Le Groupe Des Six
musicmakermark
vor 23 Stunden
2 Min. Lesezeit
Loser Zusammenschluss von fünf französischen Komponisten und einer Komponistin. Es handelte sich um Georges Auric (1899–1983), Louis Durey (1888–1979), Arthur Honegger (1892–1955), Darius Milhaud (1892–1974), Francis Poulenc (1899–1963) und Germaine Tailleferre (1892–1983).

Die Gruppe entstand, als deren Mentor, der Komponist Erik Satie, im Théâtre du Vieux-Colombier vier Mitglieder als „les nouveaux jeunes“ vorstellte. 1918 wurde der Schriftsteller Jean Cocteau ihr Wortführer.
Den Namen, eine Anspielung auf die russische Gruppe der Fünf, erhielten sie 1920 durch einen Zeitungsartikel des der Gruppe nahestehenden Kritikers und Komponisten Henri Collet.
Die Mitglieder verband nicht ein ästhetisches Programm, sondern die gemeinsame Ablehnung der romantischen, namentlich von Richard Wager geprägten Musik. Dazu kam die Abwendung vom musikalischen Impressionismus Claude Debussys sowie die Hinwendung zu damals neueren Stilen, zum Beispiel zum Jazz, zur Varieté- und zur Zirkus-Musik.
Einige ihrer Werke lassen sich dem Neoklassizismus zuordnen. Die Gruppe als produktive Einheit hatte nur Anfang der 1920er Jahre Bestand, danach verfolgte jeder Komponist seine eigene Entwicklung. Übrig blieb eine Art Freundeskreis.
Obwohl es nicht das erklärte Ziel der Gruppe war, bei Kompositionen zusammenzuarbeiten, ergaben sich jedoch innerhalb von 32 Jahren fünf Gelegenheiten. Dabei spannten zumindest einige der Gruppenmitglieder jeweils zusammen.
Nur einmal waren alle sechs beteiligt. Manchmal wirkten Komponisten von ausserhalb der Gruppe mit. Auric und Poulenc waren an jeder Kollaboration beteiligt, Milhaud an vieren, Honegger und Tailleferre an dreien, Durey an einer.
Alle sechs wirkten beim Zyklus "L’Album des Six" mit. Es handelte sich um die Einzelteilte "Prélude" (1919) von Auric, "Romance sans paroles" (1919) von Durey, "Sarabande" (1920) von Honegger, "Mazurka" (1914) von Milhaud, "Valse en ut" (1919) von Poulenc und "Pastorale" (1919) von Tailleferre.
Ohne Durey entstand die Musik zu "Les Mariés de la Tour Eiffel" (1921), einem Ballett, geschrieben nach einem Text von Jean Cocteau. Bei "L'éventail de Jeanne" (1927), einem Kinder-Ballett, waren Auric, Milhaud und Poulenc mitbeteiligt sowie sieben anderen Komponisten von ausserhalb der Groupe de Six.
Zu "Mouvements du coeur" (1949), einem Liederzyklus für Bariton oder Bass und Piano zur Erinnerung an den 100. Todestags von Frédéric Chopin, lieferten Auric, Milhaud und Poulenc Beiträge, dazu auch Jean Françaix, Léo Preger und Henri Sauguet.
"La guirlande de Campra" (1952), ein Orchesterwerk über Motive von André Campras Oper "Camille" von 1717, entstand in einer Zusammenarbeite von Auric, Honegger, Poulenc, Tailleferre sowie drei anderen Komponisten. Auf der Doppel-CD "Selected Works 1915-1945" (LTM, 2007) wurden mehrere dieser Werke, darunter das gesamte "L'album des Six" zusammengefasst.
Es handelte sich um Aufnahmen, die zwischen 1928 und 2007 entstanden waren. Teilweise waren die sechs Komponisten selber als Interpreten mit dabei. Eine andere Doppel-CD hiess "Le Groupe Des Six" (BDClassique, 2012). Dazu kamen knapp 20 weitere Schallplatten heraus, welche die Werke der Sechs dokumentieren. 09/26


