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Fred Frith

musicmakermark
vor 8 Stunden
7 Min. Lesezeit

Englischer Gitarrist, Multiinstrumentalist, Bandleader und Komponist, geboren am 17. Februar 1949 in Heathfield, Sussex. Frith war/ist einer der führenden Köpfe der transkontinentalen Improvisations-Szene und fiel vor allem mit seiner horizontal gespielten, eigenhändig abgeänderten Gitarren auf.


 

Später machte er sich einen Namen als Komponist von zeitgenössischer Musik. Während der Schulzeit spielte er zuerst in einer R&B-Band und trat solo in Folkclubs auf. 1968 gründete er mit Tim Hodgkinson die Art Rock-Gruppe Henry Cow und mit Henry Cow-Musiker deren Ablegergruppe Art Bears.

 

Diesen Bands gehörte er bis 1979 an. Er wurde damals von Robert Wyatt, Tom Newman und Ivor Cutler für Aufnahmen herangezogen und legte mit "Guitar Solos" (Caroline, 1974) sein erstes Soloalbum und sein erstes Album unter eigenem Namen vor. Später folgten viele weitere Soloeinspielungen (siehe Fred Frith in Solo- und Duoaufnahmen).

 

Mitte/Ende der 1970er Jahre folgten Aufnahmen mit Jade Warrior, Jan Steele, Brian Eno und Gavin Bryars. Gegen Ende der 1970er Jahre geriet Frith in den Kreis der New Yorker Downtown-Szene um John Zorn und andere. Er wurde für Aufnahmen von Eugene Chadbourne, Henry Kaiser, Bob Ostertag, der  Gruppe Material von Bill Laswell, The Muffins und der Residents beigezogen.


Er realisierte mit amerikanischen Musikern und Musikerinnen auch seine ersten Duoaufnahmen (siehe ebenfalls unter Fred Frith in Solo- und Duoaufnahmen). Auf dem Label der Residents erschien Frith' Album "Gravity" (Ralph, 1980), eingespielt je nach Studio mit europäischen und amerikanischen Musikerinnen und Musikern.


Später erschien von Frith & The Gravity Band das Album "Recorded Live At Music Meeting, Nijmegen and The Moers Festival, June 4 and 5, 2014" (Klanggalerie, 2025) mit einem Remake der "Gravity"-Aufnahmen. Mit Bill Laswell (e-b) und Fred Maher (dm) gründete er 1980 das Trio Massacre, das 1981 und ab den 1990er Jahren Aufnahmen veröffentlichte.


Die ersten Trioaufnahmen unter seinem eigenen Namen stammen vom Sommer 1981, als Frith in Japan mit dem Duo Totsuzen Danball alias Shunji Tsutaki (g) und Eiichi Tsutaki (org) auftrat. Dabei wurde die Kassette "Live At Loft Shinjuku Tokyo Japan 23 July '81" (Floor, 1982) mitgeschnitten. Es folgten weitere Trioeinspielungen (siehe Fred Frith in Trioaufnahmen).


Die A-Seite von "Speechless" (Ralph, 1981) zeigt Frith in Studioaufnahmen mit der französischen Art Rock-Band Etron Fou Leloublanc. Die Aufnahmen entstanden in Europa. Die B-Seite enthielt live im New Yorker Club "CBGB's" mitgeschnittene und nachträglich im Studio bearbeitete Aufnahmen von Massacre mit anderen Musikern wie George Cartwright (as) und Mars Williams (bars).

 

Der Rest der B-Seite hatte Frith in einem Schweizer Studio solo oder im Duo mit Tina Curran (e-b, tapes) aufgenommen. Die Wiederveröffentlichungen, die ab 1991 in Form von CDs herauskamen, enthielten zusätzliches Material der Massacre und Frith-Studioaufnahmen sowie solche von Frith mit anderen Musikern.

 

1982 war er Mitglied einer zehnköpfigen Company von Derek Bailey, die in Kleinformationen aufgeteilt die Doppel-LP "Epiphany" (Incus, 1982) bespielte. 1982 hatte Frith mit Tom Cora (cello) einen geistesverwandten Musiker gefunden. Mit Fred Maher (dm) und Tim Schellenbaum (g) gründeten sie das Quartett Mayday.

 

Dieses fiel allerdings vor der ersten Tournee auseinander, so dass Frith und Cora beschlossen, als Duo unter dem Namen Skeleton Crew weiter zu machen. 1989 spielten Frith und Cora mit Joey Baron (dm) und George Cartwright (sax) die erst später veröffentlichte Quartettaufnahme "Allies" (RecRec, 1996) ein.

 

Ab Mitte der 1980er Jahre schob sich Frith auch immer mehr als Komponist in den Vordergrund. Dabei entstanden neben Werken im Bereich der neuen E-Musik auch diverse Stücke für Film, Theater und Tanz (siehe Fred Frith als Komponist).

 

Mit Henry Kaiser (g), John French (dm) von Captain Beefhearts Magic Band und Richard Thompson (g, vcl) tat sich Frith zu einem Prog-Rock-Quartett zusammen, dass keinen Namen trug, sondern unter denjenigen der beteiligten Musiker in Erscheinung trat. Ein erstes Album war "Live, Love, Larf & Loaf" (Demon, 1987), gefolgt später von "Invisible Means" (Demon, 1990).

 

"The Top Of His Head" (Made To Measure, 1989) enthielt den Soundtrack zum gleichnamigen Film von Peter Mettler. Frith wurde bei den Aufnahmen von Anne Bourne (cello, acc), Jean Derome (sax, fl) sowie Christie MacFadyen und Jane Siberry (vcl) begleitet.


Die beiden Schweizer Filmemacher Nicolas Humbert und Werner Penzel dokumentierten Frith' Schaffen im Film "Step Across The Border". Der Film erhielt mehrere Auszeichnung und der Soundtrack (RecRec, 1990) verkaufte sich gut.


Im Film bzw. auf dem Soundtrack war Frith in Begleitung von Bill Laswell, Bob Ostertag, Fred Maher, Haco, Iva Bittová, Jean Derome, John Zorn, Kevin Norton, Lars Holmer, Pavel Fajt, René Lussier, Tim Hodgkinson, Tina Curran, Tom Cora, Zeena Parkins und anderen zu hören und zu sehen.


Aus den 100 Tonbändern, die bei den Filmaufnahmen entstanden, stellten Humbert und der französische Soundmusiker Marc Parisotto später eine Toncollage zusammen, die unter dem Titel "Cut Up The Border" (RogueArt, 2020) auf einer CD erschien.

 

Zur Zeit, als "Step Across The Border" gedreht wurde, holte John Zorn Fred Frith als Bassist in seine radikale Gruppe Naked City, wo er auf Bill Frisell (g), Wayne Horvitz (key) Yamatsuka Eye (vcl) und Joey Baron (dm) traf. Von Naked City erschienen mehrere Aufnahmen. Frith war bei vielen weiteren Aufnahmen von John Zorn mit dabei.

 

Zwischen 1989 und 1992 leitete Frith mehrere All-Star-Formationen, die den Namen Keep The Dog trugen. Auf der Doppel-CD "That House We Lived In" (Fred, 2003) mit Liveaufnahmen von 1991 waren neben Frith Jean Derome (as, bars, fl, jew's harp, voice), René Lussier (e-b, g), Bob Ostertag (sampl) und Zeena Parkins (acc, e-harp, p, synth, vcl) und Charles Hayward (dm, objects, melodica vcl), zu hören.

 

Eine Allstargruppe mit den Gitarristen Fred Frith, Derek Bailey und Sonny Sharrock, begleitet von John Zorn (as), Bill Laswell (e-b) und Charles K. Noyes (dm, perc) liess bei einem Auftritt in NYC "Improvised Music New York 1981" (MuWorks, 1992) mitschneiden.

 

1993 zog sich Frith nach Big Sur in Kalifornien zurück, um zu komponieren. Mit Kathrin Scholl (vio), Daniel Erismann (tp, flh, perc), Hans Koch (ts, ss, bcl),  und Lucas Niggli (dm) als Co-Leaderinnen realisierte Frith dazwischen "Nil" (Unit, 1995)

 

Humbert und Prenzel drehten nach "Step Across The Border" mit "Music For Middle Of The Moment" einen weiteren Dokumentarfilm über Frith, der 1995 Premiere hatte und dessen Soundtrack auf einer entsprechenden CD (RecRec, 1995) erschien. Frith (g, e-b, vio, key, perc) und Tim Hodgkinson (cl, bcl, as) bildeten den Kern.

 

Mit Percy Howard (vcl), Bill Laswell (e-b) und Charles Hayward (dm) tat sich Frith für die Aufnahmen von "Meridiem" (Materiali Sonori, 1998) zusammen. Später veröffentlichte Howard unter dem Bandnamen Meridiem weitere Aufnahmen, bei denen Frith nicht mehr beteiligt war.

 

Mit Leslie Dalaba (tp), Eric Glick Rieman (e-p) und Carla Kihlstedt (e-vio, vio) wurde "Frith/Dalaba/Glick/Rieman/Kihlstedt" (Accretions, 2003) eingespielt. Frith, Michel Wintsch (p, key, elect, sampl), Franziska Baumann (vcl, fl, elect) und Bernard Trontin (dm, perc) waren auch Co-LeaderInnen auf einem Album, das "Whisperings" (Whisperings, RecRec, 2002) hiess.

 

Die Gruppe nannte sich dann auch Whisperings und veröffentlichte mit "The Bird, The Breath, And The Razorsharp Dream" (Unit, 2013) eine zweite Aufnahme, auf der Lionel Friedli an Stelle von Young Gods-Mitglied Trontin am Schlagzeug zu hören war. Mit Jean Derome (as), Myles Boisen (elect, processing) und Pierre Tanguay (dm, perc) entstand "All Is Bright, But It Is Not Day" (Ambiances Magnétiques, 2003).

 

"Prints (Snapshots, Postcards, Messages & Miniatures 1987-2001)" (ReR Megacorp und Fred, 2002) war eine Sammlung von Werken, die auf Compilations erschienen waren und die von Frith für diese CD überarbeitet wurden.

 

Frith (e-b) bildete Anfang der 2000er Jahre mit Carla Kihlstedt und Jenny Scheinman (vio), Nels Cline (g), Ikue Moori (dm-mach), Otomo Yoshihide (tt), Chris Brown (elect), Don Robinson (dm) und dem Rova Saxophone Quartet selber das Rova::Orkestrova, das John Coltranes Komposition "Ascension" neu interpretierte und später, teilweise ohne Frith, weitere Aufnahmen veröffentlichte.

 

"Rivers And Tides (Working With Time)" (Winter & Winter, 2003) hiess der Soundtrack zu einem Film von Thomas Riedelsheimer über den Fotografen Andy Goldsworthy. Begleitet wurde Frith von Wolfgang Styi (ss, bcl), Karoline Hofler (b) und Bernd Settelmeyer (dm, perc). 

 

Mit Darren Johnston (tp), Larry Ochs (ts, sops), Devin Hoff (b) und Ches Smith (dm) nahm er "Reasons For Moving" (Not Two, 2007) auf.  Lesli Dalaba (tp), Matthew Sperry (b) und Gino Robair (perc) waren Partner auf "Tuva Space 2001" (Limited Sedition, 2007). Diese CD-R mit Aufnahmen von 2001 erschien im Rahmen der Matthew Sperry Memorial Series.

 

Im Quartett mit Wu Fei (guzheng), Carla Kihlsted (vio) und Helge A. Norbakken (perc) nahm Frith "A Distant Youth" (Forest Hill, 2007) auf.  "Ragged Atlas" (Intakt, 2010) war eine Aufnahme, die unter dem Gruppennamen Cosa Brava erschien. Dabei handelte es sich um eine Gruppe mit amerikanischen Musikern und Musikerinnen.

 

MMM Quartet hiess eine Gruppe bestehend aus Joelle Léandre (b), Alvin Curran (elect, p), Fred Frith (g) und Urs Leimgruber (ss, ts), von der "Live At The Metz' Arsenal" (Leo, 2012) und "Oakland/Lisboa" (RogueArt, 2015)  erschienen.

 

"Field Days (The Amanda Loops)" (ReR Megacorp und Fred, 2015) bestand aus Stücken, die Fred Frith aus Ausschnitten von älteren Werken zusammengestellt hatte. "Angels On The Edge Of Time" (I Dischi Di Angelica, 2015) zeigt Frith bei einem Auftritt 1991 in Bologna mit Lindsay Cooper (sops, bassoon, elect) Gianni Gebbia (as, sops, sounds, vcl) und Lars Hollmer (acc, melodica, key, vcl).

 

Auf der Triple-CD "All Is Always Now (Live)" (Intakt, 2019) wurde ein Teil jener musikalischen Begegnungen von Frith dokumentiert, die zwischen 2006 und 2016 bei seinen rund 80 Auftritten im New Yorker Club "The Stone" zu Stande gekommen waren.

 

Eine Begegnung von Frith (g, p) mit Bruce Ackley (ss) von Rova, Henry Kaiser (g) und Aram Shelton (as) wurde auf "Unexpected Twins" (Relative Pitch, 2019) dokumentiert. "Rocking The Boat (Volume 1)", "Crossing Borders (Volume 2)" und "Stepping Out (Volume 3)" (alle ReR Megacorp, 2020) hiessen drei 9-CD-Sets mit sämtlichen Alben für dieses Label. Der Untertitel der Serie hiess "The Fred Records Story, 2001-2020)".

 

"There Or Here And That" (Euxaem, 2020) zeigt Frith zusammen mit Anil Erasian (cello), Clara Well (voice) und Tom Malmendier (dm).

 

Frith arbeitete und machte Aufnahmen mit Hans Reichel, Bob Ostertag, Kip Hanrahan, Amy Denio, Ferdinand Richard, Louis Sclavis, Lindsay Cooper, Curlew, Half Japanese, Rusconi, The Swans, Dr. Umezu Band, Gilli Smyth, The Golden Palominos, David Moss, Toshinori Kondo, Violent Femmes, Jim Staley, Bongwater, Negativland, Jon Rose, Swans sowie Heiner Goebbels/Heiner Müller.

 

Frith half auch bei Aufnahmen von Seigen Ono, René Lussier, Nicky Skopelitis, Peter Kowald, Lutz Glandien, Lars Hollmer, David Motion & Sally Potter, Richard Teitelbaum, Myles Boisen, Diane Labrosse, Michel F. Côté, Nick Didkovsky, Aki Takase, Rusconi und anderen.          10/26

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