Er kam in Marseille zur Welt und wuchs in Aix-en-Provence auf. Milhaud stammte aus einer wohlhabenden, alteingesessenen jüdisch-provenzalischen Familie.


 

Die geografische wie religiöse Herkunft blieben nach eigenem Zeugnis für ihn sein Leben lang von starkem prägenden Einfluss. Seine systematische Musikerziehung begann im Alter von sieben Jahren mit Violinunterricht.

 

Erste eigene Kompositionen entstanden 1905. 1909 setzte er seine Violinstudien am Konservatorium in Paris fort, gab diese aber drei Jahre später zu Gunsten des Komponierens auf. Er studierte bei André Gedalge (Kontrapunkt, Komposition), Charles-Marie Widor (Komposition) und Vincent d’Indy (Dirigieren). In Gedalges Kursen lernte er unter anderem Arthur Honegger und Jacques Ibert kennen.

 

In dieser Zeit entstanden vor allem Lieder nach Gedichten zeitgenössischer französischer Dichter und eine erste Oper "La brebis égarée" (1910–1915). 1912 lernte er den Dichter Paul Claudel kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft und künstlerische Zusammenarbeit verband.

 

Als Claudel 1916 als französischer Botschafter nach Rio de Janeiro entsandt wurde, begleitete ihn Milhaud, vom Dienst im Ersten Weltkrieg befreit, als sein Attaché. Dort lernte er die brasilianische Folklore und Popularmusik kennen, die seine Musik stark beeinflussten.

 

1918 kehrte er nach Frankreich zurück. Er hatte Kontakt mit dem Kreis um Jean Cocteau und Erik Satie und gehörte zusammen mit Georges Auric (1899–1983), Louis Durey (1888–1979), Arthur Honegger (1892–1955), Francis Poulenc (1899–1963) und Germaine Tailleferre (1892–1983) zur Le Groupe des Six.

 

Seine Kompositionen brachten ihm erste Erfolge, aber auch Skandale ein. 1925 heiratete er seine Cousine Madeleine. 1939 arbeitete er mit Arthur Honegger und Roger Désormière zusammen und schrieb die Musik für einen Film von Raymond Bernard mit dem Titel "Cavalcade d´amour".

 

Der Film bestand aus drei Teilen, über leichtherzige Männer und die Spielarten der Liebe, die im Jahre 1430, 1830 und 1930 spielten. Jeder der drei Komponisten suchte sich eine Epoche aus, für die er komponierte.

 

Milhaud entschied sich für die Zeit um 1430 und wählte die Geschichte eines Troubadours aus seiner Heimat, René d´Anjou, einem Comte de Provence. Erste Kompositionen für einen Film hatte Milhaud geschrieben, als er den Soundtrack zu "The Beloved Vagabond" (1936) beisteuerte.

 

Gesamthaft schrieb er bis 1956 21 Soundtracks. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs emigrierte Milhaud mit seiner Frau in die USA. Dort war er bis 1971 am Mills College in Oakland Lehrer für Komposition. Nach Ende des Krieges leitete er bis 1972 zusätzlich eine Kompositionsklasse am Konservatorium in Paris.

 

Er unterrichtete jährlich wechselnd auf beiden Kontinenten. Seinen Unterricht besuchten unterschiedliche Künstler wie der Jazzmusiker Dave Brubeck, der Minimalist Steve Reich, der Sinfoniker Allan Pettersson und die Avantgardisten Karlheinz Stockhausen, Larry Austin und Iannis Xenakis.

 

Milhaud war ein produktiver Komponist. Sein Werkverzeichnis enthält mehr als 400 Werke. Er arbeitete in allen bedeutenden traditionellen Musikgattungen wie Oper, sinfonische Musik, Konzerte, Kammer- und Vokalmusik sowie Lieder.

 

Bekanntestes Werk von Milhaud ist die Orchesterfantasie "Le boeuf sur le toit" von 1919. Davon existiert auch eine Ballettfassung. Während seines Aufenthalts in Brasilien von 1916 bis 1918 war Milhaud in Kontakt mit der dortigen Folklore und Musikwelt geraten.

 

Wieder daheim in Paris schrieb er 1919 das Stück unter Benutzung einiger brasilianischer Melodien und versah es mit dem Untertitel "Cinéma-Fantaisie". Anstatt der von Milhaud geplanten Verwendung als Filmmusik diente es bei seiner Pariser Uraufführung am 21. Februar 1920 in der Comédie des Champs-Élysées als Musik zu einer Ballett-Pantomime-Inszenierung von Jean Cocteau, nun mit dem Untertitel "The Do-Nothing-Bar".

 

Der eigentlichte Titel "Le boeuf sur le toit" hatte Milhaud von einem gleichnamigen Volkslied übernommen. Zwischen 1939 und 1961 entstanden zwölf Sinfonien. Milhaud selber sah sich stark von der Musik des Mittelmeerraumes, besonders der italienischen, dagegen wenig von der deutschen Musik beeinflusst.

 

Milhauds Schaffen ist auf Hunderten von Schallplatten verewigt. Eine der umfangreichsten Compilations, die ausschliesslich Musik von Milhaud enthielt, stellte die 10-CD-Box "Une Vie Heureuse" (Erato, 2014) dar.

 

Darius Milhaud starb am 22. Juni 1974 in Genf, 81-jährig. Ihm zu Ehren wurde der 2013 eingeweihte Neubau des Konservatoriums in Aix-en-Provence Conservatoire Darius Milhaud benannt.        09/26

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